Mit Aktionen, wie dem „Heimat shoppen“ haben Nordkirchener Einzelhändler und Gastronomen 2020 - vor dem zweiten Lockdown - versucht, Kunden anzulocken. Bis Dezember 2020 lief auch die Gutschein-Aktion der Gemeinde. In der Politik wurde jetzt vorgeschlagen, die Aktion erneut aufzulegen. © Jura Weitzel
Einkaufen in Nordkirchen

Gutschein-Aktion in Nordkirchen neu aufzulegen, wäre riskant

Etwa 60.000 Euro zusätzlichen Umsatz konnte die Gutschein-Aktion der Gemeinde Nordkirchen für den lokalen Einzelhandel generieren. Warum die Aktion also nicht fortführen? Weil es riskant wäre.

Mehr als 1500 Geschenkgutscheine haben die Mitarbeiterinnen der Tourist-Information an der Schloßstraße von Ende Juno bis Ende Dezember 2020 verkauft. In diesem Zeitraum gab es von der Gemeinde auf den Wert jedes einzelnen Gutscheins noch einmal 20 Prozent oben drauf. Wirtschaftsförderer Manuel Lachmann hat die Aktion in der letzten Sitzung des Ausschusses für Klima, Umwelt und gemeindliche Entwicklung (2.3.) einen „vollen Erfolg genannt“. Angesichts dieses Ergebnisses fragte die Fraktion der Grünen im Ausschuss: Warum die Aktion nicht einfach verlängern und dem Nordkirchener Einzelhandel weiter unter die Arme greifen?

Rund 60.000 Euro zusätzlichen Umsatz habe die Gemeinde durch die Bonus-Aktion auf den Nordkirchen-Gutschein im Einzelhandel und bei Dienstleistern in der Gemeinde generieren können. Die Aktion sollte den durch Lockdown, Veranstaltungsabsagen und Beschränkungen gebeutelten Geschäften und Betrieben finanziell unter die Arme greifen.

Auf die Anfrage von Ulrich Stüeken für die Grünen machte die Verwaltung allerdings im Ausschuss deutlich, dass die Aktion trotz des aus ihrer Sicht eindeutigen Erfolgs nicht fortgeführt werden soll.

„Das war eine einmalige Aktion“, machte Bürgermeister Dietmar Bergmann in der Sitzung deutlich. Die Begründung: Eine solche Form der Wirtschaftsförderung sei als dauerhaftes Hilfsmittel rechtlich angreifbar, wie Kämmerer Bernd Tönning auf Anfrage der Redaktion deutlich macht.

Das Problem sei, dass von der Gutschein-Aktion zwar viele Geschäfte und Unternehmen profitiert hätten, allerdings längst nicht alle, erklärt Tönning. Von der Gastronomie, über den Einzelhandel bis hin zum Dienstleister war die Gutschein-Aktion durchaus breit gestreut. Was ist allerdings mit denen, die Produkte oder Dienstleistungen anbieten, die nicht über einen Nordkirchen-Gutschein einlösbar sind. Der Kämmerer benutzt das Beispiel einer Eventagentur. Deren Angebot eigne sich in der Regel nicht für Geschenkgutscheine.

Daher handle es sich bei der 20-Prozent-Aktion der Gemeinde um eine einseitige Förderung, die nicht dauerhaft möglich sei. Andernfalls könnten Unternehmen, die davon – aus welchen Gründen auch immer – ausgenommen sind, den Rechtsweg einschlagen. „In einer besonderen Situation ist eine solche Förderung zeitlich begrenzt möglich“, fasst es Tönning zusammen.

Auch wenn der Grund für die Gutschein-Aktion, die Coronakrise, noch lange nicht überstanden ist, hat die Gemeinde vorerst kein vergleichbares Nachfolge-Programm in Arbeit. So leiste das Rathaus zwar immer wieder Beratungsarbeit bei Anfragen aus der Wirtschaft, eine finanzielle Förderung gehöre aber nicht zur Strategie.

Über den Autor
Redaktion Selm
Jahrgang 1985, fasziniert von digitalen, technischen und lokalen Themen.
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Karim Laouari

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