Gerade erst ist die Gesamtschule Nordkirchen um eine Sporthalle erweitert worden, da plant die Gemeinde den nächsten Bauabschnitt. Mit einem neuen Oberstufengebäude will sie die Attraktivität der Schule mittel- und langfristig sichern. © Karim Laouari (A)
Mietvertrag

Gemeinde Nordkirchen will Gesamtschule mit Neubau langfristig sichern

Einen deutlichen Ausbau ihrer Gesamtschule plant die Gemeinde Nordkirchen. Trotz eines einstimmigen Ratsbeschlusses ist der Neubau nicht gesichert, weil er in ein Großprojekt eingebunden ist.

Die Johann-Conrad-Schlaun-Schule ist ein wenig in die Jahre gekommen – nicht pädagogisch oder technisch. Es sind die räumlichen Rahmenbedingungen, die verbesserungswürdig sind und vor allem ausgebaut werden müssen. Um überhaupt klar zu kommen, hat die Gemeinde bereits drei Räume im Altenhilfezentrum angemietet. Keine Dauerlösung. Vor allem angesichts der starken Nachfrage nach Plätzen in der Region.

Viel zu tun hatten Bürgermeister Dietmar Bergmann und Fachbereichsleiterin Alina Kundt Anfang Februar. Sie mussten die Lose ziehen und damit entscheiden, welche Mädchen und Jungen kurze Zeit später eine Ablehnungsmail von der Gesamtschule bekommen würden. Mit 59 Absagen waren es dabei deutlich mehr als im vergangenen Jahr. Ein doppelt und dreifach überraschendes Ergebnis.

Interesse an der Gesamtschule Nordkirchen ist in Region sehr groß

Schulleiter Ulrich Vomhof verwies seinerzeit darauf, dass noch nie „so wenige Viertklässler wie in diesem Jahr auf dem Markt waren“ – ein demografischer Tiefpunkt also. Dennoch wurden mit 172 Mädchen und Jungen deutlich mehr Kinder für den neuen 5. Jahrgang angemeldet als vor einem Jahr. 2020 waren 149 Grundschüler angemeldet worden.

Doch nicht nur bei den Fünft-Klässlern ist das Interesse groß, auch für die gymnasiale Oberstufen gibt es neben den eigenen Schülern zahlreiche Jugendliche von anderen Schulen, die gerne in Nordkirchen ihr Abitur machen möchten. Für die sogenannte Oberstufe plant die Gemeinde ein eigenes Gebäude. Den Weg dafür hat der Rat bereits einstimmig freigemacht. Allerdings hat er sich wie beim Hallenbad für eine nicht alltägliche Lösung entschieden.

Die komplette Oberstufe soll nach diesen Plänen in ein neues Gebäude einziehen, das sich nicht im Besitz der Gemeinde befinden wird. Die Pläne sehen vor, dass die Kommune das Gebäude von dem Investor mieten wird, der auch auch das Hotel, das Schwimmbad und die Fortbildungsakademie errichtet. Und genau hier ist aktuell die Unsicherheit. Noch hat sich das Land nicht klar in der Frage der Akademie geäußert. Erst mit der klaren Zustimmung sind auch alle anderen Bereiche gesichert.

Neues Gebäude bietet Platz für 12 Klassen, Lehrerzimmer und mehr

Gleichwohl sind die Überlegungen für die neue gymnasiale Oberstufe recht weit fortgeschritten. Das dreigeschossige Gebäude soll eine Nutzfläche von insgesamt 1200 Quadratmetern haben. Es soll Platz bieten für 12 Klassen, für ein Lehrerzimmer, WC-Anlagen und Nebenräume. Errichtet werden soll es auf dem Bereich des Grundstückes, der sich an das jetzige Gesamtschul-Gelände anschließt. Somit bleibt es bei einem Schulstandort.

Mit dem Einzug der Oberstufe in das neue Gebäude soll der heute bereits bestehende Standort neu strukturiert werden. Dazu gehört auch, dass die Gemeinde die gemieteten Räume im Altenhilfezentrum aufgibt.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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