Die Eheleute Pilica vom Olfener Restaurant "Zum Steverstrand" hoffen darauf, auf der Terrasse und im Biergarten Gäste begrüßen und bedienen zu dürfen. © Zum Steverstrand
Entscheidung

Gastwirte in Olfen hoffen auf Außengastronomie – können sie öffnen?

Der Verordnungs-Wirrwarr in der Coronapandemie geht weiter. Aktuell geht es um die Außengastronomie. Einige heimische Betriebe haben mit den Vorbereitungen begonnen, doch der Kreis bremst.

Der Beschluss bei den Bund-Länder-Beratungen Anfang März war eindeutig: „Die aktuell geltenden Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie werden bis zum 28. März verlängert.“ Gleichzeitig beschlossen die Politiker weitere Öffnungsschritte. Seit dem 8. März dürfen Buchhandlungen und Blumengeschäfte öffnen, seit vergangener Woche Donnerstag – zumindest im Kreis Coesfeld – der komplette Einzelhandel ohne Terminvereinbarung.

Für Montag, 22. März sind die nächsten Schritte angekündigt – darunter die Öffnung der Außengastronomie – bei Inzidenzwerten von unter 50 ohne Test und ohne Anmeldung, bei Inzidenzwerten zwischen 50 und 100 mit aktuellem Schnell- oder Selbsttest sowie mit vorheriger Terminbuchung. Eine Möglichkeit, die sich manche Gastronomiebetriebe gerade auch im Kreis Coesfeld mit niedrigen Inzidenzwerten nicht entgehen lassen wollen.

„Wir haben das Restaurant seit dem 2. November komplett geschlossen“, sagt Izeta Pilica vom Steverstrand in Olfen. Die Unternehmerin berichtet von schwierigen Wochen und Monaten im Lockdown. Zumal die Familie in dieser Zeit nur wenige Hotelgäste begrüßen konnte. „Wir hatten nur ganze wenige Übernachtungen von Geschäftsreisenden“, sagt Izeta Pilica. Deshalb war die Ankündigung von Bund und Ländern für die Familie eine wirklich gute Nachricht.

Vorbereitungen für Saisonstart sind längst angelaufen

„Wir sind da“, sagt Izeta Pilica und schränkt nach den Erfahrungen in der Pandemie gleichzeitig ein: „Wenn es erlaubt ist.“ Die Vorbereitungen beim Olfener Betrieb sind jedenfalls längst angelaufen. Das Konzept steht, eine kleine Speisekarte mit rund 20 Gerichten ist fast fertig. Punkten will der Steverstrand bei den Gästen auch mit den äußeren Rahmenbedingungen.

„Wir haben zwei Möglichkeiten, eine überdachte Terrasse vor dem Haus und einen großen Biergarten“, sagt Izeta Pilica. Statt 30 Tische wie in der Vor-Coronazeit will der Steverstrand jetzt 15 Tische aufstellen – und so einen Abstand von mindestens 2 Metern garantieren. Öffnen will der Betrieb täglich (außer donnerstags, da ist Ruhetag) um 12 Uhr. Bis 20 Uhr können sich die Gäste bedienen lassen. Wenn es dazu kommt. Der von uns befragte Kreis Coesfeld verweist auf die rechtlichen Hürden für die Öffnung. Ein Pressesprecher verweist auf Paragraf 19 der aktuellen Coronaschutzverordnung.

Wörtlich heißt es dort: „Ist die 7-Tages-Inzidenz in Nordrhein-Westfalen 14 Tage nach dem Inkrafttreten dieser Verordnung stabil oder mit sinkender Tendenz unter dem Wert von 100, wird die Verordnung bereits dann geändert werden durch Öffnungen der Außengastronomie, von Theatern, Konzert- und Opernhäusern und Kinos sowie des kontaktfreien Sports im Innenbereich und des Kontaktsports im Außenbereich.“

Kreis Coesfeld spricht von einer Absichtserklärung des Landes

Was zunächst so gedeutet werden könnte – gerade auch mit Blick auf die neuen Regelungen -, dass beispielsweise Biergärten öffnen dürfen, ist nach Einschätzung des Kreises Coesfeld eine „Absichtserklärung“ des Landes Nordrhein-Westfalen. Erst wenn die Verordnung in diesem Sinne geändert werde, so der Kreis Coesfeld, könne auch die Außenengastronomie öffnen.

Im Lockdown hat die Familie Pilica einige Hotelzimmer renoviert.
Im Lockdown hat die Familie Pilica einige Hotelzimmer renoviert. © Zum Steverstrand © Zum Steverstrand

Ob es dazu kommt auch angesichts der neuesten Entwicklungen mit steigenden Inzidenzzahlen, dem Aussetzen der Coronaimpfungen mit AstraZeneca und den deutlich reduzierten Tests in den NRW-Schulen bleibt abzuwarten. Planungssicherheit haben die heimischen Gastronomiebetriebe eine Woche vor dem eventuellen Start der Außengastronomie-Saison jedenfalls nicht. Noch haben die Eheleute Pilica vom Olfener Restaurant „Zum Steverstrand“ die Hoffnung, wieder Gäste begrüßen zu dürfen. Wie ihnen dürfte es auch etlichen anderen Gastronomiebetrieben in der Steverstadt gehen. Sie müssen sich gedulden, bis das Land ein Zeichen setzt.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer
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