Maria 2.0

Frauengemeinschaften aus Nordkirchen machen Druck auf die deutschen Bischöfe

Im Vorfeld der Vollversammlung der deutschen Bischöfe vom 23. bis 25. Februar machen Frauen Druck, um für eine geschlechtergerechte Kirche zu kämpfen. Auch in Nordkirchen, Südkirchen und Capelle.
Auch an Kirchen in Nordkirchen (hier St. Mauritius), Südkirchen und Capelle hängen Thesen der Reformbewegung Maria 2.0. © Hanni Jünemann

Die katholischen Frauengemeinschaften (kfd) Nordkirchen, Südkirchen und Capelle stellen sich laut einer Pressemitteilung hinter die Forderungen, mit der bundesweit Frauengemeinschaften die Forderungen und Thesen der „Initiative Maria 2.0“ zu einer geschlechtergerechten Kirche unterstützen.

Thesen an heimischen Kirchen

Dazu haben die drei Frauengemeinschaften Nordkirchen, Südkirchen und Capelle am Sonntag, 21. Februar, die Thesen ebenfalls an die Kirchentüren geheftet, wie Hanni Jünemann von der kfd Nordkirchen stellvertretend für die drei Frauengemeinschaften gegenüber der Redaktion erklärt.

Die sieben Thesen, denen sich auch die drei heimischen kfds verschrieben haben, sind unmissverständlich:

1. „In unserer Kirche haben alle Menschen Zugang zu allen Ämtern. Denn Menschenrechte und Grundgesetz garantieren allen Menschen gleiche Rechte – nur die katholische Kirche ignoriert das. Mannsein begründet heute Sonderrechte in der Kirche.“

2. „In unserer Kirche haben alle teil am Sendungsauftrag; Macht wird geteilt. Denn der Klerikalismus ist heute eines der Grundprobleme der katholischen Kirche und fördert den Machtmissbrauch mit all seinen menschenunwürdigen Facetten.“

3. „In unserer Kirche werden Taten sexualisierter Gewalt umfassend aufgeklärt und Verantwortliche zur Rechenschaft gezogen. Ursachen werden konsequent bekämpft. Denn viel zu lange schon ist die katholische Kirche ein Tatort sexueller Gewalt. Kirchliche Machthaber halten immer noch Informationen zu diesen Gewaltverbrechen unter Verschluss und stehlen sich aus der Verantwortung.“

Reformbewegung Maria 2.0

  • Die Bewegung Maria 2.0 tritt für Reformen in der katholischen Kirche ein.
  • Zahlreiche Maria-2.0-Gruppen, auch innerhalb des kfd-Diözesanverbandes Münster, machen seit Mai 2019 immer wieder mit unterschiedlichen Aktionen in Kirchengemeinden und im Bistum auf ihre Forderungen aufmerksam.
  • Mit dem Thesenanschlag 2.0 an Dom- und Kirchentüren untermauern die Reformbewegung Maria 2.0 und der kfd-Diözesanverband Münster ihre Forderungen nach Reformen hin zu einer zukunftsfähigen Kirche und weisen auf die Missstände in der katholischen Kirche hin.

www.mariazweipunktnull.de

4. „Unsere Kirche zeigt eine wertschätzende Haltung und Anerkennung gegenüber selbstbestimmter achtsamer Sexualität und Partnerschaft. Denn die offiziell gelehrte Sexualmoral ist lebensfremd und diskriminierend. Sie orientiert sich nicht am christlichen Menschenbild und wird von der Mehrheit der Gläubigen nicht mehr ernst genommen.“

5. „In unserer Kirche ist die zölibatäre Lebensform keine Voraussetzung für die Ausübung eines Weiheamtes. Denn die Zölibatsverpflichtung hindert Menschen daran, ihrer Berufung zu folgen. Wer diese Pflicht nicht einhalten kann, lebt oft hinter Scheinfassaden und wird in existentielle Krisen gestürzt.“

6. Unsere Kirche wirtschaftet nach christlichen Prinzipien. Sie ist Verwalterin des ihr anvertrauten Vermögens; es gehört ihr nicht. Denn Prunk, dubiose Finanztransaktionen und persönliche Bereicherung kirchlicher Entscheidungsträger haben das Vertrauen in die Kirche tiefgreifend erschüttert und schwinden lassen.“

7. „Unser Auftrag ist die Botschaft Jesu Christi. Wir handeln danach und stellen uns dem gesellschaftlichen Diskurs. Denn die Kirchenleitung hat ihre Glaubwürdigkeit verspielt. Sie schafft es nicht, sich überzeugend Gehör zu verschaffen und sich im Sinne des Evangeliums für eine gerechte Welt einzusetzen.“

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