Im Juli 2020 wurde am Schloss Cappenberg Felix Krull gedreht. Hier zu sehen ist Equipment der Filmcrew. © Günther Goldstein
Coronavirus

Filmdreh auf Schloss Cappenberg: Corona macht Filmstart ungewiss

Das Coronavirus hatte dafür gesorgt, dass die Dreharbeiten für den Film „Felix Krull“ statt in Nordkirchen in Cappenberg stattfanden. Nun hat es auch Einfluss auf den Filmstart.

Felix Krull ist ein Schlitzohr, ein Hochstapler, der sich irgendwie durch sein Leben trickst und schließlich als Liftboy in einem Luxus-Hotel in Paris anheuert. Dort bekommt er die Chance, den Platz mit einem unglücklich verliebten Adligen zu tauschen. Das ist der Stoff, den Thomas Mann in seinem Roman „Bekenntnisse des Hochstaplers Felix Krull“ verarbeitet hat. Das Werk blieb allerdings unvollendet.

Doch es lässt genug Raum, um daraus einen Film zu drehen. Die Bavaria Filmproduktions GmbH will den Stoff ins Kino bringen und hat sich dafür auch Orte in der Region für den Dreh gesucht. Ganz oben auf der Wunschliste stand das Schloss Nordkirchen, das auch schon öfter als Filmkulisse fungierte – zum Beispiel für den dritten Teil der Jugendbuchreihe von Kerstin Gier, „Smaragdgrün“. Räume im Schloss sollten dabei als Hotelkulisse fungieren, hatte eine Mitarbeiterin der im Schloss untergebrachten Hochschule für Finanzen unserer Redaktion gesagt. Doch dann kam Corona und der für den Frühjahr geplante Dreh wurde abgesagt.

Von Nordkirchen nach Cappenberg

Im Sommer war der Drehort am Schloss Nordkirchen dann nicht mehr zu haben, sodass ein neuer her musste. Der befand sich letztlich in der Nachbarschaft: Das Schloss Cappenberg. Im Juli 2020 fand der Dreh dort schließlich statt.

Wer hoffte, Regisseur Detlev Buck („Männerpension“) oder auch die Schauspieler David Kross („Der Vorleser“), Schauspielerin Liv Lisa Fries („Babylon Berlin“) oder Hauptdarsteller Jannis Niewöhner („Rubinrot“) zu sehen, wurde aber enttäuscht.

Es handelte sich um ein „Closed Set“, hatte die Pressestelle der Produktionsfirma mitgeteilt. Besuche des Sets waren also nicht möglich und da innerhalb des Gebäudes gedreht wurde, war auch ein kurzes Erhaschen der Drehsituation nicht möglich. Auch sonst hielt sich die Pressestelle bedeckt. Welche Szenen genau am Schloss Cappenberg gedreht wurden, dazu gibt es keine Auskunft. Erst kurz vor dem Filmstart wollte man sich melden.

Filmstart vielleicht im September – wenn es die Situation zulässt

Wann der aber sein wird, ist noch völlig offen. Ursprünglich – also noch vor Corona – war der Filmstart für 2021 anvisiert. Aktuell steht das auch noch zur Debatte: „Der Film wird nicht vor September in die Kinos kommen“, erklärt dazu Regine Baschny von der für die Betreuung des Films zuständigen PR-Firma Just Publicity auf Anfrage. Aber: „auch das kann leider erst bestätigt werden, wenn das die Kinosituation zulässt“, so Baschny weiter.

Schließlich sind Kinos im Lockdown aktuell noch geschlossen. Wann sie wieder öffnen dürfen ist unklar. 2020 waren bereits viele Filmstarts wegen Corona verschoben worden. Den Anfang bei den großen Blockbustern machte „James Bond“. Allein die US-Filmindustrie rechnet laut einem BR-Bericht mit mindestens 20 Milliarden US-Dollar Verlust durch die Corona-Krise.

Über die Autorin
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Ich bin neugierig. Auf Menschen und ihre Geschichten. Deshalb bin ich Journalistin geworden und habe zuvor Kulturwissenschaften, Journalistik und Soziologie studiert. Ich selbst bin Exil-Sauerländerin, Dortmund-Wohnerin und Münsterland-Kennenlernerin.
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Sabine Geschwinder

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