Die Kinderheilstätte musste beharrlich bleiben, damit die Corona-Impfungen für Mitarbeiter und Jugendliche in den Wohngruppen klappen. Am Freitag war dann der erste Impftermin. © Kinderheilstätte
Coronavirus

„Fast vergessen worden“: Kinderheilstätte bekommt ersehnte Corona-Impfung

Die Kinderheilstätte konnte jetzt endlich Mitarbeiter und Jugendliche in den Wohngruppen gegen Corona impfen. Hier zahlte sich Beharrlichkeit aus, denn fast wäre die Einrichtung leer ausgegangen.

Auf diesen Tag hat die Kinderheilstätte Nordkirchen lange hingefiebert und auch mit Nachdruck hingearbeitet: Am Freitagvormittag sind Mitarbeiter, Kinder und Bewohner der Kinderheilstätte gegen das Coronavirus geimpft worden. Das bestätigte am Freitag auf Anfrage Hannah Iserloh, Pressesprecherin der Kinderheilstätte.

Insgesamt 350 Impfdosen habe die Einrichtung bestellt. Am Freitag wurde die erste Lieferung verimpft. Und zwar vor Ort in der Kinderheilstätte. In der kommenden Woche soll dann der zweite Teil der Bestellung verimpft werden. Bis zuletzt habe die Kinderheilstätte am Ball bleiben müssen, damit die Impfaktion klappt, erklärt Hannah Iserloh. Denn während in der jüngeren Vergangenheit viel über die Impfungen für Senioren, Lehrer, Erzieher und andere Risikogruppen gesprochen wurde, sei der Bereich der Behindertenbetreuung etwas hintenübergefallen, wie die Sprecherin der Kinderheilstätte es beschreibt. „Wir wären dabei fast vergessen worden“, fügt sie hinzu. Aber die Beharrlichkeit hat sich ausgezahlt.

Am Ende hat es wie erhofft funktioniert und so konnten Wohngruppen, Therapeuten und Betreuungspersonal ihre Impfung erhalten. In den Wohngruppen wurden Jugendliche über 16 Jahren geimpft. „Wir sind sehr froh, dass wir die Impfungen jetzt haben“, sagt die Pressesprecherin.

Vielen Kindern und Jugendlichen in der Kinderheilstätte würden schwere Krankheitsverläufe drohen

Viele der Kinder und Jugendlichen mit teils mehrfachen Behinderungen gehören zu Risikogruppen, erklärt Hannah Iserloh. Bei einer Covid-19-Erkrankung würde ihnen wahrscheinlich ein schwerer Verlauf drohen. Deshalb hätten sich die Mitarbeiter in den Wohngruppen in den vergangenen Monaten sehr zurücknehmen müssen im Umgang mit den Bewohnern.

In den Kindergärten der Kinderheilstätte – dem Familienzentrum am Sinnesgarten und der Kindertagesstätte am Streichelzoo – seien die Impfungen bereits komplett. Auch die Lehrerinnen und Lehrer der Maximilian-Kolbe-Schule hätten ihre Impfungen bereits erhalten, so Iserloh. Beide Mitarbeitergruppen seien allerdings nicht vor Ort in der Kinderheilstätte, sondern im Impfzentrum in Dülmen geimpft worden.

Wie jetzt in den Wohngruppen, seien die Impfungen kurz vor dem Wochenende durchgeführt worden. „Damit haben wir gute Erfahrungen gemacht“, erklärt Iserloh. Auch, dass nicht alle Impfungen an einem Tag verabreicht werden, sei so vorgesehen. Der Grund seien mögliche Impfreaktionen bei den Mitarbeitern. Damit nicht zu viele gleichzeitig ausfallen, wurden die Impftermine gesplittet. Eine offensichtlich richtige Taktik: „Es gab Impfreaktionen zum Beispiel bei den Lehrern“, berichtet Hannah Iserloh. Diese hätten die bekannten Symptome, wie Fieber, Abgeschlagenheit oder ein allgemeines Krankheitsgefühl umfasst.

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Redaktion Selm
Jahrgang 1985, fasziniert von digitalen, technischen und lokalen Themen.
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Karim Laouari
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