Der Nordkirchener Manfried Kuliga mit seinem Rad in Südkirchen. Für die Gemeinde wurde die Bewertung des Klimatests des ADFC bekanntgegeben, an de auch Kuliga teilnahm. © Kuliga
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Fahrradklimatest: Nordkirchen erhält erste Bewertung der ADFC-Umfrage

Die Gemeinde Nordkirchen hat erstmals am Fahrradklimatest des ADFC teilgenommen, der die Fahrradfreundlichkeit von Städten abfragt. Das Ergebnis der Umfrage gibt Spielraum für Verbesserungen.

Der Fahrradklimatest 2020 des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) liefert auch für die Gemeinde Nordkirchen eine Auswertung. Der spiegelt ein allgemeines Stimmungsbild für die Fahrradfreundlichkeit von Städten wider. Dazu waren 91 Teilnehmer aus der Gemeinde Nordkirchen dazu angehalten, den Fragebogen des ADFC auszufüllen.

Manfried Kuliga, seit fast vierzig Jahren aktives Mitglied im ADFC und parteiloses Mitglied in der Fraktion der Grünen, ist erfreut über das Ergebnis und das Engagement: „Unsere Teilnehmerzahl ist sehr gut für eine der kleinsten Gemeinden im Kreis Coesfeld“, kommentiert er.

Eindrücke der Fahrradfahrer in der Gemeinde

Die Ergebnisse der Umfrage liegen seit Dienstag (16. März) vor und spiegeln die Eindrücke und Meinungen von Fahrradnutzerinnen und Nutzern aus der Gemeinde. Das Ergebnis: Nordkirchen bekleidet bei den Ortschaften unter 20.000 Einwohnern Rang 107 von 418. Zum Vergleich: Die Stadt Olfen als weitere Ortschaft des südlichen Münsterlandes kommt auf Rang 5 bei 66 abgegebenen Stimmen.

Besonders kritisch sehen die Fahrradbegeisterten laut der Auswertung das Fehlen von Sanktionen gegen Falschparker (Note 4,8). Weitere Aspekte sind eine kaum vorhandene Fahrradförderung und die Mitnahme im öffentlichen Nahverkehr (jeweils Note 4,5). Dazu merkt Kuliga an: „Bei uns haben sicher noch gar nicht so viele Radler versucht, ihr Fahrrad mal im Bus mitzunehmen. An Wochenenden gibt es dafür gar kein Angebot, da der kleine Taxi Bus R53 so winzig ist, dass auch nur sechs Leute mitkommen können.“

Noten geben Anregungen für die Zukunft

Neben weiteren Aspekten wird die mangelnde Breite der Radwege kritisch gesehen (Note 4,4). Besonders wenn Radwege in zwei Richtungen genutzt werden sollen, seien die Wege oft zu schmal, um gefahrlose Begegnungen möglich zu machen, gibt Kuliga das Stimmungsbild wider. Ebenfalls mit der Note 4,4 bewertet ist der Stellenwert des Radverkehrs in der Gemeinde. Nur wenig besser wird das Sicherheitsgefühl bewertet (Note 3,5). „Weil sie sich unsicher fühlen, fahren einige Radlerinnen und Radler auf dem Gehweg. Das ist wohl nicht die beste Lösung“, sagt Kuliga.

Doch auch gute Noten erhält die Gemeinde. So gibt es eine 1,9 für die Erreichbarkeit des Stadtzentrums und eine 2,5 dafür, dass in der Gemeinde sowohl junge als auch alte Menschen viel mit dem Rad unterwegs sind. Für Kuliga geben diese Noten Anlass dazu, von der Politik mehr Einsatz zu fordern und die Anregungen zu nutzen: „Der Fahrrad-Klimatest des ADFC ist ein ‚Faktencheck‘, der von den lokalen Politikern und Verwaltungen nicht ignoriert werden sollte. Denn einige gute Noten für Nordkirchen beschreiben, dass das Radfahren hier Spaß machen kann.“

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Obwohl nicht in Dortmund geboren, bin ich doch eng mit dieser Perle des Ruhrpotts verbunden. Eine Stadt durch die Augen eines Journalisten kennenzulernen, das fasziniert mich. Seit Oktober 2017 arbeite ich für die Ruhrnachrichten und bin seit April 2020 Volontärin.
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Denise Felsch

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