Erste Fälle von Hasenpest sind auch in den Kreisen Unna und Coesfeld bekannt geworden. Tote oder sterbende Tiere sollten nicht angefasst und bei den zuständigen Stellen gemeldet werden. © Sylvia vom Hofe
Wildtiere

Erste Fälle der Hasenpest aufgetreten: Das sollten Spaziergänger beachten

Vorsicht: ja. Panik: nein. So lässt sich zusammenfassen, was nach zwei Fällen der Hasenpest im Kreis Unna und Coesfeld gilt. Tote Tiere sollten nicht angefasst aber gemeldet werden.

In Werne sind zwei Fälle von Hasenpest aufgetreten. Ein Grund zur Panik ist das zwar nicht, wie Elmar Berks, Förster im Cappenberger Wald, erklärt. Vorsicht sei aber geboten. Für Spaziergänger und Hundehalter gelte: Tote Tiere, oder solche die sich kaum noch bewegen und keine Fluchtversuche machen, nicht anzufassen. Auch Hunde sollten von toten Hasen ferngehalten werden. „Wegen der Brut- und Setzzeit gilt ohnehin die Leinenpflicht. Darauf sollten Hundehalter jetzt noch mehr achten“, so Berks weiter.

Denn die Hasenpest, oder fachlich Tularämie, ist auch auf den Menschen übertragbar und nicht ungefährlich. Sie kann in aller Regel aber mit Antibiotika behandelt werden, heißt es dazu von der Kreispressestelle.

Hunde selbst erkranken in aller Regel zwar nicht selbst an der Hasenpest, können die Krankheit aber auf den Menschen übertragen, erklärt dazu Kreisveterinärdirektor Dr. Tobias Kirschner.

Meldungen aus ganz NRW

Konkrete Fälle sind Förster Berks im Cappenberger Wald bislang noch nicht bekannt. „Das kann aber schnell passieren.“ So wie in Lüdinghausen, wo laut Jäger Heinrich Lohmann aus Olfen, bereits vor einigen Wochen zwei Fälle der Hasenpest bestätigt wurden. „Es sind schon einige Fälle mehr geworden, im Verhältnis zu früher“, sagt Lohmann. Auch mit Blick auf die Meldungen über Hasenpestfälle aus ganz NRW, die in den vergangenen Monaten an vielen Orten aufgetreten ist. In dieser Form mitbekommen habe er das bislang noch nie, bestätigt auch Berks.

„Man sieht es den Tieren auch nicht sofort an. Die sehen weder abgemagert noch besonders krank aus“, erklärt Lohmann weiter.

Tiere nicht anfassen und melden

Spaziergänger oder Hundehalter sollten beim Fund von toten Hasen oder Tieren, die sich kaum bewegen und nicht weglaufen, folgendes beachten:

  • Abstand halten
  • Die Tiere in keinem Fall anfassen (Handschuhe und Mundschutz erforderlich)
  • Zuständigen Jäger oder Behörde informieren.

Die richtigen Ansprechpartner:

  • Kreis Unna (Selm und Lünen): Veterinärbehörde erreichbar per Mail an tierseuchen@kreis-unna.de oder per Fax an (0 23 03) 2714 99.
  • Kreis Coesfeld (Nordkirchen und Olfen): Veterinärbehörde erreichbar unter: Tel 02541 18 39 12 oder 02541 18 39 15 oder per Mail an veterinaerdienst@kreis-coesfeld.de (gerne mit Foto vom Smartphone für die Geodaten und Kontaktdaten).
  • Auch die Polizei oder lokale Ordnungsämter können kontaktiert werden. Dort sind in aller Regel die zuständigen Jäger im jeweiligen Revier bekannt.

Auswirkungen hat die Hasenpest natürlich in erster Linie auf die erkrankten Tiere selbst. „Da hatte der Bestand, genau wie bei anderem Niederwild, in den vergangenen zehn Jahren ohnehin schon gelitten. Unter anderem wegen vielen Predatoren (Raubtieren)“, so Förster Berks. Die Hoffnung, dass sich die Bestände jetzt wieder erholen, sei mit der Hasenpest wieder dahin.

Über den Autor
Beruflicher Quereinsteiger und Liebhaber von tief schwarzem Humor. Manchmal mit sehr eigenem Blick auf das Geschehen. Großer Hang zu Zahlen, Statistiken und Datenbanken, wenn sie denn aussagekräftig sind. Ein Überbleibsel aus meinem Leben als Laborant und Techniker. Immer für ein gutes und/oder kritisches Gespräch zu haben.
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Matthias Stachelhaus

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