Mitarbeiter der Firma Sonnenburg, behandeln Eichen im Spielplatz an der Eichenstraße in Südkirchen prophylaktisch, um die Ausbreitung der Raupen des Eichenprozessionsspinners einzudämmen. (Archivbild) © Sabine Geschwinder
Giftige Raupen

Eichenprozessionsspinner hat wieder Saison: Erste Einsätze in Nordkirchen

Die unbeliebten Raupen des Eichenprozessspinners haben wieder Saison. Die ersten Einsätze mussten Mitarbeiter des Bauhofs Nordkirchen bereits fahren. In manchen Fällen hilft eine Fachfirma.

Mit dem Sommerbeginn ist es in Nordkirchen nicht nur wärmer und sonniger geworden. Seit rund zwei Wochen haben auch die Raupen des Eichenprozessionsspinners (EPS) wieder Saison. Und damit fliegen auch wieder die kleinen, aber giftigen, Brennhaare der Tiere umher, die auch für Menschen gefährlich werden können.

Zu rund zehn Einsätzen mussten die Mitarbeiter des Bauhofs der Gemeinde Nordkirchen deshalb ausrücken. Ausgerüstet mit einem speziellen Staubsauger, Schutzmasken und Handschuhen werden die Nester überall dort entfernt, wo sie dem Menschen zu nahe kommen, erklärt der Leiter des Bauamts Joseph Klaas.

Fachfirma für Einsätze in hohen Bäumen

Sprich: In der Nähe von Schulen, Kitas, Spielplätzen oder Schulwegen, um Kinder besonders zu schützen. Aber auch in den Dörfern Nordkirchen, Südkirchen und Cappelle werden die Nester des EPS entfernt, wenn sie an zentralen Stellen auftauchen, genau wie in Parks. Eine Ausnahme ist der Schloßpark Nordkirchen. Hier wird der Bauhof nicht tätig, sondern die parkeigenen Gärtner kümmern sich gegebenenfalls um die Entfernung der Raupen.

„Es gibt natürlich auch Vorkommen die etwas höher in den Bäumen liegen, da kommen wir dann selbst nicht mehr dran.“ Für diese Fälle wird eine Fachfirma bestellt. Drei derartige Fälle gab es bislang in der Gemeinde.

Lage noch entspannt

Von einer dramatischen Lage könne man bislang noch nicht sprechen, so Klaas weiter. „Es gibt diese Tiere eben, in den vergangen Jahren wurden es immer mehr, damit müssen wir leben.“ Eine Prognose, ob es dieses Jahr mehr Raupen sind, als in den Vorjahren könne Klaas noch nicht abgeben. „Dafür ist es noch zu früh.“

Sind die giftigen kleinen Plagegeister erst einmal per Staubsauger entfernt und in den besonders dichten Säcken gefangen, geht es weiter in den Restmüll und die Verbrennungsanlage. Einfach ablagern kann man die Reste nicht. Die Brennhaare des EPS bleiben auch dann noch für lange Zeit gefährlich, wenn die Raupen tot sind oder sie die Haare abgeworfen haben.

Gift und natürliche Fressfeinde

Um die Epedemie durch den EPS weiter einzudämmen hatte der Kreis Coesfeld bereits seit Ende April auf den Einsatz eines biologischen Insektizids entlang der Kreisstraßen gesetzt. Damit habe man bislang gute Erfahrungen gemacht. Rund 2.400 Eichen stehen entlang aller Kreisstraßen in Coesfeld. Außerdem wurden bereits im vergangenen Jahr in Nordkirchen und Nachbargemeinden Nistkästen für Meisen aufgehängt, die natürliche Fressfeinde des EPS sind.

Eine flächendeckende Bekämpfung des EPS sei aber nicht möglich. Das weiß auch Josef Klaas. Nester in Wäldern etwa werden nicht entfernt. „Da stören die Raupen ja auch nicht.“

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Beruflicher Quereinsteiger und Liebhaber von tief schwarzem Humor. Manchmal mit sehr eigenem Blick auf das Geschehen. Großer Hang zu Zahlen, Statistiken und Datenbanken, wenn sie denn aussagekräftig sind. Ein Überbleibsel aus meinem Leben als Laborant und Techniker. Immer für ein gutes und/oder kritisches Gespräch zu haben.
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Matthias Stachelhaus

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