Nicht jeder Schüler verfügt über einen Laptop. In Selm gibt es bald die iPads für Schüler, die Bedarf haben. © picture alliance/dpa
Distanzunterricht

Die iPads für Schüler sind da: Stadt Selm nennt Datum für Übergabe

Pünktlich zum Start des Distanzunterrichts nach den Weihnachtsferien haben sie es nicht ganz geschafft: die iPads für Schüler. Doch die Stadt Selm nennt nun zumindest das Datum für die Übergabe.

Im Juli hatte die Landesregierung die Förderung einer digitalen Sofortausstattung für Schulen erlassen. Davon profitieren sollen Kinder mit „einem besonderen Bedarf“: Also Kinder, deren Eltern beispielsweise nicht so viel Geld haben, um einen Laptop anzuschaffen, oder deren Eltern selbst im Homeoffice arbeiten und iPad oder Computer für die eigene Arbeit brauchen. Zu 90 Prozent fördert das Land die Kosten für die Schüler-iPads, den Rest trägt die Stadt. Die Stadt Selm hatte diese sogenannten mobilen Endgeräte auch geordert. Doch geliefert wurden sie bis dato nicht.

Das hat sich geändert, wie Stadtsprecher Malte Woesmann auf Anfrage der Redaktion berichtet: „Insgesamt 600 iPads – 400 für Schüler, 200 für Lehrer – sind bei der Stadtverwaltung eingetroffen, inventarisiert und eingerichtet.“ Zurzeit laufe die Abstimmung mit den Schulen, welche Apps sinnvoll genutzt werden sollen, führt Woesmann aus. „Die Planungen sehen vor, dass die iPads für die Schüler am 18. Januar, für die Lehrer am 25. Januar ausgeliefert werden. Die Schulen entscheiden dann, wer ein iPad bekommt und ob und wie eine Einweisung in die Bedienung erfolgt.“

Die iPads werden dringend benötigt

Die Nachricht kommt zu einer Zeit, in der viele Familien diese iPads dringend benötigen, weil sonst ihre Kinder nicht am Distanzunterricht der Schulen teilnehmen können. Der hat am Montag, 11. Januar, offiziell begonnen, weil Bund und Länder mit Ausnahmen den Präsenzunterricht an Schulen ausgesetzt haben, um das Infektionsgeschehen rund um das Coronavirus eindämmen zu helfen.

Kinder aus 40 bis 50 Familien, so schätzt es zum Beispiel Stephanie Brockhaus, Leiterin der Selmer Ludgerischule, können nicht am Distanzunterricht der Grundschule mit Videokonferenzen teilnehmen, weil ihnen eben jene mobilen Endgeräte fehlen und sie nicht über Smartphones, Tablets oder Laptops verfügen.

Das wird sich nun ändern. Auf diesen Geräten wird unter anderem die Kommunikationsplattform IServ eingerichtet, über die Schüler unter anderem an Videounterrichtseinheiten teilnehmen können, um so den ausgesetzten Präsenzunterricht kompensieren zu können. Sobald der Distanzunterricht als Maßnahme zur Eindämmung der Corona-Pandemie beendet sein wird, sollen die iPads auch im normalen Präsenzunterricht eingesetzt werden.

Die iPads werden an die Familien und die Lehrer ausgeliehen und per Nutzungsvereinbarung übergeben. „Einige Eltern haben schon danach gefragt“, berichtet Christine Jücker, Leiterin der Overbergschule.

Was ist aber, falls die potenziellen Nutzer zu Hause kein W-Lan haben? „Das ist zum Beispiel im Übergangsheim für Flüchtlinge an der Industriestraße der Fall“, sagt Christine Jücker. Einige der Flüchtlingskinder besuchen die Overbergschule. Diese Kinder könnten zwar ein iPad bekommen, könnten dann aber mangels W-Lan nicht am Onlineunterricht der Schule teilnehmen. „Die Stadt kümmert sich aber schon um das Thema.“

Lösungen für Familien ohne W-Lan in Arbeit

Wird es neben der Lösung für Übergangsheime auch eine Lösung für Schüler ohne W-Lan in Privathaushalten geben? Auf Nachfrage der Redaktion bei der Stadt Selm antwortet Stadtsprecher Malte Woesmann: „Falls kein W-Lan vorhanden und damit die Teilnahme am Distanzunterricht nicht möglich ist, wird zurzeit an individuellen Lösungen mit mobilen Hotspots gearbeitet.“

Es sieht also so aus, als ob der Distanzunterricht in digitaler Form über die Kommunikationsplattform IServ bald noch mehr Schülern möglich ist. In diesem Zusammenhang lobt Christine Jücker die Stadt Selm: „Wir hier in Selm haben wenigstens iPads. Das sieht in anderen Städten anders aus.“

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Arndt Brede

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