Eigentlich sollte das Fast Food Restaurant neben der Hem-Tankstelle schon im Januar oder Februar 2021 aufmachen. © Goldstein
Fast-Food-Restaurant

Burger King oder KFC? Viele Fragen offen bei geplantem Restaurant für Selm

Burger King, Kentucky Fried Chicken oder ganz anders? Bei dem Bau einer neuen Fast-Food-Kette für Selm hat es viele unterschiedliche Aussagen gegeben. Das gilt auch für den Eröffnungstermin.

„Burger King kommt“. Diesen Satz hatte Selms ehemaliger Bürgermeister Mario Löhr beim Neujahrsempfang im Januar 2020 verkündet – es ist für manche der markanteste Satz aus seiner Rede. Nun, elf Monate später, fragt sich aber der eine oder andere: Wann kommt denn nun das Fast-Food-Restaurant auf dem ehemaligen Rüschkampgelände an der Kreisstraße/Zeche-Hermann-Wall und welches eigentlich?

„Das weiß ich selber nicht“, sagt Joan-Hendrik Rüschkamp auf die Frage, welches Fast-Food-Geschäft es denn nun werde. Rüschkamp ist Inhaber des gleichnamigen Autohauses und Besitzer des Geländes, auf dem das Fast -Food-Geschäft entstehen soll. Dass wahrscheinlich Burger King nach Selm kommen würde, war schon seit August 2017 ein Gesprächsthema in Selm. Mario Löhr hatte das damals auch im Sommer-Interview mit den RN erwähnt, und Rüschkamp hatte es später bestätigt. Danach wurde es turbulenter.

Burger King – Ökoladen – KFC – und nun?

Anfang 2020 hatte sich Rüschkamp offen für eine gesunde Alternative zu Burger King gezeigt. Ende April 2020 hatte er dann bestätigt, dass die Schloss Burger GmbH der Franchise-Nehmer für die neue Filiale werden wird. Schloss Burger ist nach eigenen Aussagen der größte Franchise-Nehmer des Burger-Unternehmens Burger King. Damals hatten auch die Bauarbeiten auf dem Gelände angefangen, und Rüschkamp hatte von einem Eröffnungstermin im September gesprochen. Im September hieß es dann von Rüschkamp, dass nicht Burger King sondern Kentucky Fried Chicken nach Selm kommen werde. Neuer geplanter Eröffnungstermin: Januar oder Februar 2021.

Dass der Termin nicht gehalten werden wird, kann Rüschkamp jetzt schon sagen. „Das wird nicht klappen“, sagt er auf RN-Anfrage. „Wir haben vor, den Bau jetzt winterfest zu machen.“ Aber das erste Quartal 2021 habe er noch nicht aufgegeben. Doch wer eröffnet denn nun? Seinen Vertrag habe er mit Schloss Burger geschlossen, sagt Rüschkamp. Die würden nicht nur Burger King sondern auch andere Franchise-Restaurants betreiben. Also kommt dann nun statt Burger King oder KFC bald McDonald‘s? Auf die etwas scherzhaft gestellte Frage sagt Rüsckamp: „Da kann ich nicht ja oder nein sagen.“

Kentucky Fried Chicken wird es nicht

Das Nein zum Thema Kentucky Fried Chicken kommt dagegen aus der Zentrale der Hühnchen-Kette: „In Selm wird kein KFC-Restaurant gebaut oder eröffnet“, schreibt eine Sprecherin auf Anfrage.

Vielleicht kann ja Schloss Burger endlich Licht ins Dunkle bringen. Eine eigene Pressestelle hat die Firma, die 112 Burger-Restaurants betreibt, zwar nicht. Der zuständige Operations-Manager verweist allerdings an die Firmen-Pressestelle von Burger King, dort würde man alle Fragen beantworten. Schloss Burger betreibt bislang übrigens nur Burger-King-Filialen.

Viele Fragen – keine Antworten

Folgende Fragen haben wir an Schloss Burger und später auch an die Pressestelle von Burger King gestellt: Kommt nun Burger King nach Selm? Wann soll die Filiale eröffnen, und wieso dauert es länger? Ist vielleicht die Corona-Krise ein Grund?

Auf all diese Fragen antwortet die Pressestelle nicht. Sie schreibt lediglich: „Über laufende Prüfungsverfahren gibt das Unternehmen aus Rücksicht auf alle Beteiligten keine Informationen weiter. Sobald eine Entscheidung für einen neuen Standort gefallen ist, wird Burger King proaktiv hierüber informieren.“

Die Baustelle soll nun erstmal winterfest gemacht werden. © Goldstein © Goldstein

Mögliche Investitionsstandorte würden internen Prüfungen unterzogen.

Gegebenenfalls fänden im Vorfeld auch Verhandlungen mit möglichen

Vertragspartnern an interessanten Standorten statt, heißt es außerdem von dem Unternehmen. Eine Aussage, die zumindest verwunderlich ist für einen Standort, der sich in bester Lage befindet und bei dem die Bauarbeiten bereits seit Ende April laufen.

Gespräche Mitte Dezember geplant

Auf die Frage nach den Auswirkungen der Corona-Krise kann zumindest Martin Mura von der Gewerkschaft für Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) eine Antwort geben. „Im Moment gibt es sehr große Umsatzzuwächse im Bereich Home Delivery bei den Fast-Food-Ketten.“ Das Geschäft aus dem Laden habe sich auf den Drive-In und das Liefern ins Haus, also die Home-Delivery, verlagert. Zumindest er sieht Corona nicht als Grund dafür, Projekte nach hinten zu schieben. Das Fachblatt für Marketing und Vertrieb, Absatzwirtschaft, berichtete jüngst ebenfalls von den immensen Steigerungen im Drive-in-Vertrieb, die dabei helfen sollen mögliche Umsatzeinbrüche zu stoppen. Kentucky Fried Chicken habe sogar trotz Corona-Krise eine Expansion in kleinere Städte angekündigt.

Joan-Hendrik Rüschkamp verweist auf ein Gespräch, dass Mitte Dezember, also in einem Monat, mit Schloss Burger geplant ist. Dann erhofft er sich konkretere Aussagen. Auch wenn es gerade aktuell kein Signal von der Firma gebe, ist er optimistisch. Rüschkamp verweist auf den bestehenden Vertrag und ist sicher, dass auf die Gespräche Taten folgen. „Ich gehe davon aus, dass es bald wieder losgehen kann“, sagt Rüschkamp.

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Ich bin neugierig. Auf Menschen und ihre Geschichten. Deshalb bin ich Journalistin geworden und habe zuvor Kulturwissenschaften, Journalistik und Soziologie studiert. Ich selbst bin Exil-Sauerländerin, Dortmund-Wohnerin und Münsterland-Kennenlernerin.
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Sabine Geschwinder
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