Auf dem Grundstück des geplanten Wohnprojekts "Mittendrin" haben Rodungsarbeiten begonnen. © Karim Laouari
Wohnprojekt „Mittendrin“

Baumfällungen am Gorbach: Neues Wohnquartier erfordert Kahlschlag

In den nächsten Tagen werden zahlreiche Bäume auf dem Grundstück gegenüber der Gesamtschul-Turnhalle gefällt. Von dem bislang dichten Bewuchs wird dort nicht viel stehen bleiben.

Auf dem Grundstück am Gorbach, gegenüber der Gesamtschul-Turnhalle gehen die Arbeiten für das integrative Wohnprojekt „Mittendrin“ weiter. Das bedeutet in den kommenden Tagen in erster Linie, dass Kettensäge und schweres Gerät auf dem rund 9000 Quadratmeter großen Grundstück zum Einsatz kommen. Im Gespräch mit der Redaktion erklärt Architekt Lothar Steinhoff, warum jetzt zahlreiche Bäume und Sträucher gefällt werden müssen.

So sei das Grundstück vergleichsweise dicht mit verschiedenen Nadel- und Laubgehölzen bewachsen, die auch zu einem nicht unerheblichen Teil dort stehen, wo später die Wohngebäude des neuen Quartiers entstehen sollen.


Dass gerade Baumfällungen ein sensibles Thema sind, ist dem Architekten und den Projektplanern bewusst, weswegen sie frühzeitig die Rodungsarbeiten mit den direkten Nachbarn besprochen und auch Informationsbanner rund um das Grundstück aufgehängt hätten, so Steinhoff. Ende September 2020 sorgte der Abriss des ehemaligen Wohnhauses auf dem Grundstück bereits für Irritationen.

Auf dem Grundstück des geplanten Wohnprojekts
Auf dem Grundstück des geplanten Wohnprojekts “Mittendrin” haben Rodungsarbeiten begonnen. © Karim Laouari © Karim Laouari

Zu den aktuellen Arbeiten sagt Steinhoff: „Es gibt dabei eine ökologische Baubegleitung, die im Vorfeld alle Bäume auf dem Grundstück analysiert hat“, so der Capeller Architekt. Teil dieser Analyse sei auch gewesen: „Gibt es Schlupflöcher für Vögel oder Fledermäuse, die sich dort eingenistet haben?“ Das Fachbüro sei zu dem Ergebnis gekommen, dass keine Tiere durch die Arbeiten gestört oder verdrängt werden, sagt der Architekt.

Über eine Woche Arbeit haben die Mitarbeiter des Fachbetriebs nach eigenen Schätzungen jetzt auf dem Grundstück vor sich, um die Bäume zu fällen. Jetzt sei dafür genau die richtige Zeit, erklärt Lothar Steinhoff. Im Frühjahr beginnt die Brutzeit – dann sind Rodungsarbeiten verboten.

Auch wenn ein großer Teil der Bäume weichen muss – nicht alle sollen der Kettensäge zum Opfer fallen. Am Rand der geplanten Bauflächen und auch im Bereich zwischen den späteren Häusern sollen Bäume stehen bleiben. Diese seien mit einem pinkfarbenen Kreuz markiert. „Es ist natürlich schön für ein Quartier, wenn schon ein paar hohe Bäume da sind“, erklärt Steinhoff. Trotzdem, im Vergleich zum jetzigen Zustand fügt er hinzu: „Es bleibt nicht viel stehen.“

Derzeit befinden sich die Projektplaner in Gesprächen, um das Wohnprojekt „Mittendrin“ als inklusives Quartier umsetzen zu können. Eine Entscheidung, welcher Träger sich um das betreute Wohnen kümmern wird, sei zwar noch nicht gefallen, die Gespräche befänden sich aber auf einem guten Weg. Parallel dazu arbeite der Architekt in Absprache mit der Gemeinde an einem Bebauungsplan für das Grundstück, über den die Nordkirchener Politik noch entscheiden muss.

Über den Autor
Redaktion Selm
Jahrgang 1985, fasziniert von digitalen, technischen und lokalen Themen.
Zur Autorenseite
Karim Laouari

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.