Wolfgang Hülsbusch (r.) ist Ende Juli im Alter von nur 59 Jahren gestorben. Gemeinsam mit Andreas Pelster (l.) hatte Hülsbusch 20 Jahre lang den inklusiven Karnevalsumzug in Nordkirchen organisiert. © Marie Rademacher (Archiv)
Trauer

Abschied von Wolfgang Hülsbusch: Mit-Organisator des Karnevalsumzugs gestorben

Wolfgang Hülsbusch hat als Mit-Organisator des Nordkirchener Karnevalsumzug sehr zum Thema Inklusion in der Gemeinde beigetragen. Ende Juli ist Hülsbusch mit nur 59 Jahren gestorben.

Familie, Freunde und Wegbegleiter in Nordkirchen nehmen Abschied von Wolfgang Hülsbusch. Der 59-Jährige ist überraschend am 23. Juli gestorben. Hülsbusch, der einen Maler- und Glaserbetrieb geleitet hat, war vielen Nordkirchenern vor allem wegen des inklusiven Karnevalsumzugs bekannt. 20 Jahre lang hatte er gemeinsam mit Andreas Pelster den Karnevalsumzug in Nordkirchen organisiert. Hülsbusch trug damit erheblich bei zur Inklusion von Menschen mit Behinderung in der Gemeinde. Denn immer im Wechsel kommen die Prinzenpaare entweder aus der Kinderheilstätte oder den Nordkirchener Caritaswerkstätten.

Der Karnevalsumzug Ende Februar 2020 war der letzte, den Hülsbusch und Pelster organisierten. Nach 20 Jahren wollten die beiden die Organisation des Umzugs in andere Hände übergeben, wie sie der Redaktion am Rande des Umzugs fast beiläufig verrieten. Insgesamt gibt es den Umzug bereits seit 41 Jahren in Nordkirchen. Er ist der einzige integrative Karnevalsumzug, bei dem immer Menschen mit Behinderung als Prinzenpaar an der Spitze stehen.

„Eines seiner Herzensanliegen waren die Medicalcamps, in denen Dorfbewohner aufgrund der Vereinsspenden kostenlos ärztlich behandelt wurden“, schreibt der Verein Keniahilfe Nordkirchen über den ehemaligen 2. Vorsitzenden Hülsbusch.
„Eines seiner Herzensanliegen waren die Medicalcamps, in denen Dorfbewohner aufgrund der Vereinsspenden kostenlos ärztlich behandelt wurden“, schreibt der Verein Keniahilfe Nordkirchen über den ehemaligen 2. Vorsitzenden Hülsbusch. © Kersting/Keniahilfe Nordkirchen © Kersting/Keniahilfe Nordkirchen

In einem Nachruf nimmt auch die Gemeinde Nordkirchen Abschied von Wolfgang Hülsbusch. Die Gemeinde verliere einen „lebensfrohen, warmherzigen und sozial engagierten Menschen“, heißt es darin. Der Karnevalsumzug sei „eine Attraktion für die ganze Gemeinde“. Und weiter: „Dank seines Engagements wurde jeder einzelne Umzug zu etwas ganz Besonderem sowie zu einem Beispiel gelebter Inklusion.“

Neben dem Karnevalsumzug engagierte sich Wolfgang Hülsbusch außerdem für den Verein Keniahilfe Nordkirchen. Auch die beiden Mit-Vereinsgründer, Birgit und Bernd Kersting, traf der plötzliche Tod des 2. Vereinsvorsitzenden sehr. „Mit großer Trauer und Bestürzung hat der Verein Keniahilfe Nordkirchen vom Tod seines 2. Vorsitzenden Wolfgang Hülsbusch erfahren“, schreibt der Verein in einer Mitteilung an diese Redaktion.

Mehrere Male habe er Bernd und Birgit Kersting bei den Hilfsaktionen in Kenia begleitet. „Vor Ort engagierte er sich tatkräftig insbesondere in den vom Verein betreuten Schulen sowie bei der Unterstützung von Berufsausbildungen. Eines seiner Herzensanliegen waren die Medicalcamps, in denen Dorfbewohner aufgrund der Vereinsspenden kostenlos ärztlich behandelt wurden“, erinnern sich die Kerstings.

Gemeinsam mit Birgit und Bernd Kersting reiste Wolfgang Hülsbusch nach Kenia, um dort Spenden für verschiedene Projekte zu übergeben.
Gemeinsam mit Birgit und Bernd Kersting reiste Wolfgang Hülsbusch nach Kenia, um dort Spenden für verschiedene Projekte zu übergeben. © Kersting/Keniahilfe Nordkirchen © Kersting/Keniahilfe Nordkirchen

„Die Keniahilfe Nordkirchen ist sehr dankbar, dass auf Wunsch des Verstorbenen statt Blumensträuße Geldspenden für Hilfsaktionen in dem afrikanischen Land erfolgen sollen. Diese Spenden werden im Sinne von Wolfgang Hülsbusch den Menschen direkt zugute kommen.“

Zur Beisetzung treffen sich die Vereinsmitglieder am Freitag (7.8.) um 13 Uhr im Ruheforst in Cappenberg.

Über den Autor
Redaktion Selm
Jahrgang 1985, fasziniert von digitalen, technischen und lokalen Themen.
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Karim Laouari

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