In Capelle hat der Bau der ersten Mobilstation begonnen. Erst Zuweisungen vom Bund/Land haben die Realisierung möglich gemacht. © Gemeinde/Karim Laouari
Fördergelder

20 Millionen in vier Jahren: Wie wichtig Förderungen für Nordkirchen sind

Die Zeit der Vorbereitung ist beendet: In Capelle ist der Bau der ersten von vier geplanten Mobilstationen gestartet. Möglich geworden ist das Projekt erst durch Zuschüsse. Kein Einzelfall.

Fast 20 Millionen Euro an Zuschüssen hat die Gemeinde Nordkirchen in den Jahren 2017 bis einschließlich 2020 erhalten. Damit konnten verschiedenste Projekte in der Gemeinde realisiert werden wie das Dorfgemeinschaftshaus, die Sanierung der Grundschule Südkirchen, Parkraumsensoren oder auch Mobilstationen.

Die Zuschüsse kommen dabei aus verschiedenen Töpfen, von der EU, vom Bund und vom Land. Welcher Anteil am Ende vom wem kommt, kann die Gemeindeverwaltung nicht im Detail beziffern. „Die Zusammensetzung erschließt sich für uns auch nicht ganz genau“, sagt Bürgermeister Dietmar Bergmann. Er weist darauf hin, dass am Ende die Fördergelder immer über die Bezirksregierung in Münster zur Gemeinde kommen..

Die Gemeindeverwaltung verweist dabei auf das Grundgesetz – hier Art. 104b Abs. 1 (Finanzhilfen des Bundes) und Art. 107 Abs. 2 (Finanzkraft und Finanzbedarf). Danach kann der „Bund, soweit dieses Grundgesetz ihm Gesetzgebungsbefugnisse verleiht, den Ländern Finanzhilfen für besonders bedeutsame Investitionen der Länder und der Gemeinden (Gemeindeverbände) gewähren, die zur Abwehr einer Störung des gesamtwirtschaftlichen Gleichgewichts oder zum Ausgleich unterschiedlicher Wirtschaftskraft im Bundesgebiet oder zur Förderung des wirtschaftlichen Wachstums erforderlich sind.“

Fördergelder ermöglichen Bau des Dorfgemeinschaftshauses Capelle

Welche Folgen das Gesetz für die Entwicklung einer Gemeinde hat, ist beispielsweise bei der Errichtung des Dorfgemeinschaftshauses in Capelle deutlich geworden. In einer älteren Verwaltungsvorlage heißt es beispielsweise: „Es ist mit Baukosten von etwa 1,2 Mio. Euro zu rechnen, wobei die Verwaltung gute Aussichten sieht, dieses Dorfgemeinschaftshaus im Rahmen der Förderungen zur Dorfentwicklung auch gefördert zu bekommen (max. 65 %). Der Baubeschluss sollte daher unter den Vorbehalt gestellt werden, dass tatsächlich auch eine Förderung erfolgt.“ Am Ende flossen dann tatsächlich in 2018 und 2019 Fördergelder für das Projekt.

Der Bau des Dorfgemeinschaftshauses in Capelle war gekoppelt an eine Unterstützung von Bund/Land. © Karim Laouari © Karim Laouari

Im vergangenen Jahren erhielt die Gemeinde Zuschüsse für Mobilstationen. Mitarbeiter eines beauftragten Tiefbauunternehmens haben nach Auskunft der Verwaltung damit begonnen, in Capelle den Platz und die Bushaltestelle für die eigentliche Mobilstation vorzubereiten. Etwa zwei bis drei Wochen werden die Arbeiten an der Bahnhofstraße direkt gegenüber des Edeka-Markts Jehle dauern.

„Danach sollen dann die einzelnen Module der Mobilstation aufgebaut werden“, kündigt Janine Eßmann, Klimaschutzbeauftragte der Gemeinde Nordkirchen an.

Zum Start der ersten Mobilstation in Capelle – voraussichtlich ab Mitte Oktober – werde es möglich sein, das offene WLAN im Aufenthaltsraum der Station zu nutzen. Nutzerinnen und Nutzer können außerdem die Fahrradabstellanlage nutzen und ein digitales, dynamisches Fahrgastinformationssystem ist ebenfalls in Planung. Direkt neben der Station wird eine Ladesäule für Elektroautos eingerichtet. Auch E-Bike-Fahrer sollen bald eine Möglichkeit bekommen, ihre Fahrräder aufzuladen.

Gemeinde kann mit Unterstützung neue Verkehrskonzepte realisieren

Zudem sind verschiedene Sharing-Angebote in Vorbereitung, wie Wirtschaftsförderer Manuel Lachmann erklärt. Neben der Möglichkeit, E-Bikes auszuleihen, sollen an den Mobilstationen auch Car-Sharing-Fahrzeuge bereitstehen. Die einzelnen Angebote werden jetzt nach und nach ausgebaut, so Lachmann.

Auch die weiteren Mobilstationen werden jetzt nach und nach aufgestellt. Im Ortsteil Nordkirchen wird eine Station an der Schloßstraße am Plettenberger Hof errichtet, in Südkirchen an der Hauptstraße neben der Grundschule und am Bahnhof Capelle.

Damit wird deutlich, wie stark Gemeinden wie Nordkirchen von der Unterstützung von Bund, Land und EU abhängig sind, um neue Verkehrskonzepte zu realisieren oder neue Gebäude wie das Dorfgemeinschaftshaus zu errichten.

Über den Autor
Redaktion Selm
Journalist aus Leidenschaft, Familienmensch aus Überzeugung, Fan der Region. Als Schüler 1976 den ersten Text für die Ruhr Nachrichten geschrieben. Später als Redakteur Pendler zwischen Münsterland und Ruhrgebiet. Ohne das Ziel der Arbeit zu verändern: Die Menschen durch den Tag begleiten - aktuell und hintergründig, informativ und überraschend. Online und in der Zeitung.
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Thomas Aschwer

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