Die ehemalige Ladenpassage in Wulfens Mitte ist heruntergekommen. Eine Lösung des Problems zeichnet sich ab. © Guido Bludau (A)
Keine Zwangsversteigerung

Wulfener Markt wird verkauft – und dann abgerissen

Die Botschaft wird Barkenberg freuen: Der Wulfener Markt wird verkauft. An wen, das ist kein Geheimnis mehr. Damit ist eine Zwangsversteigerung der Schrottimmobilie vom Tisch.

Kurz vor der Jahreswende hat die Stadt Dorsten einen Bescheid aus Münster bekommen. Darin werden der Stadtverwaltung Dorsten unter anderem 300.000 Euro zugesichert. Ein willkommenes Geldgeschenk für die Zukunft des Wulfener Marktes.

Denn die Stadt hat Pläne mit der Bauruine und mit den angrenzenden Grundstücken: „Ziel ist der Abriss, um das Gelände neu zu nutzen“, kündigte Stadtbaurat Holger Lohse auf Anfrage der Dorstener Zeitung an.

Der Rat der Stadt Dorsten habe den Abriss in nicht-öffentlicher Sitzung am 18. November beschlossen, so Lohse weiter. Nach der Insolvenz des ehemaligen Besitzers (Medico Fonds 18) sollte das Wohn- und Geschäftshaus in Wulfen-Barkenberg 2019 zwangsversteigert werden. Der Meistbietende entpuppte sich bei näherer Betrachtung als unseriös, sodass die Entwicklungsgesellschaft Wulfen als Grundstückseigentümerin dem Zuschlag nicht zustimmte.

Das Zwangsversteigerungsverfahren wird wohl weder von der Stadt noch von den weiteren Gläubigern weiter betrieben werden. Holger Lohse: „Die Stadt wird den Wulfener Markt im Verbund mit einer städtischen Gesellschaft erwerben. Für diesen freihändigen Kauf müssen aber noch letzte Dinge geklärt werden.“ Das sei voraussichtlich im Januar der Fall. Ziel der Verwaltung sei es, die Planungshoheit für das Grundstück zu behalten.

Die Landesförderung über 300.000 Euro für den Wulfener Markt kommt der Verwaltung deshalb sehr gelegen. Mit dem Betrag können laufende Betriebskosten bis zu drei Jahre lang gedeckt, außerdem die Verkehrssicherungspflichten sichergestellt und bezahlt werden.

Rat und Verwaltung sind sich einig

Rat und Verwaltung seien sich einig gewesen, dass der Gebäudekomplex abgerissen werden soll, sagte Lohse zudem. „Gespräche über eine mögliche Förderung der späteren Abrisskosten werden bereits mit dem Land geführt.“

Politik und Verwaltung werden in einer Sondersitzung des Umwelt- und Planungsausschusses im Februar erste Ideen für ein städtebauliches Nachnutzungskonzept beraten. „Das wird in einem städtischen Rahmenplan zusammengefasst“, so Lohse. Im Blick behält die Verwaltung dabei auch angrenzende Grundstücke, um ein stimmiges Gesamtbild entwerfen zu können.

Den freihändigen Erwerb der Schrottimmobilie fordert die Dorstener SPD schon seit Längerem. Erst im Sommer hatte die Fraktion einen entsprechenden Antrag im Rat gestellt. Fraktionsvorsitzender Friedhelm Fragemann (SPD) freut sich, dass der Wunsch nach Revitalisierung des Wulfener Zentrums nun ein Stück weit näher gerückt ist.

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Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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