Rastende werden sie vermissen: Die Schatten spendenden Baumkronen zweier Buchen am Ostendorfer Kamp. Sie mussten gefällt werden. © Guido Bludau
Untere Naturschutzbehörde

Wulfener fragen sich: Warum sind zwei mächtige Buchen weg?

Wulfener vermissen den Anblick zweier alter Buchen am Ostendorfer Kamp/Frankenstraße. Sie mussten laut Auskunft des Eigentümers gefällt werden. Die untere Naturschutzbehörde war sehr dafür.

Kaum sind die beiden mächtigen Buchen aus dem Straßenbild an der Straße Zum Ostendorfer Kamp/Frankenstraße verschwunden, da werden sie auch schon vermisst: „Warum mussten die uralten Bäume gefällt werden?“, fragt ein Wulfener nach.

„Ich habe das nicht freiwillig gemacht“, sagt der Eigentümer der Bäume auf unsere Anfrage. Die Bäume seien krank gewesen, was man nun auch als Laie an den abgesägten Baumstämmen deutlich erkennen könne. „Für die Baumfällung habe ich eine offizielle Genehmigung des Kreises Recklinghausen bekommen.“

Buchen waren bis in ihre Kronen vom Pilz befallen

Am Samstag mussten Mitarbeiter eines Fachbetriebes anrücken, nachdem ein Gutachter des Kreises Recklinghausen (untere Landschaftsbehörde) festgestellt hatte, dass die Bäume zum Absterben verurteilt waren: „Sie hatten Pilzbefall bis in die Krone, da war nichts mehr zu machen“, so der Besitzer.

Zwei Buchen wurden auf einem privaten Grundstück in Wulfen gefällt.
Zwei Buchen wurden auf einem privaten Grundstück in Wulfen gefällt. © Guido Bludau © Guido Bludau

Nun steht eine Sitzbank ungeschützt an der Weggabel Ostendorfer Kamp/Frankenstraße. Dort haben Spaziergänger und Radfahrer regelmäßig im Frühjahr und Sommer Pausen eingelegt, um im Schatten der Bäume einen kleinen Imbiss oder ein Getränk zu sich zu nehmen.

„Weil die Bäume bis in die Spitzen so stark geschädigt waren, war die Sicherheit der Passanten gefährdet“, sagt der Besitzer. Eine Gewährleistung übernehme niemand mehr, wenn von einem kranken Baum ein Ast abbreche und hinunterfalle.

Kreis soll Fällen der Bäume genehmigt haben

Der Besitzer hatte sich zunächst hilfesuchend an die Stadt gewandt. Da sie aber keine Baumschutzsatzung hat, ist der Kreis als untere Naturschutzbehörde die richtige Adresse für Fragen zur Pflege oder zum Fällen alter Baumbestände. „Der Kreis hat dann einen Mitarbeiter geschickt, der die Bäume begutachtet und den Pilzbefall festgestellt hat“, so der Eigentümer. Von der Behörde sei letztlich die Genehmigung für das Fällen der Bäume erteilt worden.


Obwohl Dorsten keine Baumschutzsatzung hat, dürfen Bäume in Dorsten nicht „mir nichts dir nichts“ umgehauen werden. „In allen Schutzgebieten des Kreises ist es generell verboten, außerhalb des Waldes gelegene Einzelbäume, Baumreihen oder Baumgruppen zu beschädigen oder in anderer Weise in ihrem Wachstum zu gefährden“, heißt es aus der Kreisverwaltung. Bei Gefahrenabwehr sei die Naturschutzbehörde zu befragen.

Ersatzpflanzung muss vorgenommen werden

Das hat der Wulfener getan: „Es ist alles völlig legal abgelaufen.“ Nach dem Fällen der beiden Buchen müssen jetzt noch die Wurzeln ausgefräst werden. Dann muss der Eigentümer auf Anordnung des Kreises eine Ersatzpflanzung vornehmen: „Ich kann aus einer Liste mit zehn Baumarten wählen.“

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Seit 20 Jahren als Lokalredakteurin in Dorsten tätig. Immer ein offenes Ohr für die Menschen in dieser Stadt, die nicht meine Geburtsstadt ist. Das ist Essen. Ehefrau, dreifache Mutter, zweifache Oma. Konfliktfähig und meinungsfreudig. Wichtige Kriterien für meine Arbeit als Lokalreporterin. Das kommt nicht immer gut an. Muss es auch nicht. Die Leser und ihre Anliegen sind mir wichtig.
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Claudia Engel

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