Patrick Teichmann zeigt eine Riesentomate (1376 Gramm). Der Thüringer nimmt am „Tomathon" von Alexander Stroick und Matthias Krampe aus Rhade teil. © dpa
XXL-Gemüse

Wer züchtet die größte Tomate? Weltrekordler bei Rhader „Tomathon“ dabei

In Dorsten ist das Tomaten-Fieber ausgebrochen: Wer schafft es, die größte zu züchten? Zwei Rhader haben einen Wettbewerb ausgerufen, an dem auch ein Weltrekordhalter teilnimmt.

Mit dem Züchten von XXL-Gemüse kennt Patrick Teichmann sich aus. Als „Möhrchen-Patrick“ ist der Thüringer überregional bekannt geworden. Seit einem Jahr hält er den Weltrekord für die meisten in einem Garten kultivierten Riesengemüsesorten. Insgesamt 33 Sorten erntete er für die Auszeichnung, darunter riesige Zwiebeln, Steckrüben und Rettiche.

Teichmann selbst isst gar kein Gemüse. Der Hobby-Gärtner hat vor allem Freude am Anbau. Und er lässt kaum eine Gelegenheit aus, sich in Sachen Riesengemüse mit anderen zu messen. Deshalb nahm er die Herausforderung aus Rhade auch gerne an.

Teilnehmer aus Ungarn und Österreich dabei

Die Idee zum Tomatenzuchtwettbewerb „Tomathon“ hatten Landwirt Matthias Krampe und Hobby-Gärtner Alexander Stroick. Es geht darum, von März bis Anfang Oktober die größte und schwerste Tomate zu züchten. 50 Teilnehmer sind dabei, rund 20 aus Dorsten und Umgebung, der Rest aus ganz Deutschland und sogar aus Österreich und Ungarn.

Alexander Stroick (l.) und Matthias Krampe aus Rhade haben den Tomatenzuchtwettbewerb „Tomathon” ausgelobt. Die Gründer des Start-ups „Naturmeister” wollen damit auch zeigen, was der von ihnen entwickelte Bio-Dünger kann. © privat © privat

„Alles Privatleute“, sagt Matthias Krampe. „Gartenliebhaber, die Spaß am Züchten haben.“ In WhatsApp-Gruppen tauschen die Teilnehmer Bilder ihrer Tomaten aus und motivieren sich gegenseitig. Manche entwickeln richtig Ehrgeiz und arbeiten Tag und Nacht mit UV-Beleuchtung. Das außergewöhnlich kalte Frühjahr hat aber auch dafür gesorgt, dass es einige Tomaten nicht geschafft haben.

Start-up-Gründer wollen zeigen, was ihr Bio-Dünger kann

Großes Gemüse braucht guten Dünger: Matthias Krampe und Alexander Stroick haben das Start-up „Naturmeister“ gegründet. Sie wollen mit ihrem Wettbewerb auch zeigen, was der von ihnen entwickelte Bio-Dünger so kann. Der besteht ausschließlich aus natürlichen Inhaltsstoffen, wie Kuhmist, Geflügelmist und Pflanzenresten. Im Gegensatz zu anderen organischen Düngern soll er aber eine Sofortwirkung haben, die ähnlich hoch ist wie bei mineralischen Düngern.

Für den Wettbewerb dürfen die Teilnehmer deshalb auch nur Tomatensamen der Sorte Gigantomo und den Naturmeister-Dünger verwenden. Ansonsten sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt.

Patrick Teichmann beispielweise überlässt das Bestäuben seiner Tomatenpflanzen nicht Bienen und Hummeln. Er legt selbst Hand an und nutzt eine elektrische Zahnbürste, um die Vibrationen der Hummel zu simulieren. So kann er verlässlich zur richtigen Zeit und bei der richtigen Temperatur bestäuben. Außerhalb des „Tomathons“ experimentiert der Weltrekordler dieses Jahr mit einem für ihn ganz neuen Dünger für XXL-Gemüse: Elefantenkot.

Über den Autor
Redakteur
Einst aus Sachsen nach Westfalen rübergemacht. Dort in Münster und Bielefeld studiert und nebenbei als Sport- und Gerichtsreporter gearbeitet. Jetzt im Ruhrpott gelandet. Seit 2016 bei Lensing Media.
Zur Autorenseite
Robert Wojtasik

Dorsten am Abend

Täglich um 19:00 Uhr berichten unsere Redakteure für Sie im Newsletter über die wichtigsten Ereignisse des Tages.

Informationen zur Datenverarbeitung im Rahmen des Newsletters finden Sie hier.