Spielplatz und Treffpunkt für alle Generationen: Am Napoleonsweg klagen Nachbarn über Lärm bis in die Abendstunden. Dieses Foto allerdings entstand frühmorgens. © Guido Bludau
Spielplatz Napoleonsweg

Neuer Spielplatz, neuer Ärger: Nachbarn beklagen abendliche „Action“

Ein besonderes Spielplatz-Projekt ist vor wenigen Tagen in Wulfen-Barkenberg gestartet. Doch schon gibt es Ärger mit Nachbarn und die Frage: Wann sind andere Spielplätze an der Reihe?

Eine Spielkombination, mehrere Sandspielflächen, eine Nestschaukel, eine Doppelschaukel, ein Balancierseil sowie Baumstämme zum Klettern – auf dem neuen Spielplatz am Napoleonsweg fehlt es für Kinder offenbar an nichts. Und sogar an die Erwachsenen ist gedacht worden, die sich an eigens installierten Geräten fit halten können. Einen großzügigen Sitz- und Aufenthaltsbereich gibt es auch.

Die Kinderbürgermeister Matilda Clodt und Ben Buttler gaben den neuen Spielplatz am Napoleonsweg vor wenigen Tagen frei. © Stadt Dorsten © Stadt Dorsten

Einen solchen „Mehrgenerationenspielplatz“ wie in Wulfen-Barkenberg gibt es in Dorsten nur noch im Bürgerpark Maria Lindenhof und am Rossiniweg im Stadtsfeld. Doch in die Freude über die Eröffnung mischt sich wenige Tage später auch Ärger. Nachbarn beklagen, dass es „keine Ruhe mehr gibt. Bis spät nach 21 Uhr ist dort immer Action.“ Der Spielplatz hätte eine größere Distanz zu den Häusern haben können, hätte man die Lärmbelästigung berücksichtigt.

Spielplatz dort, wo das Leben pulsiert

Für die Stadt Dorsten sind öffentliche Spielflächen allerdings „Treffpunkte im jeweiligen Sozialraum und tragen somit auch zur sozialen Quartiersentwicklung bei“, teilte Stadtsprecher Christoph Winkel auf Anfrage mit. „Die flächendeckende Versorgung innerhalb der Wohngebiete ist ein wichtiger Baustein zur Verbesserung der Familienfreundlichkeit in unserer Stadt.“

Winkel verweist auf die „hohe Resonanz bei der Bürgerbeteiligung“ in der Planungsphase und betont: „Es ist aus planerischer Sicht nur logisch, einen Spielplatz dort zu bauen, wo das Leben in einem Stadtteil pulsiert, wo die meisten Kinder und Jugendlichen leben und auf kurzen Wegen zusammenkommen können – das ist in den meisten Fällen nun mal in einem Wohngebiet.“

Was passiert mit anderen Spielplätzen?

Sven Eisenberg, der am letzten Wochenende Spielplatz-Nachbarn besucht hat, kritisiert auch die „hohen Baukosten“ von 125.000 Euro, von denen der Bürgertreff Barkenberg ein Fünftel übernommen hat. „Wenn das Konzept war, dass man statt vieler kleiner Spielplätze einen großen anlegt, dann ist dieser zu gering ausgestattet“, sagt Sven Eisenberg. Auf dem Spielplatz an der Südheide gebe es beispielsweise nur noch ein Klettergerüst und eine Rutsche, der Schaukel fehle schon seit letztem Jahr ein Sitzbrett.

Der Spielplatz an der Südheide soll eine neue Schaukel und ein weiteres Spielgerät bekommen. © Guido Bludau © Guido Bludau

Doch das muss so nicht bleiben. Laut einer Prioritätenliste, die die Wulfen-Konferenz festgelegt hat, sind nach dem Spielplatz Napoleonsweg zwar zunächst die Spielplätze Himmelsberg und Robinsonplatz an der Reihe. Aber in Kooperation mit dem Verein „Dorsten dankt Dir“, so der Stadtsprecher, soll an der Südheide zeitnah eine neue Schaukel aufgestellt werden. Auch ein weiteres Spielgerät sei geplant.

Sämtliche Spielplätze im Stadtgebiet werden regelmäßig von der Stadtverwaltung auf ihre Sicherheit geprüft. Wer Mängel und Schäden an Spielgeräten oder auf Spielplätzen feststellt, sollte sich unter Tel. (02362) 24964 melden.

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Veränderungen gab es immer, doch nie waren sie so gravierend. Und nie so spannend. Die Digitalisierung ist für mich auch eine Chance. Meine journalistischen Grundsätze gelten weiterhin, mein Bauchgefühl bleibt wichtig, aber ich weiß nun, ob es mich nicht trügt. Das sagen mir Datenanalysten. Ich berichte also über das, was Menschen wirklich bewegt.
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Stefan Diebäcker

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