Eine Lebensretterin darf mit zum Einkaufen in den Supermarkt: Assistenzhündin Hanni erkennt Allergieschocks und rettet ihrem Herrchen regelmäßig das Leben. © Guido Bludau
Assistenzhunde

Hündin Hanni hat ihrem Herrchen schon oft das Leben gerettet

Hündin Hanni hat Thorsten Habel schon mehrfach das Leben gerettet. Hanni hilft ihm, wenn er einen Allergieschock erleidet. Deshalb muss sie immer bei ihm sein - das ist oft problematisch.

Probleme gibt es zum Beispiel beim Einkaufen im Supermarkt. Denn eigentlich dürfen Hunde ja nicht mit hinein. Aber bei Hanni ist das anders. Sie ist eine speziell ausgebildete Assistenzhündin und darf Thorsten Habel überallhin begleiten, auch in den Supermarkt. Nur viele Einzelhändler wissen das gar nicht. Und hier setzt der Dortmunder an. Er will Assistenzhunde bekannter machen. Kürzlich war er deshalb auch in Wulfen und fand in Rewe-Geschäftsführerin Anika Kilk eine gute Unterstützung für sein Anliegen.

Kampagne für Assistenzhunde

Denn bislang war es für Thorsten Habel nicht immer leicht, jedem zu erklären, dass Hanni kein gewöhnlicher Hund und für die Gesundheit seines menschlichen Begleiters sehr wichtig ist und immer an seiner Seite sein sollte. Thorsten Habel macht sich genau für solche Fälle nun stark und möchte erreichen, dass es zukünftig für kranke Menschen einfacher ist, solche Hunde mit in Geschäfte und Restaurants zu nehmen.

In Zusammenarbeit mit dem Verein Pfotenpiloten unterstützten die beiden eine Kampagne, die genau das fördern und die Sache bekannter machen soll. „Für die Zutrittskampagne ‚Assistenzhund Willkommen‘ haben wir bereits viele Einzelhändler, Gastronomen, Ärzte und Krankenhäuser gewinnen können. Nun sind wir erstmalig hier in Dorsten und möchten Rewe Kilk zum Mitmachen gewinnen“, erklärt Thorsten Habel.

Thorsten Habel mit Assistenzhündin Hanni und der Geschäftsführerin des Rewe Marktes in Wulfen, Anika Kilk.
Thorsten Habel mit Assistenzhündin Hanni und der Geschäftsführerin des Rewe-Marktes in Wulfen, Anika Kilk. © Guido Bludau © Guido Bludau

Seine Hündin Hanni, die 2015 geboren wurde, ist eigentlich ein normaler Labrador Retriever. Bei ihren Einsätzen trägt sie eine sogenannte Kenndecke. „Somit weiß Hanni genau, dass sie jetzt im Einsatz ist und außerdem ist sie nach außen hin auch als eine Assistenzhündin gut zu erkennen“, so Thorsten Habel.

Dem 43-jährigen Thorsten Habel sieht man seine gesundheitlichen Probleme nicht an, aber er ist schwer krank und an ein halbwegs normales Leben wäre inzwischen ohne Assistenzhündin Hanni gar nicht mehr zu denken.

Thorsten Habel leidet seit 16 Jahren an Anaphylaxie

Er leidet seit mehr als 16 Jahren an Anaphylaxie. „Dies ist eine akute, allergische Reaktion des Immunsystems. Dabei ist bis heute unklar, wogegen ich genau allergisch reagiere. Die allergischen Schocks lassen bei mir Hals, Zunge und Lippen anschwellen und ich drohe zu ersticken. Dann muss es schnell gehen. Hanni weiß in solchen Fällen genau, was zu tun ist. Sie bringt mir meine lebenserhaltene Adrenalin-Spritze, einen sogenannten Fastject, der immer an derselben Stelle liegt und an dem eine Kordel befestigt ist, damit Hanni die Spritze besser tragen kann“, berichtet Thorsten Habel.

Unterstützung durch Rewe-Geschäftsführerin

Die Geschäftsführerin des Rewe-Marktes in Wulfen, Anika Kilk, findet diese Aktion gut, möchte sie unterstützen und macht nun gerne mit. „Für mich ist das Thema noch ganz neu und deshalb bin ich froh, jetzt direkt Informationen aus erster Hand zu bekommen“, sagt Anika Kilk. „Für mich ist wichtig zu wissen, welche rechtlichen Vorschriften es gibt und was ich beachten muss. Klar ist auch, dass nicht jeder mit seinem Hund hier hereinspazieren kann, sondern wirklich nur die Assistenzhunde.“

Der Dortmunder Thorsten Habel möchte erreichen, dass es zukünftig für kranke Menschen einfacher ist, Assistenzhunde mit in Geschäfte und Restaurants zu nehmen.
Der Dortmunder Thorsten Habel möchte erreichen, dass es zukünftig für kranke Menschen einfacher ist, Assistenzhunde mit in Geschäfte und Restaurants zu nehmen. © Guido Bludau © Guido Bludau

Genau mit diesen Aktionen und seinen Auftritten in den Sozialen Medien möchte Thorsten Habel eine Lanze für Hunde brechen, die ihren Menschen helfen. „Wir haben mittlerweile eine riesige Reichweite und setzen uns unter anderem für die Zutrittsrechte, die allgemeinen Anerkennung und Kostenübernahme durch die Krankenkassen ein. Ich möchte aufzeigen, dass es viele Hunde gibt, die viel mehr sein können, als nur ein Freund der Menschen.“

Über den Autor
Freier Mitarbeiter
Als „Blaulicht-Reporter“ bin ich Tag und Nacht unterwegs, um über Einsätze von Polizei und Feuerwehr seriös in Wort und (bewegten) Bildern zu informieren. Dem Stadtteil Wulfen gehört darüber hinaus meine besondere Leidenschaft. Hier bin ich verwurzelt und in verschiedenen Vereinen aktiv. Davon profitiert natürlich auch meine journalistische Arbeit.
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Guido Bludau

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