Die Midlicher Mühle: Sie könnte an die 500 Jahre alt sein - genau lässt sich das Ursprungsbaujahr nicht zurückdatieren. © Guido Bludau
Midlicher Mühle

Der Graf sucht für eine bezaubernde Schönheit in Lembeck Liebhaber

Sie ist eine wunderschöne Kostbarkeit: die Midlicher Mühle in Lembeck. Generationen von Kindern haben dort übernachtet - die Nutzung als Jugendherberge wird es so nicht mehr geben.

Diese Nachricht hat Ferdinand Graf von Merveldt zugegebenerweise überrascht: „Die Kirchengemeinde Westerholt hat den noch vier Jahre laufenden Pachtvertrag für die Midlicher Mühle beendet.“

Ferdinand Graf von Merveldt
Ferdinand Graf von Merveldt © Archiv © Archiv

Die Kündigung sei aus finanziellen Gründen erfolgt: „Die Kirchengemeinden haben sehr enge Finanzplanungen“, weiß der Graf von Merveldt jetzt. Den „Luxus“, eine mehr als 400 Jahre alte Mühle in der Lembecker Bauerschaft Beck als Übernachtungsgelegenheit und Treffpunkt für Jugendgruppen zu pachten, strapaziert offenkundig den kirchlichen Etat zu sehr.

Landschaftlich reizvolle Lage des Gebäudes

Ferdinand von Merveldt hat es nun mit einem wunderschön gelegenen, historischen Gebäude zu tun, das geradezu nach der Aufmerksamkeit von Bewohnern und Besuchern ruft.

Lembeck.de beschreibt das abseits gelegene Bruchsteingebäude als „landschaftliches Kleinod“. Das ursprünglich als Getreidemühle genutzte historische Gemäuer verfügt über zwei große Schlafräume, über ehemalige Lehrerinnenkammern, Küche, Sanitäranlagen und einen Tagungsraum.

Spielwiese, ein plätschernder Bach und Sitzplatz am Mühlstein

An die Mühle schließt sich eine Spielwiese an, Sitzgelegenheiten an einem alten Mühlstein und viel Spaziermöglichkeiten rund ums Haus. Ideale Erholungs- und Freizeitmöglichkeiten also, die verschiedene Kirchengemeinde gerne und regelmäßig genutzt haben.

„Die auf der Beck liegende Midlicher Mühle hatten wir seit dem Krieg für kirchliche Nutzungen von Jugendlichen und anderen Gruppen verpachtet“, sagt Ferdinand von Merveldt. Angefangen beim Mühlenverein über Neues Deutschland, die Kirchengemeinden in Südlohn, Kamp-Lintfort und zuletzt Herten-Westerholt sei die Örtlichkeit sehr beliebt gewesen.

Lobend erwähnt von Merveldt den Einsatz der Betreuer: „Mit viel Engagement und persönlichem Einsatz von Ehrenamtlichen und Priestern und gelegentlicher Unterstützung durch uns wurde die nicht mehr für das Mahlen von Korn benötigte Mühle jeweils wieder fit gemacht.“

Der Graf findet es schade

Jetzt habe die Kirchengemeinde Westerholt den noch vier Jahre laufenden Pachtvertrag aus finanziellen Gründen beendet. „Das ist bei der immer noch bestehenden Nachfrage für Nutzungen am schönen Midlicher Bach in alter Mühlen-Atmosphäre schade“, sagt der Graf.

Doch müsse man auch erkennen, dass „unsere Bau-, Denkmalschutz- und Sicherheitsvorschriften ständig höhere Kosten verursachen, die durch solche Nutzungen nicht finanziert werden können. Die räumlichen Gegebenheiten lassen sich auch nicht einfach allen Erfordernissen anpassen.“

Das Aus der Nutzung durch Jugendgruppen ist aber nicht das Ende der Midlicher Mühle: „Wir planen eine private Nutzung, bei der sich die Renovierungskosten rentieren.“

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Claudia Engel

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