Zigarette an der Theke gehört weiter dazu

NORDKIRCHEN Gastwirte sind auf Nichtraucher-Regelungen gut vorbereitet. Der Thekenbereich bleibt weiter "heilig". Gegenseitiges Anschwärzen wie in anderen Städten? Würde es in Nordkirchen nie geben, sagen die Gastronomen.

12.07.2008, 08:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Seit dem 1. Juli müssen sich auch die Wirte der Schlossgemeinde dem Nichtraucherschutz-Gesetz fügen.

Ulrike Kixmöller vom Landgasthof in Capelle hat ihren großen Saal als Nichtraucherraum ausgewiesen. "An der Theke darf weiter geraucht werden", erzählt sie. Da es sich in ihrem Betrieb um eine reine Schankwirtschaft handele, gehöre die Zigarette an der Theke dazu.

Wer bei "Kixe" ohne Qualm essen möchte, der muss mit dem großen Saal vorlieb nehmen.

Ärger über Denunzianten

Nicht anders sieht es in Nordkirchen im "Plettenberger Hof" aus. Albert Lücke hat in seiner Gastwirtschaft einen Nichtraucherbereich eingerichtet. So kann weiter an der Theke geraucht werden. Lücke hat sogar extra einen Nichtrauchereingang über den Biergarten geschaffen.

Auf die Frage, was er davon halte, dass sich Wirte in größeren Städten gegenseitig beim Ordnungsamt anschwärzen, reagierte Albert Lücke mit Unverständnis. "Ich weiß nicht, was das soll." Außerdem sei er sich nicht sicher, ob es sich dabei wirklich um Wirte und nicht doch um Gäste der Lokale handele.

Wie die beiden anderen hat auch Hannelore Perco in der Gaststätte "Brosterhues" einen Raucherraum eingerichtet. "Bei uns wird an der Theke nicht mehr geraucht", erzählt Perco.

"Es herrscht Wohnzimmeratmosphäre, daher gab es auch keine Widersprüche der Raucher." Hannelore Perco teilt die Meinung Lückes zu gegenseitigen Anzeigen von Gastwirten in Dortmund und Münster. "Ich finde so etwas schlimm, ich bin selber Raucher und ich gehe genauso wie meine Gäste in den Raucherraum."

Clubraum in den Schloßstuben

Anders ist es in den Nordkirchener Schloßstuben "Krietemeyer". Dort wurde der Thekenbereich als Raucherzone deklariert. In diesem Bereich halten sich aber auch zunehmend die Nichtraucher auf.

 "Wäre der Thekenbereich eine rauchfreie Zone, dann könnten wir morgen schließen", erzählt "Hilde" Krietemeyer. Weiter habe man einen so genannt Clubraum eingerichtet, in dem die Gäste selbst entscheiden können, ob geraucht wird oder nicht.

Die Wirte in der Gemeinde haben bislang keine Umsatzeinbußen feststellen können.

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