Wütende VfL-Fans: Bochum spielt in Kiel wie ein Absteiger

1:2-Niederlage

Die 1:2-Niederlage bei Holstein Kiel ist der nächste Tiefpunkt für den VfL Bochum. Eine interne Aussprache verpufft wirkungslos, die Fans sind sauer.

Bochum

, 25.10.2019, 21:47 Uhr / Lesedauer: 2 min
Wütende VfL-Fans: Bochum spielt in Kiel wie ein Absteiger

Nach dem 1:2 in Kiel: Wütende VfL-Fans auf dem Zaun, ratlose Profis auf dem Rasen. © picture alliance/dpa

Wenn selbst der Fußballgott nicht mehr helfen kann, ist es um den VfL Bochum wirklich schlecht bestellt. Mit dem wohl kuriosesten Elfmeter der Vereinsgeschichte fiel beim Auswärtsspiel in Kiel der zwischenzeitliche Ausgleich. Ein Ersatzspieler der Hausherren hatte den Ball im eigenen Strafraum gestoppt, obwohl dieser noch nicht im Toraus war. Der Schiedsrichter zeigte regelkonform auf den Punkt, Ganvoula verwandelte sicher. Doch selbst dieses Spielglück beschert dem VfL derzeit keinen Sieg und nicht einmal ein Unentschieden.

Schläfrige Spieler

Beim 1:2 in Kiel war die Leistung so erschreckend schwach, dass jede Sorge um die Zukunft des Vereins berechtigt ist. Denn die Mannschaft von Trainer Thomas Reis spielte am Freitagabend tatsächlich wie ein Absteiger. Das ist umso tragischer, weil es zu Wochenbeginn eine interne Aussprache gab, die wie ein reinigendes Gewitter wirken sollte. Doch diese Maßnahme verpuffte praktisch wirkungslos. Erneut verschlief der VfL im Kollektiv die Anfangsphase beider Halbzeiten und kassierte beide Gegentreffer nur wenige Minuten nach (Wieder-)Anpfiff.

Dass Thomas Reis seine Elf auf drei Positionen verändert hatte, war zu erkennen, aber nicht im positiven Sinne. Die Hereinnahme von Stefano Celozzi erfolgte gezwungermaßen, weil sich Cristian Gamboa beim Aufwärmen verletzt hatte. Doch mit der bewussten Entscheidung, auf Thomas Eisfeld und Tom Weilandt zu setzen, hat sich der Fußballlehrer keinen Gefallen getan. Das ohnehin schon instabile Mittelfeld durch Spieler zu schwächen, die Zweikämpfe eher scheuen oder nur selten gewinnen, war nicht die richtige Maßnahme, wobei Eisfeld noch deutlich wirkungsvoller war als Weilandt.

Ohnehin ist es schwierig, einzelne Spieler zu kritisieren. Denn ihre Teamkollegen machten es nicht besser. Kiel war in allen Belangen einen Schritt schneller, der VfL lief nur hinterher und konnte mangels Körperlichkeit keine Gegenwehr leisten. Selbst in der Offensive, zuletzt ja noch eine Stärke der Bochumer, fehlten die Ideen. Das Aufbauspiel wirkte lethargisch und inkonsequent. Beunruhigend ist vor allem die Tatsache, dass der VfL quasi in Bestbesetzung nach Kiel gereist ist. Schlimmstenfalls kann es diese Mannschaft also gar nicht besser.

Aufgebrachte Anhänger

Immerhin stellten sich die Spieler nach der Partie den aufgebrachten Fans. Im Kollektiv platzierten sie sich vor dem Gästeblock, Kapitän Anthony Losilla und Manuel Riemann diskutierten mit den wütenden Anhängern. Auch Thomas Reis ließ sich blicken. Augenzeugen berichten davon, dass der Trainer "fast Tränen in den Augen hatte". An das Pokalspiel gegen Bayern München, das am Dienstag stattfindet, mag in Bochum aktuell niemand denken. Es kommt offensichtlich zur absoluten Unzeit.

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