Wieso werden viele Kirchen aufgegeben?

Geschlossene Kirchen

Warum werden Kirchen aufgegeben? Es gibt diverse Gründe - und eine düstere Prognose.

Dortmund

, 14.06.2019 / Lesedauer: 2 min
Wieso werden viele Kirchen aufgegeben?

Viele Kirchen werden geschlossen, sie werden nicht mehr gebraucht. Dafür gibt es diverse Gründe. © picture alliance / dpa

Die beiden großen Christlichen Kirchen haben schon eine Reihe von Kirchen aufgegeben, weitere folgen, denn: Sie werden nicht mehr gebraucht. Das hat drei Gründe:

  • 1. Die Zahl der Kirchenmitglieder sinkt. Zur Westfälischen Landeskirche gehörten 2000 2,76 Millionen Christen, heute sind es 2,2 Millionen. Im Bistum Paderborn ging sie von 1,77 auf 1,5 Millionen zurück, im Bistum Münster von 2,07 auf 1,87 Millionen.
  • 2. Es gibt weniger Gottesdienstbesucher. In der Evangelischen Landeskirche sank ihre Zahl von 2008 bis 2017 von 93.070 auf 70.901. Ähnlich bei den Katholiken: Im Bistum Münster kamen 2000 noch 344.495 Christen zum Sonntagsgottesdienst, 2017 nur noch 166.892.
  • 3. Es gibt weniger Gemeinden als Folge von Fusionen. In der Evangelischen Landeskirche sank ihre Zahl von 620 auf aktuell 490. Im Bistum Münster schrumpfte die Zahl von 688 Pfarreien (2000) auf 212. Das Bistum Paderborn setzt nicht auf Fusionen, sondern auf „Pastorale Räume“ - aber auch das bedeutet eine Konzentration. Eklatanter Priestermangel verschärft vor allem auf katholischer Seite die Lage.

Der Trend wird sich verschärfen. Eine Studie der Uni Freiburg prognostizierte im April, dass beide Kirchen bis 2060 rund die Hälfte ihrer Mitglieder verlieren. Das hat einen gravierenden Rückgang der Kirchensteuern zur Folge – und der Unterhalt von Kirchen ist extrem teuer.

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