Wieder Krawalle und Festnahmen bei Kundgebung in Hongkong

Demonstrationen

Zehntausende Menschen demonstrieren in Hongkong gegen chinesische Menschenrechtsverletzungen. Dabei ist es wieder zu gewaltsamen Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen.

Hongkong

19.01.2020, 17:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Wieder Krawalle und Festnahmen bei Kundgebung in Hongkong

Polizisten drängen zwei Demonstranten ab, während einer von ihnen stürzt. © Ng Han Guan/AP/dpa

Bei einer Kundgebung in Hongkong ist es am Sonntag einmal mehr zu Zusammenstößen zwischen Polizei und Demonstranten gekommen. Bereitschaftspolizisten hätten Tränengas gefeuert, nachdem einige der Demonstranten am Rande der Demonstration Beamte in Zivil attackiert hätten, teilte die Polizei mit.

Organisator Ventus Lau festgenommen

Die Großkundgebung gegen die chinesische Führung mit Tausenden Teilnehmern im Chater Garden wurde abgebrochen. Nach Angaben örtlicher Medien wurde Organisator Ventus Lau festgenommen.

Ihm werde vorgeworfen, die Auflagen für die Kundgebung missachtet zu haben, berichtete der Sender RTHK. Die Polizei hatte zwar die Kundgebung genehmigt, nicht aber einen Marsch, den Lau im Anschluss plante.

Demonstranten fordern einen Boykott der Kommunistischen Partei

Die Demonstranten im Chater Garden skandierten bei der Kundgebung Parolen wie „Befreit Hongkong“ und forderten einen Boykott der Kommunistischen Partei. Die Demokratiebewegung in Hongkong verlangt mehr Eigenständigkeit von China, unter anderem durch freie Wahlen ihrer Regierung und ihrer Volksvertreter.

In einer Rede rief Organisator Lau andere Staaten zu Sanktionen gegen die Regierung Hongkongs auf, wenn diese es nicht erlaube, dass die Bürger in diesem Jahr ihr Parlament selbst wählten. Die Hongkonger Regierung warnte als Reaktion darauf vor einer Einmischung von außen.

Hongkong: Forderung einer „echten“ Demokratie

In den vergangenen Monaten war es bei den Protesten immer wieder zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen Demonstranten und der Polizei gekommen.

Die sieben Millionen Hongkonger genießen - anders als die 1,3 Milliarden Menschen in der Volksrepublik - weitgehende Rechte wie Versammlungs-, Meinungs- und Pressefreiheit, um die sie aber zunehmend fürchten. Auch fordern sie echte Demokratie, wie es ihnen beim Souveränitätswechsel einst in Aussicht gestellt worden war.

RND/cle/AP/dpa