Wie gut und wie lange schützt eine Corona-Impfung?

Schutzimpfung

Können Geimpfte das Virus weiter übertragen? Wie lange und wie sicher schützt die Impfung? Fragen und Antworten zur Corona-Impfung.

von Irene Habich

, 05.02.2021, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min
In NRW starten die Impfzentren am 8. Februar.

In NRW starten die Impfzentren am 8. Februar. © picture alliance/dpa

Eine Impfung vermindert das Risiko, am Coronavirus zu erkranken. Auch nach einer durchgemachten Infektion wird ein Immunschutz aufgebaut. Trotzdem ist eine Ansteckung weiterhin möglich. Die wichtigsten Fragen und Antworten zum Thema.

Wie gut und wie lange schützt eine Corona-Impfung?

Keiner der verfügbaren Impfstoffe schützt mit 100-prozentiger Sicherheit vor einer Infektion. Auch nach einer Impfung kann man sich anstecken und am Coronavirus erkranken, dies geschieht aber deutlich seltener. Den Zulassungsstudien zufolge verringert sich die Erkrankungswahrscheinlichkeit in den ersten Monaten nach der Impfung von Biontech/Pfizer um 95 Prozent, nach einer Impfung von Moderna um 94,5 Prozent und nach der Impfung von Astrazeneca um etwa 70 Prozent. Beobachtet wurde dies bei Probanden mit einem mittleren Alter von Anfang 50. In den höheren Altersgruppen ist mit einer immer weiter abnehmenden Wirkung der Impfung zu rechnen. Wie lange ein Impfschutz anhält, ist laut Robert-Koch-Institut noch bei keinem der in Deutschland zugelassenen Corona-Impfstoffe bekannt.

Kann ich das Virus als Geimpfter weiterhin übertragen?

Da die Impfung keinen 100-prozentigen Schutz bietet, können einige Geimpfte trotzdem erkranken und die Infektion dann auch weitergeben. Möglich ist auch, dass ein Geimpfter sich infiziert, aber keine Symptome zeigt und andere dennoch anstecken kann. Genauere Erkenntnisse dazu, wie wahrscheinlich das ist, könnten laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung in einigen Monaten vorliegen.

Weil Geimpfte aber in jedem Fall seltener symptomatisch erkranken, ist das Risiko, dass sie das Virus verbreiten, natürlich geringer.

Besteht nach einer Impfung ein besserer Immunschutz als nach einer durchgemachten Erkrankung?

Nach einer Impfung werden in der Regel mehr Antikörper produziert als nach einer natürlich durchgemachten Infektion. Das könnte bedeuten, dass man auch besser vor einer Infektion geschützt ist. Allerdings ist die Produktion von Antikörpern nur eine von vielen Komponenten des körpereigenen Immunsystems. Bis jetzt kann man daher nicht sicher sagen, ob eine Impfung einen besseren Immunschutz bietet oder ob dieser deutlich länger anhält als nach einer durchgemachten Infektion.

Reinfektionen, also neue Infektionen, nachdem man schon einmal erkrankt war, sind selten, aber möglich. Einer Untersuchung aus Qatar zufolge erkrankten innerhalb der ersten vier Monate nach einer Infektion nur 0,02 Prozent der Corona-Patienten erneut. Eine britische Studie kam zu dem Ergebnis, dass nach einer durchgemachten Infektion ein Immunschutz von mindestens 75 bis über 90 Prozent besteht. Dem steht der Impfschutz von bis zu 95 Prozent gegenüber.

Wenn irgendwann eine Herdenimmunität erreicht ist, ist eine Unterscheidung zwischen Geimpften und Nicht-Geimpften dann überhaupt noch wichtig?

Wenn sich immer mehr Menschen der Risikogruppen impfen lassen und gleichzeitig immer mehr Menschen Kontakt mit dem Virus hatten, wird diese Unterscheidung eine immer geringere Rolle spielen. Der Epidemiologe und ehemalige WHO-Experte Klaus Stöhr schätzt, Sars-CoV-2 werde uns zwar noch jahrzehntelang begleiten, aber nicht mit den derzeitigen Auswirkungen: „Es wird weniger schwere Verläufe geben, wenn immer mehr Menschen ganz oder teilweise immun sind – entweder durch eine Impfung oder eine durchgemachte Infektion.“

Jetzt lesen

Das Virus würde dann zwar nicht verschwinden, aber irgendwann nicht mehr Schaden anrichten als andere Erkältungsviren. Ähnlich wie bei der Grippe könnte es sich dann zwar weiterhin empfehlen, Risikogruppen eine Impfung anzubieten. Es wäre aber nicht mehr nötig, sie von Ungeimpften zu isolieren.

Lesen Sie jetzt