Wie gefährlich ist die Afrikanische Schweinepest?

Gesundheit

Die Afrikanische Schweinepest ist in Deutschland aufgetaucht. Experten warnen vor einer Ausbreitung der Tierseuche. Woher kommt der Erreger, wie kann man die Ausbreitung verhindern und für wen ist das Virus gefährlich?

Berlin

10.09.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Die Afrikanische Schweinepest (ASP) befällt derzeit Haus- und Wildschweine gleichermaßen, und es gibt kein Heilmittel dafür.

Die Afrikanische Schweinepest (ASP) befällt derzeit Haus- und Wildschweine gleichermaßen, und es gibt kein Heilmittel dafür. © picture alliance/dpa

Jetzt ist die Afrikanische Schweinepest in Deutschland angekommen: Julia Klöckner (CDU) teilte in einer Pressekonferenz am Donnerstag mit, dass ein in Brandenburg tot aufgefundenes Wildschwein tatsächlich an der Virusinfektion erkrankt war. „Der Verdacht hat sich leider bestätigt“, sagte die Bundesagrarministerin.

Woher kommt die afrikanische Schweinepest?

Die Afrikanische Schweinepest breitet sich in den letzten Jahren immer weiter in Europa aus. Auf Sardinien kommt der Erreger schon seit Jahrzehnten vor und bricht immer wieder aus, wie das Niedersächsisches Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) informiert.

Von Afrika kam die Afrikanische Schweinepest (ASP) durch den Reiseverkehr erst nach Georgien und griff von dort aus nach Armenien, Aserbaidschan, Russland, Ukraine und Weißrussland über. In Osteuropa sind mittlerweile Fälle von ASP in Ungarn, Polen, im Baltikum, Moldawien, Rumänien, Bulgarien, der Slowakei und Serbien bestätigt - in Westeuropa kommt Belgien hinzu.

Wo breitet sich die Schweinepest aus?

In Asien sieht die Situation noch bedrohlicher für Wild- und Hausschweine aus. Innerhalb eines Jahres hat sich die Afrikanische Schweinepest dort in weiten Teilen Chinas und vielen Nachbarländer ausgebreitet. Inzwischen seien weite Teile Chinas betroffen, schreibt das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit. Auch in Tschechien grassierte die Afrikanische Schweinepest, wurde aber durch hermetische Abrieglung der Ausbruchsherde bekämpft und ist dort seit April 2018 nicht wieder aufgetreten.

Ist die Schweinepest für Menschen gefährlich?

Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit informiert, dass die Afrikanische Schweinepest eine anzeigepflichtige Tierseuche ist, die hochgradig ansteckend, fieberhaft verlaufend und fast immer tödlich ist. Sie ist nicht auf den Menschen übertragbar - auch nicht durch den Verzehr von Schweinefleisch - und befällt Haus- und Wildschweine.

Wie stecken sich die Tiere an?

Der Erreger der Afrikanischen Schweinepest kann direkt oder indirekt übertragen werden. Bei einer direkten Übertragung von Tier zu Tier wird das Virus von einem erkrankten Tier ausgeschieden - die höchste Konzentration findet sich in Blut und Gewebe, in geringerer Menge auch in Speichel, Urin, Kot oder Sperma. Bei der indirekten Übertragung gilt Blut und Gewebe ebenfalls als das größte Ansteckungsrisiko - das virushaltige Material haftet dann an kontaminierten Gegenständen, wie etwa Schlachtresten, Kleidung, Fahrzeugen oder Futtermitteln. Eine indirekte Ansteckung ist auch durch Speiseabfälle möglich, da das Virus mehrere Monate über Lebensmittel ansteckend bleiben kann.

Was für Symptome hat die Schweinepest?

Die Erkrankung mit ASP ist teilweise schwer zu erkennen, da sie mit unspezifischen Allgemeinsymptomen wie Fieber, Fressunlust, Atemproblemen, Durchfällen oder auch Bewegungsunlust einhergehen kann. In der Mehrzahl der Fälle führt die Erkrankung innerhalb einer Woche zum Tod. Die Viren sind sehr widerstandsfähig. So kann der Erreger im Kadaver eines Schweines mehrere Wochen bis Monate übertragbar sein - im Blut monatelang und in Gefrierfleisch sogar jahrelang. Wer also ein totes Wildschwein findet, sollte es auf keinen Fall berühren, sondern sofort das zuständige Veterinäramt informieren.

Wird die Schweinepest in Deutschland bekämpft?

Das Friedrich-Loeffler-Institut, Bundesforschungsinstitut für Tiergesundheit, beschäftigt sich seit einigen Jahren mit der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest und hat Maßnahmen für die Bekämpfung von ASP herausgegeben, falls das Virus bei deutschen Wildschweinen gefunden wird. Dazu gehört, dass im Umfeld des Ausbruchs nach weitere Infektionen gesucht werden soll. Während in den Kernzonen eines Ausbruchs außerdem auf Jagden verzichtet werden soll, können diese in der Umgebung genutzt werden, um die Wildschwein-Population zu dezimieren und so eine Ausbreitung unwahrscheinlicher zu machen.

RND