Westfleisch legt Konzept vor: Darf der Betrieb wieder anlaufen?

Coronavirus

Dem Kreis Coesfeld liegt jetzt das Hygienekonzept von Westfleisch vor. Auch das entscheidet darüber, wie es mit der Wiederaufnahme des Betriebs aussieht. Und mit den Lockerungen im Kreis.

Olfen, Nordkirchen, Herbern

, 15.05.2020, 08:56 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das Unternehmen Westfleisch hat ein Hygienekonzept vorgelegt.

Das Unternehmen Westfleisch hat ein Hygienekonzept vorgelegt. © picture alliance/dpa

Darf Westfleisch in der nächsten Woche den Betrieb wieder aufnehmen? Und: Werden die eigentlich für den 11. Mai angesetzten Lockerungen der Corona-Regeln bald auch für den Kreis Coesfeld gelten? Die Mitarbeiter des Kreishauses in Coesfeld arbeiten gerade an der Antwort dieser beiden Fragen.

Am Donnerstag hatte das Unternehmen Westfleisch dem Kreis ein Hygienekonzept vorgelegt. „Dort wird dargelegt, wie sich das Unternehmen eine Wiederaufnahme des Betriebs am Standort in Coesfeld vorstellt. Dieses Konzept wurde noch heute in einer fachübergreifenden Arbeitsgruppe beraten“, so der Kreis in einer Pressemitteilung am späten Donnerstagabend.

Laut Coesfelds Bürgermeister Heinz Öhmann und Ulrich Helmich, dem zuständigen Ordnungsdezernent beim Kreis Coesfeld, haben sich bei diesem Konzept allerdings „einige ergänzende Fragestellungen“ ergeben, die Westfleisch nun erst beantworten muss.

Fragen nach Transport zu Wohnungen, Produktion und Personal

„Neben Fragen der Unterbringung der Beschäftigten geht das Papier auch auf die Transportsituation der Beschäftigten zum Betrieb und zurück zu den Wohnungen, das Personalmanagement im Unternehmen und den Produktionsprozess ein“, heißt es in der Pressemitteilung von Vertretern von Stadt und Kreis Coesfeld.

286 Mitarbeiter des Unternehmens am Standort Coesfeld sind positiv auf das Coronavirus getestet worden - 662 negativ, die restlichen Ergebnisse der insgesamt 1033 genommenen Abstriche stehen noch aus.

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In der vergangenen Woche hatte der Kreis Coesfeld verfügt, dass der Betrieb wegen der vielen Ansteckungen ausgesetzt werden muss - bis zum 18. Mai. Ob Westfleisch danach wieder öffnen darf, steht auch jetzt nach Vorlage des Hygienekonzepts noch nicht abschließend fest.

Noch einige Fragen offen

„Erst wenn wir ein nachvollziehbares Konzept haben, können wir beurteilen, ob das Unternehmen den Betrieb wiederaufnehmen kann. Die Möglichkeit, Hygienestandards einzuhalten, eine Ausbreitung des Virus zu verhindern und die Wohnsituation nachhaltig zu verbessern müssen unseres Erachtens ganz klar hieraus hervorgehen“, wird Heinz Öhmann in der Pressemitteilung des Kreises zitiert.

„Der Infektionsschutz hat für uns weiterhin höchste Priorität“, sagt demnach außerdem Ordnungsdezernent Ulrich Helmich.

Ein Schritt dazu war auch, einen Quarantänebereich in der leerstehenden Kolping-Bildungsstätte einzurichten, wo infizierte Mitarbeiter im Moment teilweise untergebracht sind. Westfleisch hat die Unterkunft dafür jetzt extra angemietet. „So trennen wir noch konsequenter als bisher die infizierten von den gesunden Beschäftigten und minimieren so das Infektionsrisiko für Dritte“, erklärt Steen Sönnichsen, im Westfleisch-Vorstand für das Fleischgeschäft und das Qualitätsmanagement verantwortlich, in einer Pressemitteilung des Unternehmens.

Wie sich die Situation für den gesamten Kreis Coesfeld weiterentwickelt, ist weiterhin unklar: Die Marke der 50 Neuinfektionen pro 100.000 Landkreis-Einwohner in den vergangenen sieben Tagen ist mit 54 weiter überschritten. Dr. Christian Schulze Pellengahr hofft dennoch, dass es bald Klarheit gibt: „Ich gehe davon aus und wünsche mir sehr, dass die Landesregierung die seit Montag bestehenden Lockerungen nun auch für den Kreis Coesfeld vorsehen wird“, wird er in der Pressemitteilung des Kreises zitiert.

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