Wertstofftonne in Nordkirchen wäre eine Erleichterung für Bürger, hätte aber einen Haken

dzAbfall-Entsorgung

Die Diskussion um eine Wertstofftonne in Nordkirchen geht weiter. Für die Bürger wäre die Abfall-Tonne eine Erleichterung. Käme die Tonne, wäre die Freude aber auch an anderer Stelle groß.

Nordkirchen

, 11.12.2019, 18:29 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Fahrt zum Wertstoffhof am Samstagmorgen könnten sich viele Nordkirchener in Zukunft vielleicht sparen. Zumindest, wenn es um bestimmte Abfälle geht. Auf Kreisebene wird weiter über die Einführung einer Wertstofftonne diskutiert. Nachdem der Vorschlag aus Nordkirchen in den Kreistag getragen wurde, hatte die Gemeinde am Dienstagabend die Wirtschaftsbetriebe im Kreis Coesfeld (WBC) eingeladen, um über das Thema zu informieren.

Im Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus, Umwelt und ländliche Entwicklung erklärte Matthias Bücker, als Pressesprecher und im Wirtschaftsmanagement der WBC tätig, was nötig ist, um die Wertstofftonne an den Start zu bringen, welche Vorteile sie hätte und wer sich besonders über die Einführung freuen würde.

Das ist für die Einführung nötig: Weil die Wertstofftonne über die Gelbe Tonne genutzt werden würde, wären Neuverhandlungen mit dem Dualen System nötig. Das ist für die Entsorgung von Verpackungswertstoffen zuständig. Solche Verhandlungen wären ab dem 1. Januar 2021 möglich.

Matthias Bücker erklärte auch, dass jede Kommune individuell über die Wertstofftonne entscheiden könnte. „Eine Entscheidung auf Kreisebene wäre aber sinnvoll“, fügte er hinzu.

Diese Vorteile hätte die Wertstofftonne: Weil in die Tonne auch Hartplastik-Abfälle (wie alte Eimer oder Spielzeug) und Metalle (wie Pfannen und Nägel) entsorgt werden dürfen, wäre dafür die Fahrt zum Wertstoffhof überflüssig.

Gerade bei den Metall-Abfällen sieht Bücker aber wenig Potenzial in Nordkirchen, weil jetzt schon viel über Sammelcontainer für kleine Metall-Mengen und Elektroschrott entsorgt werde.

Schon jetzt werde außerdem die Gelbe Tonne häufig mit Plastikabfall befüllt, der eigentlich nicht dort hinein gehört. Wenn sie nicht direkt zum Wertstoffhof gebracht werden, müsste solche Abfälle eigentlich über die Restmülltonne entsorgt werden, sagte Bücker.

Wenn die Menge solcher Fehlwürfe in den Gelben Tonnen stiegen, würde das Duale System die WBC für die gestiegenen Entsorgungskosten zur Kasse bitten.

Das wären die Profiteure der Restmülltonne: Klar, für die Bürger würde sich die Abfallentsorgung vereinfachen. Für Plastik, (fast) egal welches, und Metall hieße es dann: Ab in die Gelbe Tonne damit, denn dort ist meistens sowieso mehr Platz als in der kleinen Restmülltonne.

Freuen würde sich aber auch das Duale System, machte Matthias Bücker deutlich. Denn mit dem Abfallvolumen steigt auch die Berechnungsgrundlage für die Abfallgebühren.

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