Weniger Nitrat im Grundwasser des Kreises Borken - aber keine Entwarnung

dzNitrat im Grundwasser

Eine gute Nachricht: Der Anteil der Grundwasser-Fläche im Kreis Borken, die sich wegen zu hohen Nitratgehaltes in schlechtem chemischen Zustand befindet, ist in den vergangenen Jahren gesunken

von Josef Barnekamp

Kreis Borken

, 13.02.2020, 19:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Anteil der hoch mit Nitrat belasteten Flächen ist von rund 80 Prozent auf weniger als 40 Prozent gesunken.

Die schlechte Nachricht: Der Kreis Borken wird bis 2027 sein Grundwasser wohl nicht in einen guten chemischen Zustand bekommen. Dieses Ziel ist in der Wasserrahmenrichtlinie eigentlich festgelegt. Es zu erreichen, sei aber unsicher. Und: Bei rund einem Viertel der vom Kreis Borken ausgewerteten Messstellen wurden zuletzt Nitratwerte gemessen, die jenseits der 50 Milligramm pro Liter liegen.

Ziel der Wasserrahmenrichtlinie ist in Gefahr

Dieser Wert ist laut Trinkwasserverordnung als Grenzwert festgelegt, der bei der Ernährung von Säuglingen nicht überschritten werden sollte.

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Zu diesen Aussagen und Einschätzungen kommt ein jetzt von der Kreisverwaltung erstellter „Statusbericht zur Nitratbelastung im Kreis Borken“, der am Donnerstag im Kreis-Umweltausschuss vorgestellt und diskutiert wird. Auf 53 Seiten listet der Bericht auf, welche Faktoren die Qualität des Wassers beeinflussen, wo der Kreis und andere Behörden die Qualität messen und was schon getan wird, um die Wasserqualität zu verbessern. Den Auftrag zu dieser Untersuchung hatte der Kreistag vor einem Jahr gegeben.

Massiver Anfall von Gülle

Hauptparameter für den schlechten chemischen Zustand des Grundwassers sei Nitrat. Hier sei „als einer der Hauptverursacher die Ausbringung von Wirtschaftsdünger durch die Landwirtschaft anzusehen“, heißt es. Ein Grund hierfür ist unter anderem der massive Anfall von Gülle, der dafür sorgt, dass der Kreis Borken zu den Regionen Deutschlands gehört, die den höchsten Stickstoffüberschuss haben.

Gleichwohl macht die Studie auch deutlich, dass die Zusammenarbeit mit Landwirten in Wasser-Kooperationen schon Erfolge gezeigt habe, heißt es. Zudem sollte das Messstellen-Netz erweitert werden, um detailliertere Aussagen machen zu können.

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