Weißes Pulver gibt der Polizei Rätsel auf

von BöckmanH

, 30.07.2008, 12:00 Uhr / Lesedauer: 1 min

RECKLINGHAUSEN. (kg) Bei einer Routinekontrolle auf der A2 ist Beamten der Autobahnpolizei ein Gefahrguttransporter aufgefallen: Inmitten der Ladung aus festen Stoffen entdeckten die Polizisten eine größere Menge eines weißen Pulvers. Womöglich Kokain?

Mit Unterstützung der Recklinghäuser Polizei und der Feuerwehr wurde der Laster aus Dortmund aus dem Verkehr gezogen und zur genaueren Untersuchung vom Rastplatz Hohenhorst auf den Hof eines Abschleppunternehmens im Stadtteil König Ludwig gebracht. Feuerwehrleute, gehüllt in Chemie-/Strahlenschutzanzüge, stellten das Pulver sicher. "Der sofort durchgeführte Betäubungsmittelschnelltest hat auf Kokain reagiert", bestätigte Polizeisprecher Michael Franz auf Anfrage der RZ den Vorfall, der sich bereits am Mittwochnachmittag vergangener Woche ereignet hat.

Zur exakten Bestimmung des verdächtigen Stoffes - gefunden wurden insgesamt 3,8 Kilo - schickten die Kripobeamten das Pulver zum chemischen Untersuchungsamt nach Münster.

Von dort kam jetzt die "Entwarnung": "Die Typisierung hat ergeben, dass es sich bei dem Stoff nicht, wie zunächst angenommen, um ein Betäubungsmittel handelt", erklärte Michael Franz. Laut Untersuchungsergebnis hatte der Laster eine chemische Substanz namens Cyasorb geladen - ein UV-Stabilisator, der vor allem im kunststoffverarbeitenden Gewerbe eingesetzt wird.

Der vermeintliche Drogenfund hat sich somit als harmloser, wenn auch giftiger Chemikalientransport entpuppt, der allerdings völlig korrekt deklariert war. Polizeisprecher Franz: "Wir sind angesichts der auffälligen Art der Lagerung auf Nummer sicher gegangen. Im Nachhinein hat sich gezeigt, dass alles ordentlich verlaufen ist. Da kein Straftatbestand vorliegt, sind die Ermittlungen eingestellt."

Die Cyasorb-Lieferung, die für eine Firma im Chemiepark Marl bestimmt war, soll inzwischen, wenn auch mit einiger Verspätung, dort eingetroffen sein.

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