Weihnachtszauber in Crange: Tierschützer planen Aktionen gegen Ponykarussell

dzPonykarussell

Tausende Menschen unterstützen eine Online-Petition gegen das Ponyreiten beim Weihnachtszauber in Herne-Crange. Doch die Tierschützer planen noch mehr.

Herne

, 20.11.2019, 11:39 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ponys laufen immer nur im Kreis inmitten bunter Lichter und Lärm - im Kern geht es den Tierschützern um dieses Problem, wenn es sich um Ponykarussells auf Jahrmärkten und Volksfesten dreht.

Kritik gibt es in den meisten Städten, in denen Stefan Kaiser sein Geschäft auf einer Kirmes oder dem Weihnachtsmarkt aufbaut. Oder einer seiner Brüder - insgesamt fünf Betriebe hat die Familie Kaiser aus Lippstadt, mit denen sie die Bundesrepublik bereist. In der vierten Generation.

2018 hörte das Ponykarussell in Dortmund auf

Im Frühling 2018 hatte die Stadt Krefeld das Ponykarussell von Stefan Kaiser auf der Frühjahrskirmes verboten; Kaiser setzte sein Recht auf den Aufbau seines Geschäftes per Beschluss des Verwaltungsgerichtes durch.

Jahrelang drehten Ponys auch auf dem Dortmunder Weihnachtsmarkt ihre Runden. Hier hatte ein älterer Bruder von Stefan Kaiser sein Geschäft. 2017 gab es mehrere Demonstrationen der Tierschutzorganisation Peta. Doch aufgegeben hatte die Ponybahn 2018 aus Altersgründen. „Mein Bruder hatte sich zur Ruhe gesetzt“, sagte Stefan Kaiser. Stattdessen kam ein Riesenrad.

Zum ersten Mal baut Stefan Kaiser nun in diesem Jahr sein Karussell in Herne beim Weinnachtszauber auf Crange auf. Eröffnet wird der Weihnachtszauber am Donnerstag, 21. November. Die 15 Tiere sind schon da.

Demos und 10.000 Unterstützer einer Onlinepetition

Auch in Herne sehen viele Bürger und Tierschützer die Bahn kritisch - die Diskussion aus Dortmund und den vielen anderen Städten wird nun in Herne weitergeführt. Die Tierschutzorganisation Peta in Herne plant laut WAZ vier Demonstrationen. Auch gibt es eine Online-Petition, die am Mittwochmorgen bereits knapp 10.000 Unterstützer hatte.

In keiner der Städte, in denen das Kaiser-Ponykarussell gastierte, wurde die Haltung der Tiere bemängelt. Auch die Veterinärämter gaben stets grünes Licht. So auch jetzt in Herne. Stefan Kaiser: „Den Tieren geht es gut.“

Peta: „Nicht mehr zeitgemäß“

Die Tierschützer bemängeln, dass die Ponys stets im Kreis laufen müssen, Lärm und blinkende Lichter die empfindlichen Ohren und Augen belasten und die Tiere stressen. „So etwas ist nicht mehr zeitgemäß“, kritisierte Peta in Dortmund - auch nicht im Hinblick auf die erzieherische Wirkung des „stupiden im Kreislaufens“. Zudem würden durch die immer gleichen Bewegungen die Gelenke der Tiere extrem belastet.

„Unsere Tiere sind absolut gesund“, sagt dagegen Stefan Kaiser. Das hätten regelmäßige Untersuchungen auch der Knochen und Gelenke stets ergeben. „Außerdem haben wir doch kein Interesse daran, dass es ihnen schlecht geht“. Die Ponys dürften am Tag maximal sechs Stunden arbeiten, in einem Paddock hätten sie Auslauf und regelmäßig würden die Tiere in der Bahn durchgetauscht, um Pausen zu gewährleisten. „Manchmal muss ein Tier auch den ganzen Tag nicht arbeiten.“

Betreiber: Tiere sind gesund, gut untergebracht und werden biblisch alt

Teilweise seien die Ponys sogar bis zu 45 Jahre alt geworden - ein biblisches Alter für diese Tiere. „Zum Schluss bekommen sie bei uns ihr Gnadenbrot“. „Der ist gut zu seinen Tieren“, sagten die Schausteller auch in Dortmund unisono über seinen Bruder.

Stefan Kaiser ist überzeugt, der Volksfestbetrieb mache den Pferden nichts aus, „es sind Schaustellertiere, genauso wie wir Schaustellermenschen sind.“ Wer sich selbst von der Unterbringung überzeugen will, sei dazu eingeladen.

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