Weiberfastnachtsparty im Livestream aus der Lanxess-Arena

Karneval

Wegen Corona fällt der Straßenkarneval in Nordrhein-Westfalen aus. Doch eine mehrstündige Show wird aus der Lanxess-Arena gesendet - der Erlös geht an notleidende Künstler und Bühnenarbeiter.

Köln

11.02.2021, 08:49 Uhr / Lesedauer: 2 min
Eine beleuchtete Figur des Festkomitees Kölner Karneval steht in der Stadt an der Wegstrecke des abgesagten Rosenmontagsumzugs vor dem Dom. An Weiberfastnacht wird eine Liveshow aus der Lanxess-Arena gesendet.

Eine beleuchtete Figur des Festkomitees Kölner Karneval steht in der Stadt an der Wegstrecke des abgesagten Rosenmontagsumzugs vor dem Dom. An Weiberfastnacht wird eine Liveshow aus der Lanxess-Arena gesendet. © picture alliance/dpa

An Weiberfastnacht beginnen traditionell die tollen Tage - doch diesmal läuft das närrische Treiben wegen Corona auf Sparflamme. Rathausstürmungen, Krawattenkürzungen, Konzerte und Sitzungen: alles abgesagt. In Köln müssen die Beschäftigten der Stadt sogar ganz normal arbeiten. Einiges tut sich aber doch: So findet in der Kölner Lanxess-Arena eine große Karnevalsshow statt, die gestreamt wird. Ziel der Show ist es, Spenden für notleidende Karnevalskünstler, Bühnenarbeiter, Fahrer und Tanzgruppen zu sammeln.

Viele von ihnen sind durch den Ausfall von Sitzungen, Bällen und Partys in ihrer beruflichen Existenz gefährdet. Moderiert wird das Programm von 10.30 Uhr etwa sechseinhalb Stunden lang von Guido Cantz und Mirja Boes. „Wir haben schon weit über 300.000 Euro gespendet bekommen, das ist natürlich toll“, sagte Guido Cantz der Deutschen Presse-Agentur. Am Karneval würden unheimlich viele Jobs hängen. „Ich hab zum Beispiel kürzlich mit einem Fotografen gesprochen, der sagte „Karneval ist einer meiner größten Umsatzbringer“.

Talkgäste und Bands in 7-Stunden-Show

Es ist wirklich toll, dass da so eine große Solidarität entstanden ist.“ Die Show dauert sechseinhalb bis sieben Stunden. „Wir haben auch viele Talkgäste und Bands, die auftreten“, sagte Cantz. „Die Lanxess-Arena ist ideal, weil man da coronatechnisch gut produzieren kann. Die Künstler kommen an der einen Seite rein und an der anderen wieder raus.“ Alle Beteiligten seien ehrenamtlich mit dabei.

„Das ist ein Riesenproduktionsstab geworden.“ Zu verfolgen ist die Show über www.nitallein.de, Magenta TV und auf der Website des „Kölner Stadt-Anzeigers“. Die coronabedingte Absage der Karnevalsfeierlichkeiten kostet die Schunkelmetropole Köln einer Studie zufolge knapp 600 Millionen Euro. Von dem üblichen Umsatz blieben dieses Mal wohl nur etwa neun Millionen Euro, heißt es in einer Analyse der Unternehmensberatung Boston Consulting Group (BCG). Beim Kostümhersteller Deiters ist der Umsatz um 90 Prozent eingebrochen.

Alkohol in Karnevals-Hotspots komplett verboten

„Wirtschaftlich gesehen ist das für uns eine Katastrophe“, sagte Firmenchef Herbert Geiss. In Köln - das an Weiberfastnacht sonst Hunderttausende Touristen anzieht - ist es diesmal im gesamten Stadtgebiet verboten, Alkohol im öffentlichen Raum zu konsumieren. An bestimmten Hotspots darf auch kein Alkohol verkauft werden. Polizei und Ordnungsamt wollen Verstöße gegen die Corona-Regeln wie auch gegen das Alkoholverbot konsequent ahnden. Auch private Karnevalspartys würden nicht toleriert, sagte ein Polizeisprecher.

dpa

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