„Was wir wollten“: Elyas M‘Barek will bei Netflix seine Liebe retten

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Sommer, Sonne, Beziehungsstress: Im Drama „Was wir wollten“ spielen Lavinia Wilson und Elyas M‘Barek ein Paar mit Kinderwunsch. Das verlangt den beiden auf Sardinien einiges ab.

Dortmund

, 13.11.2020, 14:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein Urlaub unter südlicher Sonne. Alice (Lavinia Wilson) und Niklas (Elyas M’Barek) gönnen sich eine Auszeit, sie wollen Stress weglüften und auf andere Gedanken kommen.

Sie sind dabei, ein Haus zu bauen, die eigentliche Belastung ist eine andere: Wieder schlug eine Schwangerschaft fehl, erneut blieb ihr Kinderwunsch unerfüllt. Das nagt an ihrer Liebe, das sorgt für Frust.

Beziehungsdrama im Mittelmeer

Ulrike Kofler hat ihren Film „Was wir wollten“ (neu bei Netflix) auf Sardinien gedreht: die Insel im Mittelmeer als Schauplatz und Hintergrund für ein Beziehungsdrama.

Damit ist Kofler in guter Gesellschaft: Dominik Graf drehte auf Korsika („Der Felsen“), Maren Ade auf Sardinien („Alle anderen“). Was die Filmemacher eint, ist die Prämisse, dass bei einer Ich-und-Du-Konstellation in der Fremde gewohnter Alltag verblasst und die Risse einer Partnerschaft hervortreten.

Wie schon Graf und Ade wartet Ulrike Kofler nicht mit gnädigem Weichzeichner und verlogenen Kintopp-Wundern auf, die in Romanzen von der Stange gerne fürs Happy end bemüht werden.

Ein Urlaub als Stresstest

Mit Meer und Sonnenschein kam Kindlein klein? Quatsch – für Niklas und Alice wird der Urlaub zum Stresstest. Sie streiten, raufen sich zusammen, müssen Kummer und Kränkung verschmerzen.

Das Kapitel Kinderwunsch wird sie weiter begleiten. „Was wir wollten“ (Drehbuch: Ulrike Kofler, Sandra Bohle, Marie Kreutzer) erforscht das Innenleben einer Beziehung, spürt den Wunden eines Paares nach, findet Bilder für Sehnsucht und Verlangen. Wenn all dies gesagt ist, sensibel und wahrhaftig, darf das Ende offen bleiben, weil die Momentaufnahme zählt.

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Stimmige Pärchen-Chemie

Funktionieren kann die Geschichte nur mit Darstellern, zwischen denen die Chemie stimmt. Sie müssen die Bruchlinien der Charaktere aufscheinen lassen, seelische Nuancen glaubwürdig abbilden, damit ihre Figuren atmen.

Dass Lavinia Wilson es kann, wussten wir. Elyas M‘Barek beherrscht sie auch, die höhere Schule des Charakterfachs, die ihm mehr abverlangt als das „Göhte“-Gymnasium. Und das ist die Überraschung des Films.

Ein Paar, das die Flinte trotz Problemen nicht ins Korn wirft: Eine Romanze ohne Schmalz und Zuckerwatte.

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