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Narben sollen heilen

Vreden Samstagabend beim Tee in der Hauptstadt Jemens, Sana: Der Muezzin ruft, aber eher vereinzelt machen sich Gläubige auf zur Moschee. "Wichtig ist uns Jemeniten, dass unser Tun vom Herzen kommt", erläutert der einheimische Arzt Dr. Ali seinen Begleitern aus Vreden.

20.11.2007

Narben sollen heilen

<p>OP-Schwester Anne Pirek vom Krankenhaus Ahaus versucht, einen kleinen Patienten vor der OP aufzuheitern. MLZ-Foto</p>

"Und aus Eurem Herzen kommt das, was Ihr in den letzten zwei Wochen für uns Jemeniten getan habt", ergänzt Dr. Ali. An dieses Gespräch erinnert sich Dr. Arnulf Lehmköster, Chefarzt der Plastischen Chirurgie im St. Marien-Hospital und für die Hilfsorganisation "Interplast" aktiv, sehr gern. "Denn der Kollege hat unsere Motivation, die uns jetzt in den Jemen führte, gut getroffen: Wir sehen einen Menschen mit einem chirurgischen Problem - und wir haben das Wissen und die Mittel, es zu lösen."

Arabische Halbinsel

Für zwei Wochen war ein Team der Interplast-Sektion in dem Land im Südwesten der Arabischen Halbinsel im Einsatz: In der 500 000-Einwohner-Stadt Taiz waren neben Sektionsleiter Dr. Lehmköster Dr. Enno Barlag (St. Marien-Hospital Vreden) und zum ersten Mal OP-Schwester Anne Pirek (St. Marien-Krankenhaus Ahaus) ehrenamtlich aktiv.

Im Jemen wird zumeist an mit Gas betriebenen, offenen Feuerstellen gekocht. Das führt oft zu Verbrennungen. "In erster Linie operierten wir Kinder mit Verbrennungsnarben, die über Gelenke gingen und dadurch die Funktion der Hände oder Füße stark beeinträchtigten", erzählt Lehmköster. Auch einigen frisch Verbrannten habe man durch Hauttransplantationen helfen können. Das Vredener Team, das bei seinen 60 Operationen von Anästhesistin Dr. Sabera aus Bonn unterstützt wurde, half auch Patienten mit angeborenen Fehlbildungen, Unfallfolgen oder Tumoren.

Effektive Operationen

Es war aus Sicht von Dr. Arnulf Lehmköster ein völlig reibungsloser und effektiver Einsatz. Voller Begeisterung ist er aber nicht nur von der erfolgreichen Arbeit, sondern auch vom Jemen: Abendliche Besuche auf dem Suk - den Märkten - brachten jede Menge Eindrücke, Fotomotive und Energie für den folgenden Tag im OP. "Das wird nicht das letzte Mal im Jemen gewesen sein", ist sich der Vredener sicher. ewa

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