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Beinahe himmlische Klänge

26.11.2007

Vreden Optisch und klanglich kamen die Besucher des Konzertes mit dem Glasmusikduo "Sinfonia di Vetro" am Sonntag in der Zwillbrocker Barockkirche voll auf ihre Kosten. In der Reihe "Mommenta Münsterland" - unter anderem von der Gesellschaft zur Förderung westfälischer Kulturarbeitausgerichtet - wurde dem Publikum Besonderes geboten.

Sascha Reckert erfand vor der Rekonstruktion der historischen Glasharmonika 1985 das "Verrophon" aus senkrecht stehenden Glasröhren. Zusammen mit Andreas Bertomeo begeisterte er im Ensemble "Sinfonia di Vetro" die Zuhörer, die sich nach dem Klangerlebnis um das Instrument scharten.

Seltene Stücke

Das besondere Erlebnis klassischer Musik zusätzlich steigerte das Streicherquartett de Pré, bestehend aus Zsuzsa Debre (Violine), Nataliya Demina (Violine), Alexander Dressler (Viola) und Carolin Schröder (Violoncello) zusammen mit der Sopranistin und GWK-Förderpreisträgerin Susanne Ellen Kirchesch. Selten zu hörende Stücke von Johann Sebastian Bach, Johann Fr. Reichardt, Wolfgang Amadeus Mozart, Johann A. Hasse sowie Fred Schnaubelt intonierten sie in der zauberhaften Atmosphäre der Barockkirche.

So zerbrechlich die Glasröhren wirkten, so klangstark und -schön behaupteten sie sich im Raum. Vergleichbar den Orgelpfeifen hatte Reckert sie in unterschiedlicher Länge und gleichem Durchmesser in drei Reihen angeordnet. Aus 30 solcher Glasröhren zauberte jeder Verrophonist mit einfühlsamen Händen, die immer wieder warm gerieben werden mussten, beinahe himmlische Klänge. Im musikalischen Dialog mit den Streichern wurde diese Wirkung nur noch gesteigert.

Reiner Genuss

Johann Friedrich Reichardt hat sich in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts verdient gemacht um das Liedgut. Instrumentale Werke des bedeutendsten Musikkritikers und -schriftstellers des 18. Jahrhunderts sind dagegen eher selten in Konzerten zu hören. Das Largo für Glasharmonika und das Rondeau für Glasharmonika und Streicher waren schöne Beispiele seiner Kompositionen.

Kirchesch hatte ihren einzigen Auftritt zusammen mit allen Musikern mit der Kantate "L?Armonica" von Johann Adolf Hasse, einem Schüler von Alessandro Scarletti im Neapel des frühen 18. Jahrhunderts. Ihr klarer und kraftvoller Sopran war ein zusätzliches Bonbon eines Konzerts, das nicht nur als Hörgenuss im Gedächtnis der begeisterten Besucher in der voll besetzten Kirche hängen bleiben wird, sondern auch als optischer Genuss. emk

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