Von Kinderhändlern entführt: Eltern finden Sohn nach 32 Jahren wieder

China

Eltern haben in China nach 32 Jahren ihren entführten Sohn wieder in die Arme geschlossen. Beim live im Fernsehen übertragenen Wiedersehen flossen Tränen. Damit endet eine jahrzehntelange Suchaktion.

Peking

20.05.2020, 10:29 Uhr / Lesedauer: 1 min
Der Handel mit Babys und Kleinkindern ist ein weit verbreitetes Problem in China.

Der Handel mit Babys und Kleinkindern ist ein weit verbreitetes Problem in China. © picture alliance/dpa

Ein Mann aus China, der als Kleinkind entführt worden war, hat laut einem Medienbericht nach 32 Jahren wieder seine Eltern in die Arme schließen können. Wie Chinas staatliche Nachrichtenagentur unter Berufung auf die Polizei berichtete, war Mao Yin in seiner Heimatstadt Xi’an im Alter von zweieinhalb Jahren verschwunden.

Nach mehr als drei Jahrzehnten führte ein Hinweis Ende April schließlich für die Eltern zum lang ersehnten Wiedersehen. Bei einer Pressekonferenz am Montag traf Mao Yin auf seine Mutter und seinen Vater. In Ausschnitten einer Liveübertragung des chinesischen Fernsehens ist zu sehen, wie der 34-Jährige auf seine Eltern zuläuft und alle drei in Tränen ausbrechen.

Die Polizei hatte zuvor Informationen über einen Jungen aus Xi’an erhalten, der für 6000 Yuan (rund 770 Euro) an eine mehr als 600 Kilometer entfernt lebende Familie verkauft worden war. Bildabgleiche und ein DNA-Test halfen schließlich bei der Identifikation.

Jahrzehntelange Suchaktion nach verschwundenem Sohn

Für die Eltern endete mit der Rückkehr ihres Sohns eine jahrzehntelange Suchaktion. Nachdem Mao Yin verschwunden war, kündigte seine Mutter ihren Job und startete eine Kampagne, die anderen Familien half, ihre eigenen vermissten Kinder zu finden.

Der Handel mit Babys und Kleinkindern ist ein weit verbreitetes Problem in China. Laut Xinhua seien durch DNA-Abgleiche seit dem vergangenen Jahr 6300 einst Entführte wieder mit ihren Familien zusammengebracht werden.