Vom gräflichen Anwesen zur Fachhochschule für Finanzen

Schloss Nordkirchen

1949 ist ein bedeutendes Jahr für die Gemeinde. Damals entschied sich das Land Nordrhein-Westfalen, Schloss Nordkirchen anzumieten, um darin seine Landesfinanzschule einzurichten, neun Jahre später kaufte es das Anwesen.

NORDKIRCHEN

von Von Angela Wiese

, 05.04.2012, 14:40 Uhr / Lesedauer: 2 min
Martin Küpers, Leiter der Technischen Dienste im Schloss, im Gelben Salon, der mittlerweile als Lehrzimmer genutzt wird.

Martin Küpers, Leiter der Technischen Dienste im Schloss, im Gelben Salon, der mittlerweile als Lehrzimmer genutzt wird.

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Bildergalerie

Schloss Nordkirchen

Das Schloss Nordkirchen ist immer einen Ausflug wert.
05.04.2012
/
Eine Skizze des Westgartens, wie er einst aussah.© Foto: Angela Wiese
Die Faunus-Statue.© Foto: Angela Wiese
Auch an den Skulpturen auf dem Gelände nagt der Zahn der Zeit.© Foto: Angela Wiese
Auf dem Schlossgelände.© Foto: Angela Wiese
Auf dem Schlossgelände.© Foto: Angela Wiese
Schloss Nordkirchen muss freilich gepflegt werden. Keine einfache Aufgabe. "Ist man hinten angekommen, muss man vorne schon wieder anfangen", sagt Martin Küpers, Leiter der Technischen Dienste.© Foto: Angela Wiese
Der Lesesal der FHF.© Foto: Angela Wiese
Alte Schätze im Schloss.© Foto: Angela Wiese
Martin Küpers, Leiter der Technischen Dienste, zeigt eine alte Schatztruhe im Schloss.© Foto: Angela Wiese
Eine alte Schatztruhe im Schloss.© Foto: Angela Wiese
Ein Gemälde von Johann Conrad Schlaun.© Foto: Angela Wiese
Kein Marmor, sondern Holzsäulen schmücken die Treppe, die vom Vestibül rauf in die Ahnengalerie führt.© Foto: Angela Wiese
Ferdinand von Plettenberg.© Foto: Angela Wiese
Sowohl im Garten als auch im Schloss stehen immer wieder Statuen. Diese zeigt den jungen Ferdinand von Plettenberg in Marmor.© Foto: Angela Wiese
Imposant sind auch die Decken im Schloss wie hier im Jupitersaal. Dazu der alte Kronleuchter aus Bleikristall.© Foto: Angela Wiese
Besonders, sagt Martin Küpers, Leiter der Technischen Dienste im Schloss, seien die Becken an den Wänden im Speisezimmer. Es sei damals nicht selbstverständlich gewesen, sich vor und nach dem Essen die Hände zu waschen.© Foto: Angela Wiese
Hier hat der Graf gegessen.© Foto: Angela Wiese
Im Speisezimmer der Grafenfamilie.© Foto: Angela Wiese
Kaiser Wilhelm auf einem der Gemälde im Schloss.© Foto: Angela Wiese
Martin Küpers, Leiter der Technischen Dienste im Schloss, im Gelben Salon, der mittlerweile als Lehrzimmer genutzt wird.© Foto: Angela Wiese
Der Leiter der technischen Dienste zeigt ein Stück Wand, das nach einem Wasserschaden saniert werden musste.© Foto: Angela Wiese
So einen Konferenzraum gibt es wohl selten.© Foto: Angela Wiese
Die mit Stoff bespannten Wände sind an einigen Stellen kaputt.© Foto: Angela Wiese
Das ehemalige Badezimmer der Gräfin dient heute Dozenten als Besprechungsraum.© Foto: Angela Wiese
Die alten Kacheln im ehemaligen Badezimmer der Gräfin sind die originalen, die Steckdose ist freilich neu.© Foto: Angela Wiese
Im Schloss Nordkirchen.© Foto: Angela Wiese
Die persönliche Kapelle der Grafenfamilie. Vorne war früher noch ein Altar.© Foto: Angela Wiese
Nicht aus Marmor, sondern aus Kunststein sind die Wände in der privaten Kapelle des Grafen.© Foto: Angela Wiese
Hinweisschilder informieren die Besucher.© Foto: Angela Wiese
Die imposante Decke in der Schlosskapelle.© Foto: Angela Wiese
Martin Küpers, Leiter der Technischen Dienste, in der Schlosskapelle, auf einer der Büßerbänke. Auch hier werden Ehen geschlossen.© Foto: Angela Wiese
Der Altar in der Schlosskapelle.© Foto: Angela Wiese
Ein Teil des Altars in der Schlosskapelle.© Foto: Angela Wiese
Ein Buntglasfenster in der Schlosskapelle.© Foto: Angela Wiese
Ein Teil der Decke der Schlosskapelle.© Foto: Angela Wiese
Ein Klassenzimmer in der Fachhochschule für Finanzen des Landes NRW. Der Blick aus den Fenstern rechts fällt auf die berühmte Venusinsel.© Foto: Angela Wiese
Die Venusinsel.© Foto: Angela Wiese
Auch Martin Küpers, Leiter der Technischen Dienste, schwärmt von dem Blick auf die Venusinsel.© Foto: Angela Wiese
So einen Ausblick aus einem Schulzimmer gibt es wohl selten in einer Bildungseinrichtung. Zu sehen ist die Venusinsel.© Foto: Angela Wiese
Ein altes Modellschiff. Früher hing es unter der Decke der Ahnengalerie. Jetzt steht es in einer Glasvitrine.© Foto: Angela Wiese
Eine Sonnenuhr.© Foto: Angela Wiese
Der Hochzeitsturm, im Hintergrund ein Teil der Venusinsel.© Foto: Angela Wiese
Im Hochzeitsturm. Die Zahlen sprechen für sich. Hier wird gerne geheiratet.© Foto: Angela Wiese
Der Eingang in den Hochzeitsturm.© Foto: Angela Wiese
Auch an den Statuen auf dem Gelände nagt der Zahn der Zeit.© Foto: Angela Wiese
Eine Allee mit Hochzeitsbäumen.© Foto: Angela Wiese
Ziel ist es, den Westgarten wieder herzurichten. Im Augenblick ist er teilweise an einen Pferdezüchter vermietet. So bleibt der Rasen in Pflege.© Foto: Angela Wiese
Schlagworte

Denn das Grafenanwesen war so kurz nach dem Krieg in einem miserablen Zustand. Das Schloss war teilweise derart baufällig, dass es der Feuerwehr damals untersagt war, im Brandfall das Gebäude zu betreten, weiß Wilhelm Schulte, Verwaltungsleiter der Fachhochschule für Finanzen, die das Schloss seit 1958 beherbergt.

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Das Schloss Nordkirchen ist immer einen Ausflug wert.
05.04.2012
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Eine Skizze des Westgartens, wie er einst aussah.© Foto: Angela Wiese
Die Faunus-Statue.© Foto: Angela Wiese
Auch an den Skulpturen auf dem Gelände nagt der Zahn der Zeit.© Foto: Angela Wiese
Auf dem Schlossgelände.© Foto: Angela Wiese
Auf dem Schlossgelände.© Foto: Angela Wiese
Schloss Nordkirchen muss freilich gepflegt werden. Keine einfache Aufgabe. "Ist man hinten angekommen, muss man vorne schon wieder anfangen", sagt Martin Küpers, Leiter der Technischen Dienste.© Foto: Angela Wiese
Der Lesesal der FHF.© Foto: Angela Wiese
Alte Schätze im Schloss.© Foto: Angela Wiese
Martin Küpers, Leiter der Technischen Dienste, zeigt eine alte Schatztruhe im Schloss.© Foto: Angela Wiese
Eine alte Schatztruhe im Schloss.© Foto: Angela Wiese
Ein Gemälde von Johann Conrad Schlaun.© Foto: Angela Wiese
Kein Marmor, sondern Holzsäulen schmücken die Treppe, die vom Vestibül rauf in die Ahnengalerie führt.© Foto: Angela Wiese
Ferdinand von Plettenberg.© Foto: Angela Wiese
Sowohl im Garten als auch im Schloss stehen immer wieder Statuen. Diese zeigt den jungen Ferdinand von Plettenberg in Marmor.© Foto: Angela Wiese
Imposant sind auch die Decken im Schloss wie hier im Jupitersaal. Dazu der alte Kronleuchter aus Bleikristall.© Foto: Angela Wiese
Besonders, sagt Martin Küpers, Leiter der Technischen Dienste im Schloss, seien die Becken an den Wänden im Speisezimmer. Es sei damals nicht selbstverständlich gewesen, sich vor und nach dem Essen die Hände zu waschen.© Foto: Angela Wiese
Hier hat der Graf gegessen.© Foto: Angela Wiese
Im Speisezimmer der Grafenfamilie.© Foto: Angela Wiese
Kaiser Wilhelm auf einem der Gemälde im Schloss.© Foto: Angela Wiese
Martin Küpers, Leiter der Technischen Dienste im Schloss, im Gelben Salon, der mittlerweile als Lehrzimmer genutzt wird.© Foto: Angela Wiese
Der Leiter der technischen Dienste zeigt ein Stück Wand, das nach einem Wasserschaden saniert werden musste.© Foto: Angela Wiese
So einen Konferenzraum gibt es wohl selten.© Foto: Angela Wiese
Die mit Stoff bespannten Wände sind an einigen Stellen kaputt.© Foto: Angela Wiese
Das ehemalige Badezimmer der Gräfin dient heute Dozenten als Besprechungsraum.© Foto: Angela Wiese
Die alten Kacheln im ehemaligen Badezimmer der Gräfin sind die originalen, die Steckdose ist freilich neu.© Foto: Angela Wiese
Im Schloss Nordkirchen.© Foto: Angela Wiese
Die persönliche Kapelle der Grafenfamilie. Vorne war früher noch ein Altar.© Foto: Angela Wiese
Nicht aus Marmor, sondern aus Kunststein sind die Wände in der privaten Kapelle des Grafen.© Foto: Angela Wiese
Hinweisschilder informieren die Besucher.© Foto: Angela Wiese
Die imposante Decke in der Schlosskapelle.© Foto: Angela Wiese
Martin Küpers, Leiter der Technischen Dienste, in der Schlosskapelle, auf einer der Büßerbänke. Auch hier werden Ehen geschlossen.© Foto: Angela Wiese
Der Altar in der Schlosskapelle.© Foto: Angela Wiese
Ein Teil des Altars in der Schlosskapelle.© Foto: Angela Wiese
Ein Buntglasfenster in der Schlosskapelle.© Foto: Angela Wiese
Ein Teil der Decke der Schlosskapelle.© Foto: Angela Wiese
Ein Klassenzimmer in der Fachhochschule für Finanzen des Landes NRW. Der Blick aus den Fenstern rechts fällt auf die berühmte Venusinsel.© Foto: Angela Wiese
Die Venusinsel.© Foto: Angela Wiese
Auch Martin Küpers, Leiter der Technischen Dienste, schwärmt von dem Blick auf die Venusinsel.© Foto: Angela Wiese
So einen Ausblick aus einem Schulzimmer gibt es wohl selten in einer Bildungseinrichtung. Zu sehen ist die Venusinsel.© Foto: Angela Wiese
Ein altes Modellschiff. Früher hing es unter der Decke der Ahnengalerie. Jetzt steht es in einer Glasvitrine.© Foto: Angela Wiese
Eine Sonnenuhr.© Foto: Angela Wiese
Der Hochzeitsturm, im Hintergrund ein Teil der Venusinsel.© Foto: Angela Wiese
Im Hochzeitsturm. Die Zahlen sprechen für sich. Hier wird gerne geheiratet.© Foto: Angela Wiese
Der Eingang in den Hochzeitsturm.© Foto: Angela Wiese
Auch an den Statuen auf dem Gelände nagt der Zahn der Zeit.© Foto: Angela Wiese
Eine Allee mit Hochzeitsbäumen.© Foto: Angela Wiese
Ziel ist es, den Westgarten wieder herzurichten. Im Augenblick ist er teilweise an einen Pferdezüchter vermietet. So bleibt der Rasen in Pflege.© Foto: Angela Wiese
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Längst ist das Grafenanwesen nicht nur die Lehranstalt der zukünftigen Finanzbeamten des Landes, sondern auch der Öffentlichkeit zugänglich. Trotz aller bisherigen Sanierungsmaßnahmen, hat das zu Beginn des 18. Jahrhunderts erbaute Schloss seinen historischen Charakter nicht eingebüßt.

Das Schloss zu besuchen bedeutet auf den Spuren des Grafen Ferdinand von Plettenberg zu wandeln. Das beginnt schon auf der Treppe, die vom Vestibül hinauf in die Ahnengalerie führt. Jeder Schritt auf den unebenen, mit rotem Teppich bedeckten Holzstufen zieht ein ausgedehntes, tiefes Knarzen nach sich.Der große Auftritt, den die Stufen bieten, und die geringe Steigung der Treppe, sei beabsichtigt gewesen, erzählt Martin Küpers, der die Technischen Dienste leitet. Schließlich sollten die adeligen Damen hier stilecht in ihren barocken Kleidern mit den ausladenen Röcken auf und ab stolzieren können.

Es sind nicht nur die berühmten Ansichten, die ein Besuch des Schlosses ausmachen. Etwa der Anblick der Venusinsel aus dem Fenster eines heutigen Seminarraumes. Die kunstvoll angeordneten Hecken sehen von oben betrachtet aus, als würden die Gärtner, zwölf sind es, hier mit dem Winkelmesser ans Werk gehen. Befahrbar ist die Insel nicht. In den 90er-Jahren musste schon ein Hubschrauber her, um eine der Statuen auf die Insel zu setzten. Oder die Schlosskapelle mit dem aufwendigen Deckenstuck und den imposanten Wandmalereien. Es sind auch die vielen Details, die einen Besuch so spannend machen und die Geschichten, die sich hinter den Stücken verbergen.

Das Esszimmer der Grafenfamilie etwa. An einer der mit Holz verkleideten Wände hängen hier immer noch die Marmorbecken mit den vergoldeten Halterungen in Form von Gesichtern. Eine Besonderheit schon damals, erzählt Küpers. Denn in Zeiten von Puderduschen sei es nicht gerade üblich gewesen, sich vor und nach dem Essen die Hände zu waschen.

Programm und Führungen

Das Ambiente des Schlosses wird regelmäßig nicht nur für Tagungen, sondern auch für kulturelle Veranstaltungen genutzt. Dazu gehören in nächster Zeit:
› am 22. April das Schlosskonzert mit Cellistin Tanja Tetzlaff und Pianistin Gunilla Süssmann im Festsaal Oranienburg
› am 5. und 6. Mai Landesbläser-Wettbewerb 2012 im Schloss-Innenhof
› am 20. Mai das Schlosskonzert „Karneval der Tiere“ für zwölf Celli im Festsaal Oranienburg
› vom 25. bis 28. Mai eine VHS-Gemäldeausstellung in der Mensa-Vorhalle
› am 2. Juni ein historischer Ball mit Tänzen vom 15. bis 18. Jahrhundert im Festsaal Oranienburg
› am 9. und 10. Juni eine Schneider-Heinrich-Ausstellung mit Gemälden, Goldschmuck und anderen Stücken in der Pictorius-Vorhalle

Schlossführungen sind nach Anmeldung täglich von 9 bis 18 Uhr möglich und ohne Anmeldungen stündlich sonntags von 11 bis 17 Uhr (Mai bis September) sowie 14 bis 16 Uhr (Oktober bis April). Kinder zahlen von 6 bis 14 Jahren 1 Euro, Erwachsene pro Person 3 Euro. Der Mindestpreis für Gruppen beträgt 30 Euro.
Die Kombiführung durch den Garten und das Schloss kostet 6 Euro.
 
Weitere Informationen gibt es unter Tel. (02596) 9331073 oder per E-Mail an .

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