Virologe Drosten: Ostern ist die Corona-Pandemie nicht vorbei

Coronavirus

Drosten rechnet frühestens im kommenden Sommer mit einer Normalisierung. Die Voraussetzung dafür ist allerdings, dass die Infektionszahlen wieder sinken.

Berlin

01.11.2020, 16:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Charité-Virologe Drosten rechnet nicht mit einer schnellen Normalisierung.

Charité-Virologe Drosten rechnet nicht mit einer schnellen Normalisierung. © picture alliance/dpa

Der Charité-Virologe Christian Drosten hat wenig Hoffnung, dass die Pandemie mit den verschärften Schutzmaßnahmen langfristig in den Griff zu bekommen ist. Trotz Fortschritten bei Tests und Impfungen sei nicht mit einer schnellen Normalisierung zu rechnen, sagte Drosten der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). „Sicher ist: Ostern ist die Pandemie nicht beendet“, so der Virologe. Spätestens bis zum Sommer erwarte er aber eine deutliche Verbesserung, „wenn wir jetzt die akut steigenden Ansteckungszahlen in den Griff bekommen.“

Schnelltests zeigen, ob jemand infektiös ist

Dabei könne vor allem die Verbreitung von Schnelltests helfen, sagte Drosten der „NOZ“. „Wenn sie in ausreichender Zahl zur Verfügung stehen, können wir gefährdete Gruppen sehr regelmäßig und niederschwellig testen“, so Drosten. „Außerdem lässt sich nicht nur feststellen, ob jemand infiziert ist, sondern auch, ob er infektiös ist“, erläuterte der Virologe.

Dieses Wissen könne laut Drosten vor allem die Anordnung von Quarantäne oder Kontaktverboten erleichtern und das vorzeitige Ende einer Isolation ermöglichen. Einen breiteren Einsatz der Schnelltests erwarte er in wenigen Wochen. Bis es so weit ist, rät Drosten zu vorsichtigem Verhalten: „Am besten wäre es, wir täten alle so, als wären wir infiziert und wollten andere vor Ansteckung schützen.“

Drosten: Schulen weiterhin offen lassen

Zudem befürwortet der Virologe die Entscheidung, Schulen während des Lockdowns weiterhin geöffnet zu lassen. Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte Drosten, er halte die entsprechende politische Weichenstellung für richtig. „In den Schulen gelten jetzt strengere Vorsichtsmaßnahmen und Maskenpflicht“, so Drosten. „Wir haben die Hoffnung, dass das hilft, Ansteckungen zu verhindern.“

Bund und Länder haben sich zur Senkung der Infektionszahlen auf einen Teil-Lockdown geeinigt. Ab Montag sollen Kontakte drastisch reduziert werden. Treffen von mehr als zwei Haushalten und über zehn Personen sind verboten. Anders als im Frühjahr will die Politik die Kitas und Schulen diesmal jedoch geöffnet halten. Die Gastronomie-, Tourismus- und Kulturbranche treffen die angeordneten Schließungen jedoch hart.

RND

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