Vierfachmord in Enschede: Der Hauptverdächtige will vor Gericht aussagen

dzMord in Enschede

Vier Männer wurden im November 2018 an der van Leeuwenhoek­straat in Enschede erschossen. Das Gerichtsverfahren in Almelo läuft. Nun will ein Angeklagter sein Schweigen brechen.

Enschede

, 08.01.2020, 19:12 Uhr / Lesedauer: 1 min

Der Mord an vier Männern ereignete sich am 13. November 2018 in einem Geschäftsgebäude an der van Leeuwenhoek­straat in Enschede. Drei Verdächtige sind angeklagt, der Prozess läuft seit Mitte 2019 in Almelo. Nun hat einer angekündigt, auszusagen. Das berichtet die Tageszeitung Tubantia.

Vier Männer wurden erschossen

Erschossen wurden damals zwei Männer aus Hengelo, ein Mann aus Enschede und ein Mann aus Arnheim. Die Polizei setzte seinerzeit ein 80-köpfiges Team für die Ermittlungen ein. Die Festnahme war spektakulär: Ende November griff ein mobiles Einsatzkommando der niederländischen Polizei unter anderem auf der Autobahn A1 zu. Videoaufnahmen einer Überwachungskamera in der Nähe des Tatorts hatten die Ermittler auf die Spur der drei Angeklagten gebracht.

Seit Prozessbeginn haben alle Angeklagten, Dejan A. (32), sein Bruder Denis (30) und ihr Vater Camil (57) von ihrem Schweigerecht Gebrauch gemacht. Aber nun, so die Tubantia, wolle sich Dejan A. noch in diesem Monat zu den Vorwürfen gegen ihn äußern. Dies habe sein Verteidiger am Dienstag vor dem Gericht in Almelo angekündigt. Was sein Mandant sagen will, darüber machte der Anwalt keine Angaben. Er wolle seinem Mandanten nicht vorgreifen.

Verteidiger sehen Unklarheiten bei den DNA-Spuren

Das Strafverfahren gegen den größten Mord in der Geschichte der Kriminalität in Twente nähert sich seinem Ende. Bei der Verhandlung am Dienstag standen Anträge der Anwälte im Mittelpunkt. Die Verteidiger brachten laut Tubantia vor, dass sie weitere Zeugen anhören wollten und dass die Herkunft von DNA-Spuren auf Patronenhülsen nicht eindeutig geklärt sei.

Die Anwälte der anderen Hauptverdächtigen der Familie A. konnten nicht sagen, ob ihre Mandanten auch Aussagen machen würden. Der Prozess wird am 31. Januar fortgesetzt.

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