Vier-Sterne-Hotel in Nordkirchen: LWL kritisiert die Pläne

dzHotel-Neubau

Das Amt für Denkmalpflege des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe kritisiert die Pläne für das geplante Vier-Sterne-Hotel in Nordkirchen. Dabei geht es vor allem um ein Detail.

Nordkirchen

, 23.06.2020, 08:25 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Pläne für das Vier-Sterne-Hotel in Nordkirchen am Schlosspark bekommt Gegenwind durch den Denkmalschutz des Landschaftsverbands Westfalen-Lippe (LWL). So hat sich der LWL in einer ausführlichen Stellungnahme zu den Plänen für das Hotel mit angeschlossenem Hallenbad und dem Fortbildungscampus für die Finanzverwaltung NRW geäußert.

Es ist vor allem ein Aspekt der Hotelplanung, den der LWL bemängelt. So ist in den auch öffentlich einsehbaren Plänen des Projektentwicklers Premero aus Hamburg eine gedachte Verlängerung der Sichtachse zum Schloss Nordkirchen vorgesehen. Auf dem späteren Hotelgelände würde diese Achse einem von Südwesten nach Nordosten verlaufenden Weg Richtung Hotelgebäude und in die andere Richtung zum Schloss hin verlaufen.

Wobei „Sicht“-Achse relativ ist, denn freie Sicht vom Hotel zum Schloss würde es auf Bodenniveau ohnehin nicht geben: Der mit Bäumen dicht bewachsene Schlosspark verhindert den ungeschützten Blick auf das Barockschloss. Der LWL stützt seine Kritik allerdings auch vielmehr auf die Idee hinter der Schlossanlage, deren Bau 1703 begann und erst nach über 30 Jahren abgeschlossen wurde.

Es gibt einige Sichtachsen, die vom Schloss und dem Schlosspark weg führen. Diese haben aber bewusst keinen Abschluss, damit das Schlossgelände noch größer wirkt.

Es gibt einige Sichtachsen, die vom Schloss und dem Schlosspark weg führen. Diese haben aber bewusst keinen Abschluss, damit das Schlossgelände noch größer wirkt. © Karim Laouari

Markus Fischer, Pressesprecher des LWL, erklärt auf Anfrage, worum es bei der Kritik geht. So würden mehrere Sichtachsen vom Schloss weg führen. Diese Sichtachsen verliefen rund um das Schloss ohne feste Abschlüsse - „und zwar aus Absicht“, wie Fischer sagt. Dadurch sollte der Effekt erzielt werden, dass die Schlossanlage „noch größer wirkt, als sie eigentlich ist“, wie der LWL-Sprecher weiter erklärt.

Abschluss widerspricht ursprünglichen Plänen

Ein Abschluss einer dieser Achsen widerspreche also den ursprünglichen Plänen und einer der Ideen der Schlossgarten-Architektur.

Abgesehen davon habe der LWL „keinerlei grundsätzliche Bedenken“ gegenüber dem Hotelprojekt, macht Markus Fischer deutlich.

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Die Kritik des Landschaftsverbands nimmt die Gemeinde „sehr ernst“, versicherte Bauamtsleiter Josef Klaas in der vergangenen Sitzung des Ausschusses für Bauen und Planung. Vor der Sitzung am 18. Juni habe die Verwaltung deshalb mit dem Hamburger Projektentwickler gesprochen. Die Lösung: „Die Achsverlängerung auf der linken Seite wird aufgegeben“, sagt Klaas. Ein Gehweg soll zwar erhalten bleiben, aber nicht in einem Winkel, der die Sichtachse zum Schloss verlängern würde.

Theoretisch könnte der LWL den Planungsprozess durch eine Klage unterbrechen, wie sowohl Bürgermeister Dietmar Bergmann als auch Markus Fischer erklären. Fischer ergänzt aber: „Das wollen wir natürlich nicht.“ Wie in der Vergangenheit auch, setze der LWL auf eine Einigung mit der Gemeinde Nordkirchen, so Fischer weiter.

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