Verstopfte Pumpen: Warum der Klopapier-Mangel ein Problem für die Abwassersysteme ist

Coronavirus

Klopapier ist derzeit meist ausverkauft. Viele Menschen greifen daher auf andere Produkte wie T-Shirts und Zeitungspapier zurück. Doch das bereitet dem Abwassersystem vielerorts schon große Probleme.

Essen

25.03.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Not macht erfinderisch: Aus Verzweiflung nutzen Menschen in der Corona-Krise selbst zerschnittene T-Shirts.

Not macht erfinderisch: Aus Verzweiflung nutzen Menschen in der Corona-Krise selbst zerschnittene T-Shirts. © picture alliance/dpa

Zerschnittene T-Shirts, Küchenpapier und Zeitungspapier: Menschen werden in der Corona-Krise weltweit erfinderisch, wenn sie kein Klopapier mehr zur Verfügung haben. In England und in den USA gab es bereits Fälle, in denen selbst Zeitungspapier die Abwassersysteme belastet hatte. Auch das Wasserwirtschaftsunternehmen Emschergenossenschaft und Lippeverband in Essen hat darauf aufmerksam gemacht, dass Küchenpapier und Feuchttücher nicht ins Klo gehören.

Anders als Klopapier zersetzen sich Küchenpapier und Feuchttücher nach dem Spülen nicht, informieren Emschergenossenschaft und Lippeverband. Sie gelangen vollständig über die Abwasserkanäle zu den Pumpwerken. „In den Motoren können Küchenpapier und Feuchttücher zu sogenannten Verzopfungen führen, die im schlimmsten Fall auch einen Ausfall von Pumpwerken zur Folge haben könnten“, heißt es in einer Mitteilung. Sie stünden immer wieder vor dem Problem, dass ihre Pumpwerke deswegen lahmgelegt werden. Warum keine Alternative zum Klopapier was taugt, zeigt die US-amerikanische Stadt Redding in Nordkalifornien mit einem Info-Video, das auf YouTube veröffentlicht wurde.

Probleme in vielen US-amerikanischen Abwassersystemen

In Redding wird Toilettenpapier in Zeiten der Corona-Krise auch fleißig gehamstert. Wie eine Lokalzeitung berichtete, nutzen Menschen aus Verzweiflung zerschnittene T-Shirts als Ersatz. Die wenigen Aufrufe des Videos zeigen, dass die Nachricht noch lange nicht bei allen angekommen ist. Auch in South Carolina oder Massachusetts warnen die Entsorgungsunternehmen vor „Zöpfen“ aus T-Shirts, Küchentüchern und Windeln.

In Nordengland machte auch Simon Cyhanko, Manager des Abwasserentsorgungsunternehmens „Northumbrian Water“ auf das Problem aufmerksam: „Verstopfungen können verheerende Konsequenzen haben: Von Überschwemmungen im Häusern mit Abwasser bis hin zur Umweltverschmutzung, sagte er der BBC. Er verstehe jedoch, dass Menschen vielleicht keine andere Wahl hätten, als alternative Produkte zu verwenden.

RND/bk

Der Artikel „Verstopfte Pumpen: Warum der Klopapier-Mangel ein Problem für die Abwassersysteme ist“ stammt von unserem Partner, dem RedaktionsNetzwerk Deutschland.

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