Vermisste 14-Jährige in Wohnung von Sexualstraftäter entdeckt

Kriminalität

Nachdem eine Frau ihre Tochter als vermisst gemeldet hatte, ist sie nun gefunden worden - in der Wohnung eines Sexualstraftäters. Es wurde Haftbefehl erlassen, die Ermittlungen laufen.

Meschede

17.08.2020, 21:00 Uhr / Lesedauer: 1 min
Polizisten haben eine vermisste 14-Jährige in der Wohnung eines als rückfallgefährdet geltenden Sexualstraftäters im Hochsauerlandkreis entdeckt. (Symbolbild)

Polizisten haben eine vermisste 14-Jährige in der Wohnung eines als rückfallgefährdet geltenden Sexualstraftäters im Hochsauerlandkreis entdeckt. (Symbolbild) © picture alliance/dpa

Polizisten haben eine vermisste 14-Jährige in der Wohnung eines als rückfallgefährdet geltenden Sexualstraftäters im Hochsauerlandkreis entdeckt. Nachdem ihre Mutter am Donnerstag in Bochum Vermisstenanzeige erstattet hatte, führten Ermittlungen zu dem 36-Jährigen, der mit dem Mädchen in regelmäßig gechattet habe.

Polizisten fanden die 14-Jährige am Freitagmorgen in der Wohnung des Mescheders. Nach ersten Ermittlungen war es in der Nacht zuvor nicht zu Straftaten gekommen. Das unverletzte Mädchen sei an eine Jugendeinrichtung übergeben und dort von den Eltern abgeholt worden.

Mann soll Mädchen pornografische Bilder geschickt haben

Ein Richter erließ Haftbefehl gegen den 36-Jährigen, wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Montag weiter mitteilten. Am Dienstag wurde bekannt, dass gegen den Sexualstraftäter in Meschede wegen des Verdachts des sexuellen Missbrauchs von Kindern ermittelt wird. Er soll der Jugendlichen pornografische Bilder geschickt haben, als sie noch 13 Jahre war, wie ein Sprecher der Polizei des Hochsauerlandkreises mitteilte. Zuvor hatte „Bild“ darüber berichtet.

Zudem hätten Beamte Schnaps und Drogenutensilien in der Wohnung gefunden. Hierdurch könnte er gegen ein bestehendes Alkohol- und Drogenverbot verstoßen haben.

Verdächtiger ist Teil eines Programms

Den bisherigen Ermittlungen zufolge hatten die beiden bereits seit mehreren Wochen regelmäßigen Kontakt über soziale Medien. Die Polizei geht nach Angaben des Sprechers davon aus, dass das Mädchen aus Bochum freiwillig mit Bus und Bahn ins Sauerland gefahren war.

Der 36-Jährige ist den Angaben zufolge Teilnehmer eines KURS genannten Programms, mit dem verhindert werden soll, dass Sexualstraftäter nach ihrer Haftentlassung in die Anonymität abtauchen und erneut Sexualstraftaten begehen. Nach Angaben des Landeskriminalamtes befinden sich in NRW im Schnitt rund 1000 Personen zeitgleich in dem Programm.

dpa

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