Weitere Geflügelpest-Ausbrüche in Westfalen gemeldet - 30.000 Junghennen getötet

Geflügelpest

In Ostwestfalen und dem Hochsauerlandkreis sind weitere Geflügelpest-Ausbrüche gemeldet worden. Zur Eindämmung werden jetzt für noch mehr Geflügelhalter in der Region die Regeln strenger.

22.03.2021, 12:51 Uhr / Lesedauer: 2 min
30.000 Junghennen müssen wegen eines Geflügelpest-Verdachtsfalls getötet werden.

30.000 Junghennen müssen wegen eines Geflügelpest-Verdachtsfalls getötet werden. © picture alliance/dpa

Die Geflügelpest ist in weiteren Betrieben in Westfalen festgestellt worden. So müssen nach dem Ausbruch der Tierseuche in einem Betrieb in Delbrück (Kreis Paderborn) 30.000 Junghennen getötet werden, wie das Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz am Montag mitteilte. Auch etwa 150 Tiere aus dem ostwestfälischen Delbrück, die zu einem Hobbyhalter in den Kreis Warendorf geliefert wurden, waren betroffen und mussten getötet werden.

Um welchen Typus des Geflügelpesterregers es sich genau handelt, muss das zuständige Friedrich-Loeffler-Institut noch ermitteln. Zuvor war am Freitag eine hochansteckende Variante der Vogelgrippe bei Puten in Eslohe im Hochsauerlandkreis festgestellt worden. 5700 Tiere wurden vorsorglich getötet. In allen drei Kreisen wurden umgehend rund um die betroffenen Betriebe Überwachungszonen eingerichtet.

Großflächiges Sperrgebiet mit strengen Regeln

Allein im überwachten Gebiet um Delbrück gibt es mehr als 100 Geflügelbetriebe mit rund 648.000 Tieren. Es gelten dann Transportverbote für Geflügel und Geflügelprodukte sowie strengere Hygienemaßnahmen. Die Zone reicht bis in den Kreis Gütersloh. Bei behördlich bestätigtem Nachweis wird dann aus dem Überwachungsgebiet ein Sperrbezirk, in dem alle Geflügelbetriebe sehr engmaschig auf das Virus hin überprüft werden. Außerdem müssen Vögel im Stall bleiben. Angrenzend zum Ausbruchsort Eslohe im Hochsauerlandkreis ragt der dortige Sperrbezirk bis in den Kreis Olpe.

Die Geflügeldichte in dem Bereich sei anders als in Teilen Ostwestfalens vergleichsweise niedrig, hieß es aus dem Lanuv. Bereits Anfang des Monats waren in Ställen im Kreis Gütersloh, bei einem Hobbyhalter in Paderborn sowie im Kreis Minden-Lübbecke Geflügelpest-Ausbrüche nachgewiesen worden. Für den gesamten Regierungsbezirk Detmold wurde vorsorglich eine Stallpflicht verhängt. Diese sowie die Sperrbezirke um die betroffenen Höfe bestehen weiter fort.

Geflügelpestwelle bereits im Herbst von Wildvögeln übertragen

Frühestens 21 Tage nach dem ersten Auftauchen der Geflügelpest können nach Auskunft des Lanuv die Maßnahmen schrittweise zurückgefahren werden, sofern dort keine Fälle mehr auftreten. Zwar handele es sich in diesem Jahr um eine für den Tierbestand besonders ansteckende Variante des Geflügelpesterregers, sagte ein Sprecher des Lanuv. Die Ausbrüche träfen aber auf eingespielte Strukturen bei den Veterinärämtern. „Damit ist die Lage nach wie vor gut beherrschbar“, so der Sprecher weiter.

Seit Herbst gibt es eine von Wildvögeln ausgehende Geflügelpestwelle, vor allem mit dem hochansteckenden Virus H5N8. 14 Bundesländer sind betroffen, in mehr als 120 Beständen wurde die Geflügelpest amtlich festgestellt.

dpa

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