USA erlauben Einsatz von Ebola-Medikament Remdesivir als Corona-Wirkstoff

Coronavirus

Die USA lassen das Ebola-Medikament Remdesivir für die Behandlung von Corona-Patienten zu. Studien mit dem Wirkstoff brachten vielversprechende Ergebnisse. Das sagen deutsche Experten.

Washington

02.05.2020, 08:46 Uhr / Lesedauer: 1 min
Die USA lassen das Ebola-Medikament Remdesivir für die Behandlung von Corona-Patienten zu.

Die USA lassen das Ebola-Medikament Remdesivir für die Behandlung von Corona-Patienten zu. © picture alliance/dpa

Die USA erlauben den begrenzten Einsatz des Wirkstoffs Remdesivir bei Covid-19-Patienten in Krankenhäusern. Die Ausnahmegenehmigung sei angesichts der Coronavirus-Pandemie “in Lichtgeschwindigkeit” zustande gekommen, sagte der Chef der Lebensmittel- und Arzneimittelbehörde Stephen Hahn am Freitag im Weißen Haus.

US-Studie: Für Ebola entwickelter Wirkstoff verkürzt Behandlungszeit

Eine klinische Studie hatte zuvor gezeigt, dass der ursprünglich für Ebola entwickelte Wirkstoff bei Covid-Patienten die Zeit bis zu einer Genesung um mehrere Tage verkürzen kann. Der Chef des Arzneimittelherstellers Gilead, Daniel O’Day, erklärte, das Unternehmen werde US-Behörden 1,5 Millionen Dosen Remdesivir spenden.

Der Wirkstoff Remdesivir kann die Behandlungsdauer von Covid-19-Patienten einer US-Studie zufolge verkürzen. Die Ergebnisse der Untersuchung seien sehr positiv zu bewerten, sagte der Immunologe und Chef des Nationalen Instituts für Infektionskrankheiten (NIAID) der USA, Anthony Fauci am Mittwoch (Ortszeit).

Deutsche Experten: US-Studie ausreichend belastbar

Eine im Fachmagazin „The Lancet“ vorgestellte chinesische Studie kommt hingegen zu dem Schluss, dass sich der Zustand der Patienten mit Remdesivir nicht wesentlich verbessert. Aus Patientenmangel wurde diese Studie allerdings frühzeitig abgebrochen.

Nach Ansicht deutscher Experten sind die Ergebnisse der US-Studie ausreichend belastbar. Es seien genügend Patienten untersucht worden; unter Therapie mit Remdesivir seien sie früher aus dem Krankenhaus entlassen worden, sagt etwa Clemens Wendtner von der München Klinik Schwabing.

„Somit sind wesentliche Endpunkte der Studie erreicht worden, so dass an einer raschen Zulassung der Substanz aus meiner Sicht wenig Zweifel bestehen dürfte.“

RND/dpa/ka

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