Urlauber aus dem Hotspot: Regel-Überblick der Bundesländer

Reisebeschränkungen

Immer mehr Bundesländer reagieren auf den Corona-Ausbruch bei Tönnies in NRW mit Reisebeschränkungen: Reisen für Bewohner der Hotspots wird komplizierter. Ein Überblick der Regelungen.

26.06.2020, 14:16 Uhr / Lesedauer: 2 min
Der Corona-Ausbruch in den Kreisen Gütersloh und Warendorf hat für Hunderttausende Nordrhein-Westfalen drastische Konsequenzen - auch das Reisen wird komplizierter.

Der Corona-Ausbruch in den Kreisen Gütersloh und Warendorf hat für Hunderttausende Nordrhein-Westfalen drastische Konsequenzen - auch das Reisen wird komplizierter. © picture alliance/dpa

Der Corona-Ausbruch in den Kreisen Gütersloh und Warendorf hat für Hunderttausende Nordrhein-Westfalen drastische Konsequenzen. Viele Lockerungen wurden bis mindestens Ende Juni eingestampft und das öffentliche Leben wieder auf ein Minimum reduziert.

Hinzu kommt, dass ausgerechnet zum Start der Sommerferien in NRW zahlreiche Bundesländer Beschränkungen für Urlauber aus sogenannten Hotspots verhängen - und die Urlaubsplanung somit komplizierter wird.

Diese Bundesländer haben bereits Regelungen für Urlauber aus Corona-Risikogebieten beschlossen:

  • Baden-Württemberg
  • Bayern
  • Brandenburg
  • Hamburg
  • Hessen
  • Mecklenburg-Vorpommern
  • Niedersachen
  • Rheinland-Pfalz
  • Saarland
  • Schlewig-Holstein

Ausnahme mit “triftigen Reisegrund” in Bayern

Bayern reagierte auf die Zuspitzung der Corona-Lage in NRW am schnellsten. Seit Donnerstag gilt im Freistaat ein Beherbergungsverbot für Menschen aus besonders betroffenen Regionen. Die Regelung gilt für Kreise und kreisfreie Städte mit mehr als 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohnern binnen sieben Tagen. Dies betrifft laut Robert-Koch-Institut derzeit in Deutschland nur den Kreis Gütersloh (Stand 26.06./10.00 Uhr).

In Bayern dürfen Bewohner der betroffenen Kreise nur dann Urlaub machen, wenn sie nachweisen können, dass sie nicht mit dem Coronavirus infiziert sind - sprich einen negativen Test oder ein ärztliches Attest vorweisen können. Weitere Ausnahmen gibt es für Personen, “die zwingend notwendig und unaufschiebbar beruflich oder medizinisch veranlasst anreisen” oder die “einen sonstigen triftigen Reisegrund” nachweisen können wie den Besuch bei Familienangehörigen oder zur Pflege Schutzbedürftiger.

Auch Baden-Württemberg lässt Reisende aus dem nordrhein-westfälischen Corona-Risikogebiet nicht mehr im Land übernachten. Das Verbot bezieht sich auf Hotels, Gasthöfe und Pensionen, Ferienwohnungen, Campingplätze, Wohnmobilstellplätze und vergleichbare Einrichtungen. Ausnahmen gelten laut der Corona-Lenkungsgruppe des Landes für Personen, die mit einem ärztlichem Attest belegen können, dass sie nicht infiziert sind. Ebenso sollen Ausnahmen möglich sein, wenn der Infektionsausbruch in einem Landkreis räumlich klar eingegrenzt werden kann.

“Nachträgliche Testung explizit nicht gestattet”

In Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen dürfen Menschen aus den Corona-Risikogebieten nur einreisen, wenn sie belegen können, dass sie innerhalb von 48 Stunden vor der Einreise einen Corona-Test gemacht haben. Auch in Schleswig-Holstein und Rheinland-Pfalz gilt dies - andernfalls müssen die Betroffenen unverzüglich nach der Einreise in ihre Wohnung oder in eine andere geeignete Unterkunft, um sich dort 14 Tage lang zu isolieren. Die Landesregierung Mecklenburg-Vorpommerns betonte: “Eine Absonderung in der Beherbergungsstätte und eine nachträgliche Testung sind explizit nicht gestattet.”

Das Urlaubsverbot für Menschen aus dem nordrhein-westfälischen Kreis Warendorf hat in Niedersachsen auch nach der Unterschreitung des Grenzwerts von 50 Neuinfektionen noch Gültigkeit. Das bestätigte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums in Hannover am Freitag. Das Beherbergungsverbot solle erst aufgehoben werden, wenn der nordrhein-westfälische Kreis den Wert von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen zwei Wochen am Stück unterboten hat.

In Hessen gilt ab 27. Juni ein Beherbergungsverbot für Menschen aus Regionen mit erhöhtem Corona-Infektionsrisiko. Das teilten Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Gesundheitsminister Kai Klose (Grüne) am Freitag in Wiesbaden mit. Im Saarland treten die neuen Regeln ab 29. Juni in Kraft. Auch Brandenburg hat ein Verbot für die Unterbringung von Menschen aus Corona-Risikogebieten beschlossen. Wann die Regelungen in Kraft treten, ist noch unklar.

Urlaub nur mit einem negativen Corona-Test

Ein problemloser Urlaubsbeginn klappt also nur mit einem negativen Corona-Test. Bürger des Kreises Gütersloh können sich seit Donnerstagabend auch in einem Drive-In in einem stillgelegten Hubschrauber-Hangar kostenlos auf das Coronavirus testen lassen.

Hier müssen jedoch längere Wartezeiten eingepreist werden. Bereits seit Mittwoch bildeten sich vor den Zentren in den Kreisen Warendorf und Gütersloh lange Schlangen von Menschen, die einen Corona-Test machen wollten, um mit einem negativen Ergebnis Sicherheit für einen bevorstehenden Urlaub zu haben.

Am Donnerstagabend nannte der Kreis Gütersloh neuere Zahlen: Bis Donnerstag 15 Uhr seien 2521 Abstriche genommen worden. 1655 Befunde lägen vor. Davon sei einer klar positiv, zwei seien schwach positiv. Der Kreis zähle in Abstimmung mit dem Robert-Koch-Institut diese schwach positiven Fälle mit. Damit seien es insgesamt drei positive Fälle.

RND/ka/dpa