Unverpacktladen in Nordkirchen eröffnet an der Schloßstraße und bietet fast 150 Produkte

dz„Landleben“

Regionale Lebensmittel, unverpackt und nachhaltig, will das neue Geschäft „Landleben“ an der Schloßstraße in Nordkirchen bald bieten. Der neue Unverpacktladen schließt gleich mehrere Lücken.

Nordkirchen

, 10.03.2020, 21:13 Uhr / Lesedauer: 2 min

Nordkirchen bekommt seinen ersten Unverpacktladen. An der Schloßstraße eröffnet die Südkirchenerin Katja Jakubowska (49) bald das Lebensmittelgeschäft „Landleben - Unverpackt, Regional“. Auf das neue Angebot freuen sich nicht nur viele Nordkirchener, auch für die landwirtschaftlichen Betriebe in der Region bietet das Geschäft zusätzliche Vermarktungsmöglichkeiten.

Dass sich das 120 Quadratmeter große Ladenlokal an der Schloßstraße 1, direkt neben Blumen Rehkopp bald mit neuem Leben füllen wird, lässt sich schon seit einigen Tagen erahnen, zumindest von außen.

Einrichtung kommt Ende April

Plakate hängen bereits in den Schaufenstern, beim Blick in die Verkaufsräume ist noch nicht viel zu sehen - die Einrichtung für den Unverpacktladen wird Ende April geliefert, sagt Katja Jakubowska. In vielerlei Hinsicht ist das neue Geschäft Neuland. Für Nordkirchen, aber auch für die Betreiberin selbst. Die 49-Jährige ist eigentlich Sicherheitsingenieurin, hat zuletzt bei einem Stahl-Konzern gearbeitet. Das Thema Nachhaltigkeit habe sie seit Jahren umgetrieben.

Nachhaltiger Einkauf oft nicht alltagstauglich

Sie und ihre Familie versuchen schon seit Jahren, Plastikmüll im Alltag zu reduzieren, Nahrungsmittel und Getränke möglichst aus der Region zu besorgen. „Das ist allerdings nicht immer alltagstauglich“, fügt sie hinzu. Wer einen Wocheneinkauf für eine Familie vor sich hat, holt einzelne Waren wie Eier, Gemüse oder Milchprodukte nicht unbedingt immer bei den unterschiedlichen Bauernhöfen.

Am 15. März sollte eigentlich die Mini-Messe "Iss von hier" mit Direktvermarktern aus Nordkirchen und Umgebung in dem Ladenlokal stattfinden - die Veranstaltung wird verlegt.

Am 15. März sollte eigentlich die Mini-Messe „Iss von hier“ mit Direktvermarktern aus Nordkirchen und Umgebung in dem Ladenlokal stattfinden - die Veranstaltung wird verlegt. © Karim Laouari

Sie sei im Grunde schon länger auf der Suche nach einem Ort gewesen, wo man zentral regionale Lebensmittel einkaufen kann. Die Idee, selbst einen solchen Laden zu eröffnen, sei 2018 so weit gereift, dass sie sie zum ersten Mal laut ausgesprochen hat, erinnert sich die 49-Jährige.

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Sie habe ein klares Konzept erarbeitet, wie sie sich den Laden vorstellt. Ein wichtiger Aspekt: Es sollte ein Unverpackt-Laden werden - also ein Geschäft, in dem die Waren nicht in Wegwerf-Verpackungen verkauft werden. Vielmehr können und sollen Kunden ihre eigenen Behälter mitbringen, um Lebensmittel, wie Haferflocken, Nudeln, getrocknete Bohnen und so weiter einzupacken.

Neben trockenen Lebensmitteln - zum Start sollen es 103 verschiedene trockene Waren sein - soll es unter anderem auch frisches Obst, Gemüse und Eier geben. Alles aus regionalen Betrieben, in einem Umkreis von maximal 50 Kilometern, sagt Katja Jakubowska.

Viele Bio-Produkte, aber kein Bio-Laden

Mit ihrem Sortiment will sich die Südkirchenerin erst einmal herantasten und sehen, was die Kunden wirklich wollen und was eher nicht. Gemeinsam mit einem fleischverarbeitenden Betrieb aus Ascheberg will sie auch Produkte wie Würste und Pasteten anbieten. Viele Produkte des Gesamtsortiments sollen Bio-Qualität haben, „wir sind aber kein Bio-Laden“, macht Jakubowska deutlich. Das habe auch mit dem aufwendigen Lizenzierungsverfahren zu tun.

Zurzeit absolviert Jakubowska ein Praktikum in dem Dortmunder Unverpackt-Laden „Frau Lose“. Die Südkirchenerin will praktische Erfahrungen sammeln, sagt sie. Die Kooperation soll auch weiter ausgebaut werden.

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Am 2. Mai (9 Uhr) soll das „Landleben“ eröffnen. Für Nordkirchen bedeutet das auch einen weiteren Leerstand weniger. Eigentlich hätte am 15. März mit „Iss von hier“ eine Mini-Messe der Nordkirchener Grünen in den Räumen des Geschäfts stattfindet sollen. Das „Landleben“ selbst und andere Betriebe, wie der Hof Spinne, der Biolandhof Altfeld und die Südkirchener Molkerei „Frollein Muh“ wollten sich dort vorstellen.

Die Veranstaltung sollte parallel zum Hollandmarkt (11 bis 18 Uhr) stattfinden. Nach der Absage des Hollandmarkts am Montag findet auch die Messe „Iss von hier“ vorerst nicht statt. „Es wird aber einen Ausweichtermin geben“, kündigt Katja Jakubowska an.

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