Umstellung auf Windows 10 kostet Nordkirchener Verwaltung fünfstelligen Betrag

dzNeue Software

1,3 Millionen Euro müssen NRW-Ministerien zahlen, weil sie nicht rechtzeitig auf Windows 10 umgestellt haben. Die Nordkirchener Verwaltung rüstet gerade um und muss dafür viel Geld ausgeben.

Nordkirchen

, 10.02.2020, 08:22 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit dem 14. Januar gibt es für das Betriebssystem Windows 7 keinen Support mehr von Hersteller Microsoft. Angekündigt war dieser Schritt lange im Voraus. Trotzdem haben es einige öffentliche Stellen versäumt, rechtzeitig auf den Nachfolger Windows 10 umzurüsten.

Die Folge: Die außerplanmäßigen Sicherheitsupdates für die in die Jahre gekommenen Verwaltungsrechner belaufen sich in den NRW-Ministerien auf rund 1,3 Millionen Euro, wie der WDR berichtet.

Auch in Nordkirchen sind die Verwaltungsrechner noch nicht umgerüstet. Hier hat das Rathaus allerdings rechtzeitig vorgesorgt, wie Pressesprecherin Anne Büscher auf Anfrage dieser Redaktion erklärt. „Wir haben das Thema sehr ernst genommen“, sagt sie.

Fünfstelliger Betrag für neue Technik und Software

Trotzdem: Auch in der Schlossgemeinde entstehen durch die neue Software und neue Technik nicht unerhebliche Kosten.

Etwa 48.000 Euro gibt die Gemeinde für 50 neue Verwaltungsrechner und die Lizenzen für die neue Betriebssystem-Software Windows 10 aus, sagt die Gemeindesprecherin. Die Windows-Lizenzen schlagen dabei mit 17.000 Euro zu Buche.

Umgestellt werde die gesamte Verwaltung, sagt Büscher. Die Technik sei auch bereits im Rathaus, sie werde jetzt nach und nach umgestellt. „Bis Ostern wollen wir damit fertig sein“, kündigt die Sprecherin an. Zwei Mitarbeiter hat die Informationstechnik des Rathauses.

Neue Möglichkeiten durch Windows 10, aber keine zusätzlichen Angebote für Bürger

Etwa acht Jahre war das alte Betriebssystem bei der Verwaltung im Einsatz. Dass mit der Umstellung auf das neue System auch sämtliche Rechner ausgetauscht werden, habe damit zu tun, dass die Computer ihre Abschreibungszeit von drei Jahren überschritten hätten, erklärt die Gemeindesprecherin.

Zwar biete Windows 10 den Rathaus-Mitarbeitern mehr Möglichkeiten, für die Nordkirchener Bürger werde sich das E-Government-Angebot allerdings nicht vergrößern, sagt Anne Büscher. Das habe auch mit der Größe der Gemeinde zu tun.

Lange Wartezeiten sind im Bürgerbüro eher die Ausnahme

Anders als größere Kommunen habe Nordkirchen beispielsweise im Bürgerbüro kein Ticket-System. Vieles lasse sich also ohne oder mit wenig Wartezeit im Rathaus erledigen.

Beim E-Government, also Amtsgängen über das Internet, sei mittlerweile viel möglich, weiß auch die Gemeindesprecherin. Allerdings sei dieser digitale Service mit einem großen personellen und finanziellen Aufwand verbunden.

Deshalb müsse eine Kommune wie Nordkirchen immer abwägen, ob die wenigen Fälle, in denen einzelne E-Government-Angebote von Bürgern genutzt werden, rechtfertigen, dass eine Verwaltung den damit verbundenen Aufwand betreibt.

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