Umfrage zur Mobilität in Nordkirchen: Busse fahren zu selten, schlechter Anschluss an Bahn

dzMobilität

An Kritik am Bus- und Bahnverkehr in der Gemeinde haben die Nordkirchener bei der Mobilitätsumfrage nicht gespart. Jetzt liegen alle Ergebnisse vor. Kritik gibt es vor allem am Busverkehr.

Nordkirchen

, 04.03.2020, 15:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Gute Noten für das Netz des Öffentlichen Personennahverkehrs (ÖPNV), schlechte für die Fahrzeiten und die Taktung der Busse: Das sind zwei Ergebnisse aus der Befragung zum Thema Mobilität, bei der Ende 2019 14 Prozent der Nordkirchener Haushalte teilgenommen haben.

Wirtschaftsförderer Manuel Lachmann stellte die Ergebnisse der Befragung am Dienstagabend im Ausschuss für Wirtschaft, Tourismus, Umwelt und ländliche Entwicklung vor. Die wichtigsten Erkenntnisse im Überblick:

Das Haltestellennetz in den drei Ortsteilen ist gut bis sehr gut

An Haltestellen für Busse (oder perspektivisch auch andere öffentliche Verkehrsmittel) scheint es den Nordkirchenern in allen drei Ortsteilen nicht zu mangeln. Der durchschnittliche Weg zur nächsten Haltestelle liegt im Innenbereich bei 300 Metern, im Außenbereich bei 500 Metern, erklärte Lachmann.

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In Nordkirchen sieht die Gemeinde Potenzial in zwei Bereichen: im Gewerbegebiet Aspa und im südlichen Teil des Wohngebiets Bolland. Auch das ÖPNV-Netz insgesamt wird laut Umfrage mit 13 Bus- und zwei Bahnlinien grundsätzlich gut bewertet.

Fahrtzeiten und die Abstimmung zwischen Bus- und Bahnlinien ist schlecht und intransparent

Viele Bus- und Bahnlinien bringen wenig, wenn die Anschlüsse zeitlich nicht klappen und die Busse nur selten fahren. 81 Prozent der berufstätigen Teilnehmer der Umfrage gaben an, für die Arbeit auszupendeln. Die meisten Pendler bewegen sich entlang der Achse Münster-Dortmund.

Diese ist - normalerweise - durch den Zugverkehr gut abgedeckt. Den ÖPNV sehen trotzdem nur wenige (18,5 Prozent) als Alternative zum Auto. Insgesamt werden zwei von drei Strecken - beruflich und privat - mit dem Auto zurückgelegt. Der Weg zum und vom Bahnhof Capelle mit dem ÖPNV beispielsweise sei wenig alltagstauglich, weil die Anschlüsse an die Bahn schlecht seien, hieß es auch Dienstag im Ausschuss.

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Eine Erkenntnis, der auch die Mitglieder im Ausschuss zustimmten. Thomas Quante (CDU) nannte vor allem die Strecke nach Dortmund als schlecht versorgt, die Ticketpreise zu hoch. Und so lange der Kreis Unna die Lücke im Radweg zwischen Südkirchen und Cappenberg nicht schließt, sei der Weg Richtung Lünen und Dortmund mit dem Rad „lebensgefährlich“. Dabei könnte immerhin jeder dritte Befragte eigenen Angaben zufolge mit dem Fahrrad zur Arbeit pendeln.

Bequemlichkeit hat Priorität

Egal, welches Angebot die Gemeinde an den Mobilstationen einrichtet: Es muss einfach zu bedienen sein und darf für den Kunden nicht zu teuer werden. Zwei Punkte, die die Verwaltung am Dienstag ganz deutlich machte. Das fängt dabei an, welche Smartphone-App, beziehungsweise welches Online-Portal die Gemeinde einsetzt, um Leih-Fahrzeuge zu mieten oder ihre Fahrt mit dem ÖPNV zu planen. Ist die Bedienung umständlich, sind die Preise zu hoch, wird das Angebot nicht genutzt.

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Ein wiederkehrender Wunsch der Umfrageteilnehmer: Es sollte eine übergreifende App für alle Angebote geben. Genau das ist auch ein Ziel, an dem die Gemeinde arbeitet.

Nicht auf alle Aspekte hat die Gemeinde selbst Einfluss

Mobilstationen kann und wird die Gemeinde in Eigenregie aufstellen. Ob Car-Sharing, On-Demand-Verkehr oder Leih-Fahrräder - das Angebot kann sie selbst bestimmen. Schwieriger sind Änderungen bei Radwegen, die an der Kreisgrenze enden und im Kreis Unna nicht fortgesetzt werden, der Taktung von Eurobahn und Deutscher Bahn oder verschiedener Ticket- und Tarifsysteme.

Die Gemeinde befinde sich in Gesprächen mit den entsprechenden Entscheidungsträgern, beispielsweise dem Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Münsterland (ZVM). Einfach sei es aber keinesfalls, grundlegende Änderungen durchzusetzen, machte der Wirtschaftsförderer ganz deutlich.

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