Umbau startet jetzt: Gescher erhält ein neues Veranstaltungszentrum

Millionenprojekt

Gescher erhält ein multifunktinales Veranstaltungszentrum: Der alte Theater- und Konzertsaal wird vollständig entkernt und umgebaut. Das 4,5-Millionenprojekt soll bis Ende 2022 fertig sein.

Gescher

von Jürgen Schoer

, 16.01.2021, 17:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Blick in den modernisierten Theater- und Konzertsaal in Richtung Foyer.

Blick in den modernisierten Theater- und Konzertsaal in Richtung Foyer. © Quelle: theapro GmbH

Noch zeugt der grünlich-fleckige Teppichboden von unzähligen Veranstaltungen, die Gescheraner und auswärtige Besucher seit Mitte der 70er Jahre im Theater- und Konzertsaal erlebt haben. Wer das gewohnte Ambiente noch einmal sehen möchte, muss sich beeilen: In wenigen Tagen wird ausgeräumt, im Februar beginnen vorbereitende Arbeiten, ab März wird der Saal komplett entkernt.

Alles wird freigelegt

„Wände, Decken, Boden, alles wird bis auf den Beton freigelegt“, sagt Jörg Lilleike von der Theapro GmbH (München). Dieses Büro bildet zusammen mit der Meyer Architekten GmbH (Düsseldorf) eine Arbeitsgemeinschaft, die das Millionenprojekt begleitet.

Bis Ende 2022 muss alles fertig und abgerechnet sein, so Klaus Schnieder, Leiter des Gebäudemanagements. Dann verfügt Gescher über ein multifunktionales und dank Rampen barrierefreies Veranstaltungszentrum, das vielfältige Nutzungen ermöglicht.

Alter Saal hat erhebliche technische Mängel

„Da bekommt man jetzt schon Lust auf die Fertigstellung“, blickt Bürgermeisterin Anne Kortüm nach vorn. Der jetzige Saal aus dem Jahr 1974 hat erhebliche technische und funktionale Mängel. Auf Dauer hätte eine Stilllegung gedroht, weil Brandschutz- und Lüftungstechnik nicht mehr funktionieren.

Vor diesem Hintergrund hat die Stadt Gescher Fördermittel aus dem Programm „Soziale Integration im Quartier“ beantragt und einen Zuschuss von 2,65 Millionen Euro bewilligt bekommen. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 4,5 Millionen Euro und sind vom Rat gedeckelt worden. Folglich muss die Stadt Gescher 1,85 Millionen Euro aus Eigenmitteln aufbringen. „Wir verteilen das auf drei Haushaltsjahre“, so Kämmerer Christian Hübers.

7100 Kubikmeter umbauter Raum

Das Volumen ist enorm: „Wir haben hier 7100 Kubikmeter umbauten Raum“, erläutert Schnieder. Das entspreche mehr als sieben normalen Einfamilienhäusern. Die Nutzfläche des Theatersaales inklusive Backstagebereich sei 1500 Quadratmeter groß.

Von der Entkernung der Räume über die Installation der technischen Gebäudeausrüstung bis zum eigentlichen Innenausbau ist es ein weiter Weg. Alle Oberflächen werden entfernt und erneuert, die Technik wird modernisiert, der Backstagebereich inklusive Toiletten wird saniert.

Jetzt lesen

Ein Clou: Vor der Hauptbühne entsteht ein Hubboden, der als Vorbühne genutzt werden kann und gleichzeitig einen Zugang zum Untergeschoss ermöglicht – etwa für den Transport der Bestuhlung. Im Untergeschoss wiederum werden die vorhandenen Räume umorganisiert, um Lager- und Haustechnikflächen zu schaffen.

Lesen Sie jetzt