Überforderter Sachbearbeiter soll Antragstellern privat Geld geliehen haben

Wohngeld

Zu viele Anträge, zu wenig Zeit: Ein überforderter Mitarbeiter soll den Antragstellern auf Wohngeld finanzielle Hilfe aus seinem Privatvermögen angeboten haben. Das sind die Konsequenzen.

Köln

25.08.2020, 21:46 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein überforderter Verwaltungsmitarbeiter soll zwei Bürgern privat Geld geliehen haben.

Ein überforderter Verwaltungsmitarbeiter soll zwei Bürgern privat Geld geliehen haben. © picture alliance / Bodo Marks/dp

Ein überforderter Verwaltungsmitarbeiter soll zwei Bürgern privat Geld geliehen haben, die bei ihm Anträge auf Wohngeld gestellt hatten. Das berichtete das Arbeitsgericht Köln am Dienstag, nachdem es sich mit dem Fall beschäftigt hatte.

Sachbearbeiter bietet Geld aus Privatvermögen an

Der Grund: Dem kommunalen Sachbearbeiter war gekündigt worden, nachdem die Fälle publik geworden waren. Der Mann war den Angaben zufolge seit 2018 bei seinem kommunalen Arbeitgeber für die Wohngeldsachbearbeitung zuständig gewesen. Als er einen Wohngeldantrag nicht bearbeitete, erkundigte sich die Antragstellerin mehrfach bei ihm und verwies auf ihre schwierige finanzielle Situation.

Der Mann bot ihr daraufhin an, ihr zinslos Geld aus seinem Privatvermögen zur Verfügung zu stellen - und übergab am nächsten Tag 500 Euro. Im Februar 2020 reichte die Frau allerdings eine Dienstaufsichtsbeschwerde ein, weil ihr Antrag immer noch nicht bearbeitet war. In der Folge stellte sich heraus, dass der Mann in mindestens einem Fall ähnlich gehandelt hatte.

Kündigung für unwirksam erklärt

Der Mitarbeiter berief sich darauf, überfordert gewesen zu sein. Sein Arbeitgeber erklärte jedoch, ihm schon deutlich weniger Fälle zugeteilt zu haben. Das Kölner Arbeitsgericht befand die Kündigung nun allerdings für unwirksam, da sie nicht das mildeste Mittel gewesen sei. Dabei berücksichtige es vor allem, dass der Mann durch sein Verhalten keinen eigenen Vorteil erzielt hatte.

dpa

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